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Freitag, 26. Juni 2015

Mers noch tödlicher als Sars : Die Gefahr der neuen Coronaviren

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Es war ein Virus, das die Welt noch nicht kannte: ...

Es war ein Virus, das die Welt noch nicht kannte: ...

Es war ein Virus, das die Welt noch nicht kannte: ...

Im Juni 2012 starb ein Mann in Großbritannien an einer schweren Atemwegserkrankung. Er war aus Saudi-Arabien auf die Intensivstation eines Londoner Krankenhauses verlegt worden. Der Mann litt an einer ...

... atypischen Lungenentzündung und seine Nieren arbeiteten nicht mehr. Ähnlich erging es im September 2012 einem Mann aus Katar. Auch er war zur Weiterbehandlung nach London gekommen. Wie bei dem ersten Patienten, so wurde ...

... auch bei diesem ein bislang unbekanntes Coronavirus nachgewiesen. Bis Ende November 2012 waren neun Erkrankungsfälle mit dem neuen Virus gemeldet worden. Fünf der Betroffenen waren bereits verstorben. Alle Fälle ...

... hatten ihren Ursprung auf der Arabischen Halbinsel oder im Nahen Osten. So kam das neue Virus ...

... zu seinem Namen: Es wurde "Nahost-Atemwegssyndrom-Coronavirus" genannt, auf Englisch "Middle East respiratory syndrome coronavirus", abgekürzt Mers. Infizierte Reisende brachten es auch in andere Länder wie Thailand oder ...

... Südkorea. Seit 2012 sind offiziellen Zahlen zufolge ...

... gut 1300 Menschen an Mers erkrankt, die meisten auf der arabischen Halbinsel. Mehr als 450 Patienten starben an der Infektion.

Coronaviren an sich sind schon lange bekannt. Es gibt sie unter ...

... Säugetieren, ...

... Fischen und ...

... Vögeln und sie führen zu jeweils sehr unterschiedlichen Erkrankungen.

Die für den Menschen typischen Coronaviren rufen Erkältungskrankheiten hervor. Doch die Krankheitsfälle von 2012 ...

... wiesen auf neuartige Coronaviren hin: Entweder war ein bekanntes Coronavirus mutiert oder eine Virusart, die bisher nur Tiere befallen hatte, war auf den Menschen übergesprungen.

Dieses Phänomen kannten Virologen: Zehn Jahre zuvor, 2002, hatte ein anderes neues Coronavirus von Südchina ausgehend eine Pandemie ausgelöst: Sars war die erste Kontinente überschreitende Infektionskrankheit des 21. Jahrhunderts (rot: damals von Sars betroffene Staaten, schwarz: Staaten, in denen Menschen an Sars starben).

Auch bei Sars litten die Betroffenen an einer atypischen Lungenentzündung. Innerhalb eines halben Jahres starben 1031 Menschen an dem Virus. Sars steht für "schweres akutes respiratorisches Syndrom".

Nach und nach kam man dem Sars-Virus auf die Schliche. Man vermutet, dass hier ein Coronavirus die Artenbarriere überschritten hat und ...

... von Zibetkatzen auf den Menschen übergegangen ist. In Südchina werden die Schleichkatzen ...

... als Delikatesse verzehrt (hier im Bild: im Kampf gegen Sars konfiszierte, tiefgekühlte Zibetkatzen). Doch auch von ...

... Fledermäusen, den Hufeisennasen, könnte das Sars-Virus möglicherweise übertragen werden. Auch sie kommen in China gelegentlich auf den Teller. Ihr Kot findet in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) Verwendung.

Laut WHO kommen auch Kakerlaken als Überträger des Sars-Virus infrage - ohne dass man sie verspeist. Die Tierchen transportieren das Virus einfach munter von einem Ort zum andern.

Sars-Viren sind recht überlebensfähig. Außerhalb des menschlichen Körpers bleiben sie bis zu 24 Stunden aktiv. Eine Ansteckung ist ...

... über Tröpfchen beim Niesen und Husten auch von Mensch zu Mensch möglich.

Sars ist seit 2003 nicht wieder aufgetreten. Dafür gibt es nun ...

... das weniger ansteckende, aber offenbar mit einer höheren Sterblichkeitsrate verbundene Mers.

Gut 35 Prozent der mit dem Mers-Virus infizierten Patienten sind daran gestorben. Sars dagegen fiel etwa jeder zehnte Betroffene zum Opfer.

Hauptwirte für das Mers-Virus sind Dromedare. Da sind sich die Experten inzwischen ziemlich sicher. Den Kontakt mit diesen Tieren sollte man bei einem Aufenthalt auf der Arabischen Halbinsel daher meiden. Auch sollte man keine rohen Dromedar-Produkte verzehren. Zusätzlich wird Mers, wie auch Sars, von Mensch zu Mensch weitergegeben.

Gegen Mers gibt es keine Medikamente. Auch die Möglichkeit einer Impfung besteht bislang nicht. Behandelt werden die Symptome.

Die hohe Sterblichkeitsrate, mit der Mers einhergeht, bereitet Experten Sorge. Außerdem könnte das Virus weiter mutieren und sich noch besser an den Menschen anpassen. Damit würde die Ansteckungsgefahr beim Kontakt mit Infizierten noch weiter wachsen.

Doch neben Mundschutz, der die Tröpfchenübertragung erschwert, gibt es noch eine weitere Präventionsmaßnahme: ...

Mers-Viren mögen keine Seife. In Mers-gefährdeten Ländern sollte man daher von einer einfachen Maßnahme regelmäßig Gebrauch machen: ...

Händewaschen kann schützen. (asc)

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