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Samstag, 05. August 2017

Nicht nur über der Elbe: Die Seeadler sind zurück

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Nur in bestimmten Regionen wie Feuchtgebieten sei bleihaltige Munition bereits verboten. (Text: Peer Körner, dpa) (Foto: imago/blickwinkel)

Nur in bestimmten Regionen wie Feuchtgebieten sei bleihaltige Munition bereits verboten. (Text: Peer Körner, dpa)

Die Schutzprojekte für den Seeadler sind eine Erfolgsstory des Naturschutzes.

Hunderte Paare des fast ausgerotteten Greifvogels brüten wieder in Deutschland - auch an der Elbe, etwa bei Bleckede in Niedersachsen.

Einer von ihnen gleitet über die Bäume am Ufer, ein zweiter folgt. Rasch gewinnen die Vögel an Höhe.

Der weiße Schwanz verrät: Es sind ausgewachsene Tiere.

"Die Elbe ist in den vergangenen Jahren wieder zu einem fischreichen Fluss mit einem großen Spektrum an Fischarten geworden", sagt Franz Höchtl, stellvertretender Leiter des Biosphärenreservats Niedersächsische Elbtalaue.

"Da sich die Seeadler zu einem großen Teil von Fischen ernähren - daneben von Wasservögeln und im Winter auch Aas ...

... ist ihr Tisch entsprechend reich gedeckt", erläutert der Agrarbiologe.

Lars Lachmann, Vogelexperte beim Naturschutzbund (Nabu) in Berlin, geht inzwischen von bundesweit über 700 Brutpaaren aus.

Hinzu komme wahrscheinlich noch eine vierstellige Zahl nicht brütender Vögel der größten einheimischen Greifvogelart.

"Seit den 60er-Jahren hat sich der Bestand mehr als verzehnfacht."

Damals habe es in der Bundesrepublik nur noch vier Paare gegeben, in der DDR etwa 60.

Zur Erholung haben das Verbot des Insektizids DDT und die Unterschutzstellung der Greifvögel entscheidend beigetragen.

Gut 80 Prozent des deutschen Bestandes leben im Nordosten, mehr als 360 Brutrevierpaare waren es 2015 allein in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Bestandstendenz sei weiter leicht steigend, heißt es im Umweltministerium.

"Bei uns in Mecklenburg-Vorpommern sind die Seeadler hauptsächlich in den Großseenlandschaften mit ausgedehnten Waldstrichen und hohem Gewässeranteil zu Hause", sagt Minister Till Backhaus in Schwerin.

"Zunehmend werden aber auch die großen Flusstäler von Peene, Trebel und Recknitz sowie das Hinterland der Küste, wie beispielsweise auf der Insel Usedom, besiedelt."

"Die Gefährdung besteht weiter in illegaler Verfolgung", sagt Lachmann. Jedes Jahr würden bundesweit im Mittel acht getötete Seeadler gefunden.

"Dazu kommen Horstzerstörungen wie sie in letzter Zeit leider in der Umgebung von geplanten Windkraftanlagen zunehmend vorkommen."

Auch an fertiggestellten Anlagen komme es regelmäßig zu Todesfällen.

"Häufige Todesursache von tot aufgefundenen Seeadlern ist die Bleivergiftung", ergänzt der Nabu-Experte.

"Weil die Adler auch angeschossene Tiere erbeuten oder Aas zu sich nehmen, verschlucken sie dabei häufig Schrotkugeln."

Sei die Munition nicht bleifrei, so führe dies über kurz oder lang zum Tod.

Nur in bestimmten Regionen wie Feuchtgebieten sei bleihaltige Munition bereits verboten. (Text: Peer Körner, dpa)

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