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Das drittwichtigste Haustier: Die Biene

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Erschreckende Nachrichten kamen vor einigen Jahren aus den USA zu uns. Millionenfach und spurlos verschwanden die Bienen aus ihren Stöcken.

Erschreckende Nachrichten kamen vor einigen Jahren aus den USA zu uns. Millionenfach und spurlos verschwanden die Bienen aus ihren Stöcken.

Erschreckende Nachrichten kamen vor einigen Jahren aus den USA zu uns. Millionenfach und spurlos verschwanden die Bienen aus ihren Stöcken.

Die fleißigen Insekten, die wie die Ameise und die Wespe zu der Familie der Hautflügler gehören, waren einfach weg.

Zahlreiche Imker in den USA konnten ihren Augen nicht trauen, als sie nach dem Winter ihre Bienenstöcke öffneten und ins Leere starrten.

Das mysteriöse Verschwinden der Bienen gab Experten und Wissenschaftlern Rätsel auf. Bisher waren besonders die West- und die Ostküste der USA sowie Texas betroffen.

Die Suche nach dem Grund für das massenhafte Bienensterben läuft noch. Bisher kann jedoch nur spekuliert werden.

In den Medien wurde von "Bienen-Aids" gesprochen. Außerdem könnten Stress oder genveränderte Pflanzen für das Bienensterben verantwortlich sein. Milben wurden diesmal (2007) als Ursache ausgeschlossen.

Fest steht, dass die sonst sehr anpassungsfähige Honigbiene nun nicht mehr mitmacht. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass das Gleichgewicht der Natur enorm gestört ist.

Ein Name für das Phänomen in den USA ist bereits gefunden: "Colony Collapse Disorder" kurz CCD, bezeichnet die Störung, die zum Kollaps der Bienenvölker führt.

Die Symptome sind relativ eindeutig. Die erwachsenen Bienen verlassen einfach ihr Volk und sterben später weit weg in der Landschaft.

Die Bienenkönigin (meist mit einem farbigen Punkt gekennzeichnet) und junge Bienen werden von den Arbeiterinnen einfach im Bienenstock zurückgelassen. Sie sind damit dem Tode geweiht, da sie ohne die Hilfe der Arbeiterinnen verhungern.

Ein Bienenstock ist ein höchst komplexes Sozialgebilde, in dem maximal 100.000 Bienen leben. Im gut organisierten Bienenstaat herrscht reproduktive Arbeitsteilung, das heißt, jede Biene ist auf eine bestimmte, gemeinschaftserhaltende Arbeit spezialisiert.

Bienen brauchen die Gemeinschaft und können als Individuum nicht überleben. Ein Bienenvolk besteht aus einer Königin, Arbeitsbienen und Drohnen.

Nur die Königin legt Eier in Wabenzellen ab.

Ein befruchtetes Ei, das in einer Wabenzelle liegt, wird von den Arbeitsbienen mit einem Gemisch aus Pollen und Honig ernährt.

Aus diesem Ei entstehen nach 21 Tagen die Arbeitsbienen, die mit 30.000 bis 70.000 Stück den größten Anteil in einem Bienenstaat ausmachen.

Die Arbeitsbienen werden ungefähr 45 Tage alt. Ihre Aufgaben im Bienenstaat sind vielfältig. Je nach Alter sind sie Putz-, Bau-, Wehr-, Trachtbienen oder Ammen für die Larven.

Andere weibliche Eier werden von der Königin in sogenannte Weiselwiegen, das sind tönnchenförmige Wachszellen, gelegt.

Der Boden der Weiselwiegen wird mit Gelee Royal bedeckt, so dass die heranwachsende Königin nie Mangel leidet.

Nach 16 Tagen schlüpft aus einer verdeckelten Weiselwiege eine Königin. Diese tötet sofort alle anderen Königinnenlarven. Die Königin ist mit ungefähr 18 mm wesentlich größer als die Arbeiterinnen. Ihr Körper ist länger und spitzer.

Sechs Tage nach dem Schlüpfen geht die Königin auf Hochzeitsflug, auf dem sie sich fünf bis sechs Mal mit mehreren Drohnen vereinigt. Danach beginnt ihr vier- bis fünfjähriges Leben als Eierlegerin. In dieser Zeit verlässt die Königin nie wieder ihren Stock und legt durchschnittlich ein Ei pro Minute.

Aber nicht nur befruchtete, sondern auch unbefruchtete Eier werden von der Bienenkönigin in die Wabenzellen gelegt. Auch diese werden von Arbeiterinnen mit einem Pollen-Honig-Gemisch gefüttert.

Nach 24 Tagen schlüpfen die männlichen Bienen, die sogenannten Drohnen. Diese sind größer und haariger als die Arbeitsbienen, haben einen eckigeren Leib und größere Augen. Drohnen besitzen keinen Stechapparat.

Drohnen sind die einzigen Männchen im Bienenstock. In einem Bienenvolk leben nur einige hundert Drohnen. Ihre Aufgabe ist es, die Königin zu besamen. Sie werden deshalb im Stock geduldet und von den Arbeiterinnen versorgt.

Nur wenigen Drohnen gelingt die Besamung der Königin. Diese sterben aber nach dem Akt. Die anderen Drohnen werden nach dem Hochzeitsflug der Königin nicht mehr zurück in den Bienenstock gelassen bzw. als unnütze Esser hinausgeworfen. Auch sie sterben.

Die meisten Arbeiterinnen sind - je nach Lebensalter - emsig damit beschäftigt, ihre Rüssel in Blütenkelche zu stecken,...

... um den süßen Nektar herauszusaugen. Beim Nektarsammeln werden die Blüten der Pflanzen quasi nebenbei bestäubt. Die Pflanzen können erst jetzt Früchte ausbilden.

Aus diesem Grund liegt der landwirtschaftliche Stellenwert der Biene als Haustier auf Platz drei. 80 bis 90 Prozent aller Obst- und Gemüsearten, aber auch Futterpflanzen werden von Bienen bestäubt.

Der süße, goldgelbe Honig, der direkt aus dem Bienenstock gewonnen wird, spielt in Bezug auf die landwirtschaftliche Stellung der Biene nur eine untergeordnete Rolle.

Auch das Bienenwachs, das vielfältig eingesetzt werden kann, ist nur ein "Nebenprodukt" der Biene.

Indirekt steckt also in jedem Burger die Arbeit von fleißigen Bienen. Der von Bienen erwirtschaftete Wert wird von Forschern allein für die USA auf rund 18 Mrd. US-Dollar geschätzt.

Aus diesem Grund schrillen die Alarmglocken in den USA sehr laut. Zunächst erleiden die Imker einen großen wirtschaftlichen Verlust durch das Bienensterben.

Außerdem sind alle in der Landwirtschaft arbeitenden Menschen direkt vom Bienensterben betroffen. Die Mandelbauern zahlen schon jetzt hohe Preise an Imker, die mit ihren Bienenstöcken direkt zu den Plantagen reisen.

Auch der Endverbraucher wird vom Bienensterben in den USA betroffen sein, denn je weniger Blüten bestäubt werden, umso knapper und damit umso teurer werden Obst und Gemüse.

Die Lage in den USA ist ernst. Die Population der Biene kann sich nur erholen, wenn die Ursache für das Bienensterben schnell gefunden und darauf entsprechend reagiert werden kann. (Text: J. Köhler, Bilder dpa, AP)

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