Bilderserie
Samstag, 28. April 2007

Weltweit gefürchtet und bekämpft: Die Ratte

Bild 1 von 78
Es gibt kaum noch einen Ort der Welt, ....

Es gibt kaum noch einen Ort der Welt, ....

Es gibt kaum noch einen Ort der Welt, ....

... an dem sie nicht zu finden ist:

Die Ratte, ...

... von Wissenschaftlern auch Rattus genannt.

Ob in New York, ...

... Moskau, ...

... Mexiko, ...

... Alaska ...

... oder in Hamburger Parkanlagen:

Ratten gibt es überall.

Mal mehr (wie hier in Bogota), ...

...mal weniger gern vom Menschen gesehen (wie hier in Bangladesch).

Auch dieses Altersheim in Kalifornien wurde von Ratten heimgesucht.

Eine kletterte in den Mund des an Demenz erkrankten 90-jährigen Sigmund Bock, wo sie starb.

Sogar im Essen sind sie gelegentlich zu finden.

Der Assistenztrainer der Dallas Cowboys, Todd Haley, fand nach eigenen Angaben eine tote Ratte in einem Salat von McDonald's.

Und auch auf dem Klo sitzt es sich nicht immer entspannt.

Ist es doch für Ratten ein Leichtes, durch Kanalisation und Abwasserrohre ihren Weg zu finden.

Trotz solcher Gruselgeschichten:

Gemeinhin sind Ratten für den Menschen nicht direkt gefährlich.

"Ratten führen eine friedliche Koexistenz mit Menschen", sagt die Schädlingsexpertin Karolina Bauer-Dubau vom Berliner Institut für Tropenmedizin.

"Sie würden nicht angreifen."

Als Keimträger sind die Tiere allerdings nicht zu unterschätzen.

So können sie über Kot und Urin, die sich mit Straßenstaub mischen, ...

... Viren und Bakterien übertragen.

Sie verbreiten Bakterien wie Salmonellen und Listerien, ...

... die Magen-Darm-Erkrankungen hervorrufen.

Auch eine Leptospirose-Infektion, die zu Fieber, Kopfschmerzen und Schleimhautentzündungen führen kann, ....

... ist durch Ratten möglich.

Ein weiteres Problem:

Ratten haben auch Parasiten wie Milben und Flöhe.

"Die Fälle von Rattenmilben-Befall sind in fünf Jahren deftig angestiegen", berichtet Bauer-Dubau.

Über den Rattenfloh, der durch seinen Biss auch Menschen infizieren kann, ....

... können Ratten indirekt die Pest übertragen.

Freilebende Ratten sind ebenfalls Wirte für verschiedene Borrelienarten, die dann beispielsweise von Zecken auf Tier und Mensch übertragen werden können.

Groß sind auch die Schäden in der Landwirtschaft durch Ratten.

Rattenplagen können ganze Ernten zunichte machen ...

... und Existenzen bedrohen.

Ratten werden daher auch weltweit ...

... erbittert verfolgt.

Dabei sind Ratten allerdings wahre Spezialisten auf dem Gebiet des Überlebens.

In Notzeiten können sie sich von den abenteuerlichsten Dingen ernähren.

Dann verschmähen sie auch Seife, Leder, Papier, Textilien und Holz nicht ...

.... und greifen sogar auf tierische Kost wie Würmer, Insekten und kleine Vögel zurück.

In der Regel aber ziehen sie vegetarische Lebensmittel vor.

Was die Bekämpfung der Ratten auch so schwierig macht:

Die Tiere sind extrem fruchtbar.

Bereits im Alter von etwa sechs Wochen tritt bei ihnen die Geschlechtsreife ein.

Domestizierte Rattenweibchen können schon mit fünf Wochen geschlechtsreif sein.

Im Jahr kommt ein freilebendes Rattenweibchen auf bis zu acht Würfe, ...

... pro Wurf sind es etwa fünf bis achtzehn Junge.

Bei Nahrungsmittelknappheit kann das Weibchen auch den Samen speichern oder bei Schwangerschaft die Föten zurückbilden.

Neben der Hausratte (Rattus rattus), bei der der Schwanz länger ist als der Körper, ...

... ist in Europa vor allem die Wanderratte (Rattus norvegicus) verbreitet.

Diese wird bis zu 26 Zentimeter lang, ihr Schwanz ist meist kürzer als der Rumpf.

Die Bisamratte (Ondatra zibethicus) hält sich auch gerne in europäischen Gewässern auf.

Ihrem Namen zum Trotz gehört sie allerdings zu den Wühlmäusen und ist deren größter lebender Vertreter.

Die Mehrzahl der Rattenarten lebt indes verborgen in tropischen Wäldern.

Wikipedia listet 56 Arten weltweit auf.

Von der Riesen-Ratte in Afrika, ....

... über die afrikanische braune Ratte, die als Hauptüberträgerin des Lassa-Fiebers gilt, ....

... bis hin zur Känguruh-Ratte.

Dann gibt es noch den so genannten Rattenkönig. Dieses Phänomen existiert vor allem unter Hausratten. Als Ursache für die Entstehung geben manche Quellen an, dass sich die Schwänze einer ganzen Anzahl von Tieren verknoten ...

... und die Tiere anschließend durch Blut, Schmutz und Exkremente zusätzlich an Beinen und Flanken verkleben. In der Folge sollen die Tiere untrennbar an den Schwänzen verwachsen, die vielfach gebrochen sind.

Trotz ihres schlechten Rufs sind Ratten extrem gelehrige Tiere und erfreuen sich durchaus einer gewissen Popularität.

Allein in Deutschland gibt es etwa 80.000 Rattenbesitzer mit insgesamt rund 250.000 Ratten.

Da Ratten einen ausgeprägten Geruchssinn besitzen, werden sie zunehmend auch zum Erschnüffeln von Sprengstoff eingesetzt.

Diese gambische Riesenhamsterratte trägt ein eigens für sie hergestelltes kleines Geschirr und soll in Mosambik Minen suchen.

Ihr Vorteil: Die Ratten sind zu leicht, um eine Mine zur Detonation zu bringen.

Auch in Kolumbien helfen Ratten der Polizei dabei, Sprengstoff aufzuspüren.

Selbst in der Modewelt müssen Ratten schon herhalten - hier bei einer Modenschau in Australien.

Für Laborversuche wird ebenfalls immer wieder auf Ratten zurückgegriffen, ...

... was viele von ihnen allerdings nicht lange überleben.

Auch in Literatur und Film kommen immer wieder Ratten vor, wobei die Tiere oft nicht gut abschneiden.

George Orwell ließ seinen Helden Winston Smith in "1984" grausam foltern - indem er ihn mit einer Ratte den berüchtigten Raum 101 teilen ließ.

Auch in "Missing in Action" soll Chuck Norris mit einer Ratte gefoltert werden. Doch er ist schneller und bricht ihr mit seinen Zähnen das Rückgrat.

In Vietnam und auch Kambodscha sieht man noch einen anderen Verwendungszweck für Ratten:

Hier werden sie auf Märkten als Nahrung feilgeboten und gelten als Delikatesse. (Alle Fotos: AP und dpa, Text: Gudula Hörr)

weitere Bilderserien