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Ein Nanogramm bis zum Tod: Die giftigsten Substanzen der Welt

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Schon Paracelsus wusste: "Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei." (Foto: Public Domain)

Schon Paracelsus wusste: "Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei."

Schon Paracelsus wusste: "Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei."

Kurz: Die Dosis macht das Gift.

Koffein zum Beispiel. Auch für Vieltrinker im alltäglichen Kaffee unbedenklich, was die Tödlichkeit angeht.

Es ist allerdings davon abzuraten, auf einen Rutsch 10 Gramm reines Koffein zu sich nehmen. Das ist nämlich die mittlere letale (tödliche) Dosis (kurz LD50) der Substanz für einen gesunden erwachsenen Menschen.

Aber keine Sorge. Geht man davon aus, dass eine Tasse Espresso (25 Milliliter) rund 25 Milligramm Koffein enthält, käme man auf 400 Tassen bis zur tödlichen Vergiftung.

Sehr viele Substanzen beenden das Leben schon, wenn man weitaus geringere Dosen zu sich nimmt. Wir haben eine Auswahl der giftigsten zusammengestellt.

Vergleichsweise harmlos in dieser Auflistung ist noch Quecksilber. 150 bis 300 Milligramm davon sind tödlich.

Die geringen Mengen, die in Elektrogeräten, Thermometern oder Leuchtstofflampen vorkommen können, sind nicht akut gefährlich.

Dennoch sollte man vorsichtig sein, wenn etwa ein altes Thermometer oder eine Leuchtstofflampe zerbricht, da die entstehenden Dämpfe nicht gesund sind.

Deutlich giftiger als Quecksilber ist Strychnin. 30-120 Milligramm des Alkaloids können für einen Menschen tödlich sein. Intravenös verabreicht genügt bereits eine Dosis von 10 Milligramm.

In der Natur kommt das Gift in der Rinde, den Blättern und den Samen der "Gewöhnlichen Brechnuss" vor, einer Baumart in Südostasien.

"Parathion" wird als Insektizid eingesetzt - in der EU ist es seit 2001 verboten.

Es ist im Volksmund auch als "Schwiegermuttergift" bekannt. Es gibt viele Berichte über Suizide und Morde, die mit diesem Gift durchgeführt wurden. Unnötig zu betonen, dass Parathion extrem giftig ist. Bereits drei bis fünf Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht können tödlich sein.

Zyankali ist wohl eines der bekanntesten Gifte. Es löst sich gut in Wasser auf, eigentlich bildet Zyankali aber farblose Kristalle.

Schon ab knapp 3 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht kann das Gift tödlich sein. (Im Bild eine letale Dosis Zyankali).

Blausäure - auch Cyanwasserstoff - kommt in geringen Dosen in der Natur vor. Zum Beispiel in den Kernen einiger Steinobstfrüchte wie Aprikosen.

Auch beim Rauchen von Tabak werden geringe Mengen an Blausäure freigesetzt.

Und Blausäure war das Gift der Nationalsozialisten: In mehreren NS-Vernichtungslagern wurde der Wirkstoff zum industriellen Massenmord eingesetzt.

Die letale Dosis liegt bei rund 1,5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Knollenblätterpilze enthalten sogenannte Amatoxine - hochgiftige Substanzen.

Das gamma-Amanitin ist für einen Menschen bei einer Dosis von 0,2-0,4 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht tödlich.

Bezogen auf getrocknete Pilze kann der Anteil von Amanitinen bis zu 5 Milligramm pro Gramm betragen.

Der ukrainische Politiker Wiktor Juschtschenko wurde 2004 Opfer eines Giftanschlags mit 2,3,7,8-Tetrachlordibenzodioxin - kurz: TCDD.

Seitdem ist er von einer Chlorakne gezeichnet, die Symptom einer solchen Vergiftung ist.

Wie tödlich TCDD für den Menschen genau ist, weiß man nicht. Das Gift wirkt auf Organismen sehr unterschiedlich. Für Hamster ist etwa ein Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht tödlich.

Für Meerschweinchen hingegen reicht bereits ein tausendentsel davon aus: ein Mikrogramm.

TCDD entsteht als unerwünschtes Nebenprodukt einiger chemischer Prozesse. 1976 etwa kam es im italienischen Seveso zu einem Unglück, bei dem eine unbekannte Menge des Gifts freigesetzt wurde. (Im Bild: Arbeiten nach dem Unglück).

Als Folge erkrankten insgesamt 200 Menschen in der Umgebung an schwerer Chlorakne. 1800 Hektar Land waren über Jahre hinweg vergiftet.

Wir nähern uns dem ultimativen Gift - noch sind wir nicht ganz da. Aber fast. Palytoxin wird von einigen Tieren wie der Krustenanemone freigesetzt.

Es gilt als eine der giftigsten organischen Substanzen - bei Mäusen bedeuten bereits 100 Nanogramm (0,0001 Milligramm) pro Kilogramm Körpergewicht das Aus.

Für Menschen schätzt man die tödliche Dosis zwischen 2 und 32 Mikrogramm.

Tetanus - auch Wundstarrkrampf - ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium "Clostridium tetani" verursacht wird.

Das wichtigste Toxin, das die Bakterien (im Bild) produzieren, heißt Tetanustoxin. Die Substanz schafft es auf Rang zwei der giftigsten Gifte.

Die letale Dosis beträgt 0,1 Nanogramm pro Kilogramm Körpergewicht (das sind 0,0000001 Milligramm).

Das Gift lässt sich aber durch Formalin unschädlich machen – so erhält man auch den Stoff für eine Tetanus-Impfung.

Kommen wir zu Platz eins: Nur ein Milligramm der giftigsten Substanz der Welt würde ausreichen, um eine Million Menschen zu töten.

Paradoxerweise ist das Gift in der Medizin allgegenwärtig.

Die Rede ist von Botulinumtoxin, bekannt als "Botox".

Medizinisch wird es nicht nur bei kosmetischen Anwendungen gebraucht. Vor allem werden Medikamente mit dem Gift zur Linderung von Bewegungsstörungen und Spastiken angewandt.

Die letale Dosis liegt bei 0,03 Nanogramm pro Kilogramm Körpergewicht. (0,00000003 Milligramm).

Botulinumtoxin gilt als eine der gefährlichsten Biowaffen, ein terroristischer Anschlag könnte verheerende Folgen mit hunderttausenden Toten haben.

Das Gift jedoch in einer solchen Konzentration herzustellen, wäre mit einem enormen Aufwand verbunden und nicht ohne weiteres möglich.

Für medizinische und kosmetische Anwendungen wird Botulinumtoxin nur sehr stark verdünnt produziert.

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