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Vermüllt, vergiftet, verseucht: Die schmutzigsten Flüsse der Welt

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Viele Tiere und ... (Foto: picture alliance / dpa)

Viele Tiere und ...

Viele Tiere und ...

... Pflanzen suchen die Nähe zum Fluss, ...

... dem Menschen sind die Flusssysteme dieser Erde wichtige Trink- und Nutzwasserspeicher.

Doch 80 Prozent der Weltbevölkerung leben im Einzugsbereich belasteter Flüsse.

Welcher Fluss der schmutzigste der Welt ist, lässt sich schwer messen. Es könnte der chinesische Jangtse sein. Mehr als 6300 Kilometer ist er lang und damit der längste Fluss Asiens.

Der Jangtse ist ein mächtiger Fluss. An seiner Mündung führt er mehr als 30.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde.

Doch auch solche Wassermengen sind nicht beliebig belastbar. Haus- und Industriemüll landen im Jangtse, ...

... Düngemittel und Pestizide, hochgiftige Chemikalien sowie ungeklärte Abwässer.

Mehr als 400 Millionen Menschen leben an den Ufern des Jangtse. Der Fluss versorgt 70 Prozent der chinesischen Reisanbaugebiete mit Wasser.

Doch Jahr für Jahr werden 30 Milliarden Tonnen Abfälle im Jangtse entsorgt.

Um den Ganges und seine Nebenarme ist es nicht besser bestellt.

Der heiligste Fluss der Hindus ist enorm verschmutzt.

Täglich gelangen 1,2 Millionen Kubikmeter Abwässer in den Ganges - und mit ihnen einiges an Gift.

Das Wasser des Ganges enthält hohe Konzentrationen an Cyaniden, Arsen, Blei, Zink, Chrom und Quecksilber.

Die Kolibakterien-Belastung im Ganges ist durch Fäkalabwässer gar 2000 Mal höher als in Indien erlaubt.

Hinzu kommen Kadaver und Leichenreste. Sie tragen verstärkt zur Ausbreitung von Cholera und Typhus bei.

Auch in den Yamuna, einen Nebenfluss des Ganges, werden unkontrolliert Industrie- und Privatabwässer eingeleitet.

Wenn der Yamuna nicht von Chemieschaum bedeckt ist, ...

... ist sein Wasser schwarz von Schwermetallen und Giften.

Der Yamuna gilt mittlerweile als toter Fluss.

Auch der Citarum in West-Java, Indonesien, wird oft als schmutzigster Fluss überhaupt bezeichnet. An seinen Ufern leben mehr als fünf Millionen Menschen.

Der Fluss spielt eine wichtige Rolle für das Leben in West-Java. Die Menschen nutzen ihn nicht nur für Fischerei, Industrie und Stromgewinnung, sondern ...

... auch zur Trinkwasserversorgung.

Ende 2011 wurde ein Programm zur Wiederbelebung des Citarum gestartet. Es ist auf 15 Jahre angelegt.

Ein Blick nach Südamerika: Den argentinischen Riachuelo bezeichnet die Umweltschutzorganisation WWF als "öffentliche Kloake". Ungeklärtes Abwasser von mehr als fünf Millionen zumeist in Armensiedlungen lebenden Menschen gelangt in den Riachuelo.

Noch dazu wird der Fluss, der in Buenos Aires in den Rio de la Plata mündet, als Mülldeponie missbraucht. Doch damit nicht genug. Der Riachuelo nimmt auch noch ...

... große Mengen giftiger Industrieabwässer auf.

Der Riachuelo stinkt, sein Wasser steht, Exkremente schwimmen darin und Kadaver.

Dort Schwermetalle nachzuweisen, ist ein Leichtes. Die Quecksilber-, Blei-, Chrom- und Kadmium-Werte liegen im Riachuelo weit über den zulässigen Grenzen.

Weiter im Norden, in den Flüssen Mexikos, sieht es nicht viel anders aus. Industrieabfälle vergiften die Flüsse des Landes. Hier im Bild beispielhaft der Santiago-Fluss in Juanacatlán.

Weiter geht es nach Afrika: Gut 7000 Kilometer Ölpipelines durchkreuzen dort das Nigerdelta. Die Pipelines sind zum Teil völlig veraltet. Lecks und berstende Bohrköpfe sind an der Tagesordnung. Nahezu dauerhaft läuft Öl aus.

So haben in den letzten 50 Jahren mehr als zwei Millionen Tonnen Rohöl das Nigerdelta verschmutzt.

Wichtige Lebensgrundlagen für die Bevölkerung (Fischerei, Landwirtschaft) wurden damit zerstört.

Die Lebenserwartung der im Nigerdelta lebenden Menschen ist im Vergleich zum Rest des Landes zehn Jahre geringer.

Eine Sanierung der Region würde 25 bis 30 Jahre dauern und bis zu einer Milliarde Dollar kosten.

Weltweit bringt die Verschmutzung der Flüsse die Trinkwasserversorgung von fünf Milliarden Menschen in Gefahr.

Auch die westlichen Industrieländer sind betroffen.

Die schöne blaue Donau zum Beispiel - in Baden-Württemberg und auch im bayerischen Passau eine wichtige Trinkwasserquelle - ...

... ist zwischen Österreich und Rumänien so verschmutzt, dass ihr Wasser dort nur selten zur Versorgung aufbereitet wird.

Noch stärker belastet allerdings sind in einigen ihrer Abschnitte die Flüsse Oder und ...

... Elbe. Schuld sind vor allem ...

... Industrie und Landwirtschaft. Doch auch ...

... Medikamentenrückstände bringen zunehmend Gewässer in Gefahr.

Wie 2010 die Studie eines internationalen Forscherteams ergab, ist der Zustand der Flüsse in den dicht besiedelten Gebieten der Erde besonders beunruhigend - folglich auch in nahezu ganz Europa und Teilen Nordamerikas.

Doch hier sind die Möglichkeiten der Wasseraufbereitung ganz andere als ...

... in den weniger reichen Regionen der Welt.

In den hier dunkelgrün markierten Ländern fließt viel Geld in die Verbesserung der Wasserqualität.

Gegen die Ursachen der Verschmutzung ist damit aber noch nichts getan.

Um die globale Wasserkrise zu entschärfen und das Menschenrecht auf Wasser langfristig umzusetzen, ist eines dringend nötig: ...

... der konsequente Schutz der Gewässer.

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