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Sie sehen harmlos aus, sind es aber nicht.
Ameisen werden von den Vereinten Nationen (UN) bereits für Milliardenschäden in der Landwirtschaft verantwortlich gemacht.
Vor allem die Rote Feuerameise macht als Einwanderertier (Neozoon, Plural: Neozoen) Probleme. Sie vermehrt sich schnell, greift Tier und Mensch an und vertreibt andere Insekten.
Das Tier, das ursprünglich aus Südamerika stammt, hat es in der Verpackung von Exportgütern und in Schiffscontainern bereits bis nach China, Taiwan, Malaysia, Australien und in die USA geschafft.
Die UN will nun mit vereinten Kräften gegen das Tier vorgehen, denn die Rote Feuerameise bedroht massiv die Artenvielfalt.
Aber Ameisen haben auch nützliche Eigenschaften.
Sie räumen den Wald auf, lockern den Boden und fördern die Humusbildung.
Als Allesfresser vertilgen sie Unmengen an Insekten und Schädlingen, aber auch Pflanzenteile und Aas.
Rund 12.000 verschiedene Arten besiedeln billionenfach die Erde.
Genau das ist auch Ursache dafür, dass sie manchmal nicht nur Nutzen für Mensch und Natur bringen, ...
... sondern große ökologische und materielle Schäden anrichten können. (Ameisenbekämpfung bei frisch angekommenen Pflanzen in Hong Kong)
Blattschneideameisen beispielsweise können innerhalb kurzer Zeit einen ganzen Baum entlauben.
Auch in Gärtnereien und Grünanlagen ...
... sind die gefräßigen Krabbeltiere ungern gesehen, ebenso ...
... wie in unmittelbarer Umgebung von Menschen, ...
... denn bei ausreichendem Nahrungsangebot können sich Ameisen rasend schnell vermehren. Dann beginnt der Kampf um den Lebensraum.
Wenn sich die Tiere bedroht fühlen, können sie mit ihren Bissen und Stichen starke Hautreizungen und allergieähnliche Zustände beim Menschen auslösen.
Die Bekämpfung der Tiere mit Backpulver als altes Hausmittel ist umstritten. Bevor die chemische Keule zum Einsatz kommt, sollte man versuchen, die Tiere mit übelriechenden Jauchen oder Brühen zu vertreiben. (Rezepte im Internet)
Im Gegensatz dazu gibt es inzwischen Menschen, die Ameisen als Haustiere halten.
Die Tiere werden in einem Terrarium mit entsprechendem Nest gehalten, gefüttert, ...
... beobachtet, gezüchtet und sogar über das Internet verkauft.
Ameisenhalter mit europäischen Arten müssen darauf achten, dass ihre Tiere von Mitte Oktober bis April Winterruhe halten. Dafür muss das Ameisenvolk in den Kühlschrank oder auf den Balkon gestellt werden.
Wenn Ameisen auf Nahrungssuche gehen, legen sie oftmals lange Strecken zurück und benutzen schon vorhandene Pfade.
Denn bei neu entdeckten Nahrungsquellen markiert die Ameise bei ihrer Rückkehr zum Nest den Pfad zur Nahrung mit bestimmten Pheromonen.
Diese körpereigenen Duftstoffe dienen den Tieren als wertvolles Kommunikationsinstrument. Es gibt für jede Situation einen bestimmten Duft.
Außerdem kommunizieren Ameisen durch das Betasten mit den Fühlern. Eine differenzierte Kommunikation ist nötig, denn ...
... Ameisen leben in hochsozialen Gemeinschaften. Die Anzahl der Tiere variiert dabei zwischen 200 und 20 Millionen. In unseren Breiten bauen die Ameisen sogenannte Ameisenhügel oder - haufen.
Einzelne Tiere würden in der Natur schnell sterben, denn Ameisen haben eine ausgeklügelte Arbeitsteilung innerhalb ihres Staates.
Ameisen lassen sich grob in drei Kategorien, die sogenannten Kasten, aufteilen. Es gibt Königinnen, Arbeiterinnen und Männchen.
Ameisenköniginnen sind die größten Exemplare in einem Ameisenstaat.
Sie tragen bis zur Begattung Flügel. Danach sind sie für die Eiablage in einem Nest verantwortlich.
Die Männchen tragen dagegen dauerhaft Flügel. Sie sind ausschließlich für die Befruchtung der jungen Königinnen zuständig. In einem Ameisenstaat leben zuweilen auch mehrere Königinnen.
Die Arbeiterinnen erledigen alle anderen Arbeiten. Sie bauen das Nest, schaffen Nahrung herbei und versorgen die Brut.
Jede Arbeiterin hat eine bestimmte Aufgabe im Staat. Je nach Bedarf kann sich diese im Laufe des Lebens aber mehrmals ändern.
Die Arbeiterinnen können zudem als Verteidiger ihres Nests zum Einsatz kommen. In diesem Fall bilden die Tiere besonders große Oberkiefer aus. Sie werden in der Fachsprache dann als Soldaten bezeichnet.
Ameisen sind sehr kriegerische Tiere. Bei Schlachten zwischen verschiedenen Völkern kommt es oftmals zu vielen toten Tieren.
Unter Umständen kann sogar ein Ameisenvolk ein anderes versklaven. Die unterlegenen Tiere müssen dann dem Siegervolk bei allen anfallenden Arbeiten helfen.
Die Nester der Ameisen gibt es in verschiedenen Varianten. Ameisen nisten in der Erde, unter Steinen, in Holzkästen oder hohlen Bäumen.
In unseren Breiten baut vor allem die Waldameise große Ameisenhügel. Das ist der sichtbare Teil eines Ameisennests, der aus Tannenadeln, Blättern und Zweigen besteht.
Die Nester der Ameisen sind hochentwickelte Bauten, die ein weitverzweigtes System aus Gängen und Kammern besitzen.
In der Mitte des Nestes gibt es ein konstantes Klima und bei einheimischen Arten Temperaturen von ungefähr 30 Grad. Hier legt die Königin die Eier ab und hier werden auch die Larven aufgepäppelt.
Eine Ameisenkönigin legt vom Frühling bis zum Herbst ununterbrochen Eier. Die Königin der Roten Waldameise lebt ungefähr 20 Jahre und legt währenddessen rund 1 Million Eier.
Sie hat jedoch keine Macht im Ameisenstaat, obwohl sie eine privilegierte Stellung genießen kann.
Im Ameisenstaat scheint das gleiche Motto wie bei den Musketieren zu gelten: Einer für alle und alle für einen.
Mit sogenannter kollektiver Intelligenz halten die Tiere ihre Gemeinschaft am Leben. (Bilder: ap, dpa, reuters, pixelio, wikipedia)
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