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Schauspiel über Asien: Drache verschluckt Sonne

 
Schauspiel über Asien: Drache verschluckt Sonne

Es war eine Sonnenfinsternis der Superlative, ...

... denn es war nicht nur die längste des Jahrhunderts, ...

... sondern sie überzog auch noch einige der meistbewohnten Gegenden der Welt.

Wahrscheinlich hat sie die größte Beobachterschar in der Geschichte der Menschheit unter sich versammelt.

Eine Sonnenfinsternis ähnlichen Ausmaßes ...

... haben die Astronomen erst wieder für das Jahr 2132 errechnet.

Das Himmelsereignis ...

... rief bei den Bewohnern der betroffenen Gebiete Asiens ...

... die unterschiedlichsten Reaktionen hervor.

Ein Sonderflug der Firma Cox and Kings hob von Neu Delhi Richtung Osten ab, um den Fluggästen eine direkte Beobachtung der Finsternis zu ermöglichen. (Hier eine Aufnahme aus dem Flugzeug.) Die 21 Sonnenseiten-Sitzplätze der Boeing 737-700 wurden für 79.000 Rupien (rund 1200 Euro) verkauft.

In Indien verschoben etliche Schwangere die für diesen Tag geplante Geburt per Kaiserschnitt. (Im Bild der Blick durch den Taj Mahal.)

Fünf Millionen Menschen ...

... nahmen im Heiligen Fluss Ganges ...

... während der Sonnenfinsternis ein Bad zur Seelenreinigung.

In Cafés im chinesischen Shanghai wurden spezielle Sonnenfinsternis-Frühstücke serviert.

Je nach Standort ...

... dauerte die Sonnenfinsternis unterschiedlich lange.

Das Maximum wurde mit sechs Minuten und 39 Sekunden über dem Pazifik erreicht.

Eine Sonnenfinsternis ist für die Menschheit seit jeher ein faszinierendes Ereignis.

Bei dem Phänomen schiebt sich der Mond zwischen Erde und Sonne ...

... und wirft damit einen Schatten auf die Erde. Von der Raumstation ISS aus ist dieser gut erkennbar.

In China wird das Ereignis traditionell so erklärt, dass ein Drache das Himmelsgestirn verschluckt.

In der hinduistischen Mythologie dagegen werden die Dämonen Rahu und Ketu für die Verfinsterung verantwortlich gemacht.

Der 22. Juli sei ein "sehr gefährlicher Moment im Universum", hatte der indische Astrologe Raj Kumar Sharma gesagt. "Wenn die Sonne, die Anführerin unter den Gestirnen, krank ist, dann bedeutet das, dass es auf der Welt große Probleme geben wird."

Das Verblassen der für alles Leben verantwortlichen Sonne zur Tageszeit wird vielerorts mit Krieg, Hunger und Naturkatastrophen in Verbindung gebracht.

Da der Pfad des Mondschattens so schmal ist, sind totale Sonnenfinsternisse an einem festgelegten Ort aber sehr selten. Durchschnittlich tritt an jedem Punkt der Erdoberfläche nur alle 360 Jahre eine totale Sonnenfinsternis ein. In Süddeutschland ist es 2081 wieder so weit.

Doch die nächste Sonnenfinsternis gibt es ...

... bereits im kommenden Sommer.

Sie ist für den 11. Juli 2010 errechnet.

Zu sehen ...

... ist sie dann allerdings nur im Südpazifik.

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