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Viel Eiter und faule Zähne, wenig Marke: Die abstoßendsten Zigarettenschachteln der Welt

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Seit etwa zwei Jahren dürfen nur noch Packungen in einheitlichem Design verkauft werden, auf denen vor den Gefahren des Rauchens gewarnt wird.  "Lassen Sie Kinder nicht Ihren Rauch einatmen", heißt es über einem der harmloseren Motive. (Foto: REUTERS)

Seit etwa zwei Jahren dürfen nur noch Packungen in einheitlichem Design verkauft werden, auf denen vor den Gefahren des Rauchens gewarnt wird. "Lassen Sie Kinder nicht Ihren Rauch einatmen", heißt es über einem der harmloseren Motive.

Im Kampf gegen das Rauchen setzt Australien auf Abschreckung.

Seit etwa zwei Jahren dürfen nur noch Packungen in einheitlichem Design verkauft werden, auf denen vor den Gefahren des Rauchens gewarnt wird. "Lassen Sie Kinder nicht Ihren Rauch einatmen", heißt es über einem der harmloseren Motive.

Auf anderen Schachteln wird vor Mundkrebs ...

... oder Erblindung gewarnt.

Die Marken dürfen nur noch klein auf das Päckchen gedruckt werden.

Die Marketingvorgaben für Tabakkonzerne entsprechen den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation.

"Warnung: Zigaretten machen abhängig": Auch die US-Regierung verschärfte daraufhin ihre Maßnahmen im Kampf gegen das Rauchen. Auch setzt man auf die Verwendung abschreckender Bilder auf Zigarettenschachteln.

Bereits im Sommer 2009 hatte US-Präsident Barack Obama das strenge Tabakgesetz unterschrieben, ...

... das die Bürger vor irreführender Werbung und Tricks der Tabakindustrie schützen soll.

Das Gesetz sieht vor, dass neben den schriftlichen Warnhinweisen, die auch Rauchern in Deutschland bestens bekannt sein dürften, ...

... seit vergangenem Herbst mindestens die Hälfte von Vorder- und Rückseite US-amerikanischer Zigarettenschachteln von zum Teil schockierenden Bildern und Grafiken bedeckt sein muss. ("Rauchen verursacht tödlichen Lungenkrebs")

Die verwendeten Bilder zeigen unter anderem eine Leiche ("Warnung: Rauchen kann tödlich sein"), ...

... eine von Tumoren besetzte Lunge ("Warnung: Zigaretten verursachen tödliche Lungenkrankheiten") und vom Tabakrauch zerstörte Zähne.

Auch in der Tabakwerbung müssen - wie hier in Kanada - die Bilder prominent platziert werden. ("Zigaretten verursachen Mundkrankheiten")

US-Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius spricht von den "härtesten und effektivsten Warnhinweisen auf Gesundheitsgefährdung durch Tabak in der Geschichte des Landes."

In den USA sterben jedes Jahr schätzungsweise 443.000 Menschen an den Folgen des Rauchens.

"Diese nationale Tragödie zu bekämpfen, muss eines unserer obersten Ziele im Gesundheitswesen sein", meint auch die US-Gesundheitsbehörde FDA.

Zu den Maßnahmen der US-Regierung gehören nicht nur abschreckende Bilder auf den Packungen nach kanadischem Vorbild.

... und verpflichtet die Tabakindustrie, genaue Angaben über die Inhaltsstoffe der Glimmstängel zu machen. ("Rauchen ist äußerst süchtigmachend, fangen Sie gar nicht erst an")

In Kanada sehen die Zigarettenpäckchen inzwischen aus wie Tablettenschachteln. Wer den Text liest, wird aber schnell aufgeklärt: "Warnung: Zigaretten verursachen Lungenkrebs. 85 Prozent aller Lungenkrebserkrankungen werden durch Rauchen verursacht. 80 Prozent der Betroffenen sterben innerhalb von drei Jahren."

Ob die Bebilderungen auf den Schachteln einen langfristigen Effekt auf das Verhalten der Raucher haben, ist noch nicht erforscht.

Die Tabakkonzerne machen sich Mut und erwarten, dass die neuen Schachteln die Raucher nicht abschreckten werden.

"Sie werden weiter die Marken kaufen, die sie immer gekauft haben", sagte ein Sprecher von British American Tobacco (BAT) Australien.

"Die Menschen kennen seit 40 Jahren die Gesundheitswarnungen, wissen, dass es sich um ein sehr gefährliches Produkt handelt, und rauchen dennoch", so der BAT-Sprecher.

Nur geringe Ausstiegsabsichten äußern Raucher dagegen bei vergleichsweise harmlosen Darstellungen, wie zum Beispiel Zahnverfärbungen.

So weit wie Australien will die EU-Kommission aber nicht gehen.

Nach dem EU-Entwurf steht es den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union aber frei, sich Australien mit dem weltweit schärfsten Gesetz zum Vorbild zu nehmen.

Mindeststandard in der EU soll aber sein, dass 75 Prozent der Schachtel mit Warnungen aus Text und Fotos von kranken Körperteilen bedeckt sind.

Bevor die Vorschläge Gesetzeskraft erlangen, müssen die Regierungen der EU-Staaten und das Europäische Parlament zustimmen. Der Prozess könnte bis zu zwei Jahren dauern.

Und sollte es dann doch einmal soweit kommen, gibt es immer noch Mittel und Wege, ...

... die unerwünschten Stellen auf der Packung zu verdecken. Die Tabakindustrie hat da schon konkrete Ideen.

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