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Feldhamster und Feuersalamander: Die Tiere des Jahres 2016

Von Jana Zeh

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Ob Wildtier, ... (Foto: imago/blickwinkel)

Ob Wildtier, ...

Ob Wildtier, ...

... Lurch oder ...

... Schmetterling: In jedem Jahr werden von verschiedenen Institutionen und Vereinen die Tiere des Jahres auserkoren, ...

... um das Bewusstsein gegenüber den Auserwählten und ihren Lebensräumen zu erhöhen. Vor allem, wenn die Tiere selten geworden sind und besonderen Schutz benötigen, aber auch, ...

... wenn sie so alltäglich sind, dass sie kaum noch wahrgenommen werden.

Auch für 2016 haben es viele Bekannte in die Liste der Tiere des Jahres geschafft.

Der Feldhamster (Cricetus cricetus) ist zum "Tier des Jahres 2016" auserwählt - und das nach 1996 bereits zum zweiten Mal.

Die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild will damit nochmals hervorheben, wie gefährdet der kleine Nager ist.

Dabei waren die possierlichen Tiere einst so weit verbreitet, dass sie auf Feldern große Schäden anrichteten und deshalb bekämpft und gejagt wurden. Für die Felle der Tiere bekam man in der DDR sogar Prämien gezahlt.

Noch 1966 wurden in den volkseigenen Erfassungs- und Aufkaufbetrieben für tierische Rohstoffe über eine Million Hamsterfelle verarbeitet.

Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Seit Jahrzehnten nimmt der Bestand der Tiere, die als Einzelgänger unterirdisch in ihrem eigenen Bau leben, bundesweit dramatisch ab.

Die Umstellung auf die intensive Produktion in der Landwirtschaft macht der Art zu schaffen. Durch die schweren Maschinen werden die Böden einerseits tiefer umgearbeitet und andererseits verdichtet.

Auch der steigende Einsatz von Bioziden und Gülle macht dem Hamster das (Über-)Leben schwer.

Den Hauptgrund sehen Tierschützer allerdings darin, dass Äcker immer früher und immer gründlicher abgeerntet werden. Damit wird den Hamstern nicht nur ihr Rückzugsraum und Schutz genommen, sie finden zudem im Herbst nicht mehr genügend Futter, um den Winter zu überleben.

Weil er zu den farbenfrohesten Vögeln in Deutschland zählt, wurde der Stieglitz (Carduelis carduelis) zum Vogel des Jahres 2016 gewählt.

Auch für diesen Singvogel wird es durch die Intensivierung der Landwirtschaft und die Bebauung von Brachflächen eng.

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) haben sich für den Stieglitz entschieden, weil er "der perfekte Botschafter für mehr Artenvielfalt und Farbe in Agrarräumen und Siedlungsbereichen" sei.

Der Stieglitz wird oftmals auch als Distelfink bezeichnet. Und damit zum nächsten Jahrestier: ...

... Es ist mit seinen leuchtend gelben Flecken ein echter Hingucker: Der Feuersalamander (Salamandra salamandra) ist der Lurch des Jahres 2016.

Jeder Feuersalamander hat ein anderes Muster. Die auffälligen Flecken sollen Fressfeinde vor ihrem Gift warnen.

Tatsächlich sondern die Tiere aus den über dem Körper verteilten Hautdrüsen Gift ab, das für Feinde beim Verschlucken tödlich sein kann und gleichzeitig die Tiere vor Infektionen schützt. Für die menschliche Haut ist das Gift jedoch ungefährlich.

Dennoch sind die Feuersalamander gefährdet. Zum einen durch immer weiter schrumpfende Lebensräume und zum anderen durch einen Hautpilz, der bereits in den Niederlanden und Belgien ganze Salamander-Bestände ausgelöscht hat.

Übrigens: Als Comicfigur hat der Feuersalamander eine lange Tradition. Der deutsche Schuhhersteller Salamander brachte 1937 das erste Lurchi-Heft heraus, um die unruhigen Kinder der Kunden beim Einkauf zu beschäftigen.

Zum Fisch des Jahres ist der Hecht (Esox lucius) ernannt worden. Der Raubfisch ist einer der größten und bekanntesten Arten in heimischen Gewässern.

Der unverwechselbare Körperbau mit den nach hinten gebogenen Zähnen macht den Fisch zu einem hervorragenden Jäger.

Auch wenn die Art nicht gefährdet ist, ist ein Rückgang der Bestände zu beobachten, denn auch dem Hecht gehen Lebensräume verloren.

Vom großen Hecht zum winzigen Dunkelbraunen Kugelspringer (Allacma fusca). Das Tier, das weder hübsch noch gefährdet ist, hat es trotzdem zum Insekt des Jahres geschafft. Warum?

Der höchstens vier Millimeter große Dunkelbraune Kugelspringer mit seinem schütteren Haar ist der perfekte Botschafter für einen gesunden Boden, der eine Grundlage für das Leben ist.

Das Urinsekt fühlt sich bei Trockenheit in Waldböden wohl. Als Fresser von pflanzlichen und tierischen Zerfallsstoffen trägt er selbst zur Bodenfruchtbarkeit und Humusbildung bei.

Dort, wo sich viele Dunkelbraune Kugelspringer aufhalten, ist der Boden gesund. Wesentlich schöner anzusehen ...

... ist der Schmetterling des Jahres: der Stachelbeerspanner (Abraxas grossulariata). Der manchmal auch als (Stachelbeer-)Harlekin bezeichnete Nachtfalter bildet nur eine Generation im Jahr.

Die Raupen des Stachelbeerspanners ernähren sich von Stachelbeer- und Johannisbeerblättern, aber auch von Laubgehölzen wie Schlehe, Hasel oder Weißdorn. Aus diesem Grund wurde der Falter lange Zeit als Schädling bekämpft.

Da auch der Bestand der Stachelbeerspanner immer weiter zurückgeht, hat der Bund für Umwelt und Naturschutz e.V. (BUND) den Falter zum Schmetterling 2016 gewählt.

Die Gemeine Binsenjungfer (Lestes sponsa) wurde zur Libelle des Jahres 2016 gekürt. Man wolle darauf aufmerksam machen, dass die Vielfalt der Libellenarten bedroht sei, so der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen zur Begründung. Im Süden Deutschlands gehe der Bestand des grün-metallischen Insekts nachweislich zurück. (Weibchen der Gemeinen Binsenjungfer)

Die rund vier Zentimeter lange Gemeine Binsenjungfer benötigt Gewässer mit ruhigem Wasserstand, um zu überleben. Diese werden jedoch laut den Naturschützern aufgrund des Klimawandels immer seltener. Zudem würden viele Teiche, Seen und Tümpel austrocknen. "Die Gemeine Binsenjungfer ist eine Frühwarnerin vor den Auswirkungen des Klimawandels", sagte Nehle Hoffer, Libellen-Expertin des BUND. (Männchen der Gemeinen Binsenjungfer)

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