| SA | 9° / 23° |
| SO | 10° / 22° |
Die Antarktis ist eine Region der Superlative.
Nirgendwo sonst auf der Welt ist es so kalt, so trocken und so windig wie hier.
50 Millimeter Niederschlag fallen durchschnittlich pro Jahr. Das ist weniger als in der Sahara.
Temperaturen von bis zu minus 90 Grad Celsius im Landesinneren, heftige Winde und Schneestürme machen die Antarktis zu einer unwirtlichen Region,...
... in der sich kaum Leben befindet. Der Kontinent ist der einzige, der nicht bevölkert ist. Auch ausgestorbene Ureinwohner konnten nicht nachgewiesen werden.
Antarktika hat eine Fläche von rund 13,2 Millionen Quadratkilometern...
... und ist damit 37 Mal so groß wie Deutschland oder anderthalb Mal größer als Europa.
Das Gebiet wird durch das Transantarktische Gebirge in zwei Teile getrennt: ...
... in das kleinere Westantarktika und das größere Ostantarktika.
98 Prozent des Kontinents sind permanent mit Eis bedeckt.
Die Eisdecke ist durchschnittlich 2100 Meter dick.
Das Inlandeis kann bis zu 4700 Meter dick werden und macht die Antarktis zum höchsten Kontinent der Erde.
90 Prozent der Eismassen auf der Erde befinden sich im antarktischen Raum.
In Eis und Schnee sind mehr als zwei Drittel aller Süßwasserreserven der Erde tiefgefroren.
Antarktika ist vollständig vom Südlichen Ozean, auch Antarktik genannt, umgeben.
Charakteristisch für die 32.000 Kilometer lange Küstenlinie des Kontinents sind Schelfeis und Gletscher. Sie reichen unter Wasser bis tief in das Meer hinein.
Die in der Antarktis vorkommenden Lebewesen ...
... haben sich so gut wie möglich an die widrigen Lebensumstände angepasst.
Das kalte Polarmeer ist reich an Sauerstoff. Die warmen Strömungen bringen viele Mineralien in den Südlichen Ozean.
So kann im Meer ein Cocktail aus mikroskopisch kleinen Tieren und Pflanzen entstehen, dem Plankton.
Dieses ist, neben dem so genannten Krill, die Nahrungsgrundlage vieler im Südpolarmeer lebender Fischarten.
Am Ende dieser Nahrungskette stehen Pinguine, Robben, Wale, Delfine und verschiedene Vogelarten.
Doch die empfindlichen Ökosysteme der Antarktis sind stark gefährdet.
Nicht nur die Plünderung des Südpolarmeeres durch große Industriefangschiffe oder illegalen Fischfang bringen die Systeme aus der Balance.
Vor allem die weltweite Erwärmung des Klimas hat immense Auswirkungen auf die Region am Südpol.
Dazu kommt das immer größer werdende Ozonloch über der Antarktis.
Dem WWF zufolge werden die Küstenregionen der Antarktis durch den Klimawandel stellenweise fünf Mal schneller erwärmt als andere Orte auf der Welt. Das führt zu großen Schmelzen.
So tauen beispielsweise Brutplätze für Pinguine einfach weg.
Auch das Nahrungsangebot wird für die Tiere durch die Erwärmung des Südpolarmeeres immer geringer. Einige Kolonien sind bereits jetzt um die Hälfte reduziert.
Die Aussichten sind düster. Würde das gesamte Eis der Antarktis schmelzen, stiege der Meeresspiegel um rund 70 Meter. Die Auswirkungen weltweit wären katastrophal.
Als extreme Kälteregion ist die Antarktis so etwas wie die Klimaküche für die Welt. Erwärmt sie sich schnell, hat das drastische Auswirkungen auf das Wetter und das Klima auf der ganzen Welt. Wissenschaftler konnten bereits ein erstes Abtauen der Polkappe nachweisen.
Zum Schutz der Antarktis gibt es den so genannten Antarktisvertrag. Er trat 1961 in Kraft, galt zuerst bis 1991 und wurde später bis 2041 verlängert.
Diese internationale Übereinkunft aus der Zeit des Kalten Krieges ist einmalig. Sie sieht vor, die Antarktis ausschließlich friedlich, vor allem aber für wissenschaftliche Zwecke zu nutzen. Außerdem untersagt der Vertrag Gebietsansprüche.
Im Jahr 1991 wurde der Antarktisvertrag durch das Umweltschutzprotokoll ergänzt.
Derzeit gibt es mehr als 50 Forschungsstationen auf dem antarktischen Kontinent. Davon sind 37 ganzjährig besetzt.
Im Sommer leben rund 4000 Menschen hier. Damit hat die Antarktis die geringste Infrastruktur und die niedrigste Bevölkerungsdichte weltweit.
In den letzten Jahren haben nicht nur Forscher Gefallen an der extremen Naturschönheit gefunden. Immer mehr Touristen kommen, um die Antarktis zu bewundern. So stieg die Besucherzahl von 1000 in der Saison 1990/91 auf 14.000 in der Reisezeit 2002/03.
Reiseveranstalter müssen strenge Umweltschutzauflagen beachten. Ein Ausflug aufs Eis oder direkt aufs Festland beispielsweise ist auf zwei Stunden begrenzt.
Touristen dürfen nur gekennzeichnete Wege betreten. Von Tieren müssen sie sich mindestens fünf Meter fernhalten.
Krach ist verboten, rote Kleidung aufgrund ihrer Signalwirkung empfohlen.
Die Tiere haben stets Wegerecht. Sie zeigen sich meist eher unbeeindruckt von menschlichem Besuch.
Der erreicht den Kontinent seit Dezember 2007 über die neu gebaute Wilkins-Landebahn.
Durch die Witterung und die fehlende Infrastruktur ist eine Reise in die Antarktis eine kostspielige und aufwendige Angelegenheit, die aber durchaus ihren Reiz haben kann.
Trotz der strengen Auflagen bringt jedoch auch der Antarktis-Tourismus Probleme für die Region mit sich. Jeder Tourist sollte daher seinen Reiseanbieter sowie seine Reiseabsichten genau prüfen.
Die empfindlichen Ökosysteme der Antarktis zu bewahren, ist natürlich weltweit von Interesse. Schließlich nehmen sie maßgeblich Einfluss auf das globale Klima.
Seit 1983 steht die Erhaltung des Kontinents mit seiner Tier- und Pflanzenwelt daher auf der Tagesordnung der Vereinten Nationen. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, muss noch viel getan werden.
An die nicht untergehende Sonne im antarktischen Sommer von Dezember bis Februar ...
... und die langen Polarnächte von Juni bis August haben sich die tierischen Bewohner am Südpol gewöhnt. Aber ...
... hohe Ozonwerte, starke Erwärmung und Schmelze, ein sinkendes Nahrungsangebot und schwindenden Lebensraum werden sie nicht überleben. (Alle nicht gekennzeichneten Bilder: AP, dpa, Reuters)
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