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Englands bekanntester Astrophysiker und wahrscheinlich einer der bekanntesten Wissenschaftler der Welt hat Geburtstag. Sein Scharfsinn wird als genial gerühmt, seine Neugier trägt faustische Züge.
Stephen Hawking, von den Fachkollegen wegen seiner Einsichten gern mit Albert Einstein vergleichen, wurde am 8. Januar 1942 ...
... in Oxford geboren. Dies ist - wie er selbst gern betont - der dreihundertste Todestag ...
... Galileo Galileis. Da allerdings an diesem Tag nach seiner Schätzung noch rund zweihunderttausend andere Kinder geboren wurden, mag dieser Zufall nicht ganz so groß erscheinen.
An der Schule und in der Uni galt Hawking als begabt, aber keineswegs als Genie. Nach einigen Semestern Physik in Oxford entschied er sich für ein Studium der Kosmologie in Cambridge. Dann schlug das Schicksal zu.
Kurz vor Hawkings einundzwanzigstem Geburtstag diagnostizierten die Ärzte eine unheilbare Erkrankung des Zentralnervensystems, die auch zu Degenerationen in der Muskulatur führt und in der Regel nach wenigen Jahren tödlich endet: amyotrophe Lateralsklerose (ALS).
Trotz des Todesurteils (die Ärzte gaben Hawking nur noch wenige Jahre) schrieb er seine Doktorarbeit, heiratete, bekam drei Kinder (Robert, Lucy und Timmy) und ...
... begann mit der Entwicklung seiner Theorien zum Ursprung des Kosmos.
Anfang der 70er Jahre sagte Hawking voraus, dass Schwarze Löcher - riesige, extrem massereiche Objekte im Kosmos - unter bestimmten Umständen Energie verlieren. Heute wird dieses Phänomen "Hawking-Strahlung" genannt.
Mit 32 wurde Hawking in die "Royal Society" der britischen Wissenschaften aufgenommen, mit 37 bekam er in Cambridge den berühmten Lucasischen Lehrstuhl für Mathematik, ...
... den einst Sir Isaac Newton (1643 - 1727) innehatte.
Über die Welt der Wissenschaft hinaus wurde Hawking aber erst 1988 bekannt, als er längst im Rollstuhl saß und nach einer Notoperation mit einem Luftröhrenschnitt auch keine Stimme mehr hatte.
Zu dieser Zeit (1988) erschien sein populärwissenschaftliches Sachbuch "Eine kurze Geschichte der Zeit". Es wurde weltweit mehr als 10 Millionen Mal verkauft.
Seither ist Hawking, der nur noch per Augenbewegung über einen Sprachcomputer mit der Außenwelt kommunizieren kann, so etwas wie der erste "Popstar der Physik" ("The Times").
Auf einer Pink-Floyd-Platte ("Keep Talking") sprach der Brite mit seiner Synthesizer-Stimme die einleitenden Sätze, im Fernsehen kam er in der Zeichentrickserie "Die Simpsons" zu Ehren, und im Kino spielte er sich in einer Folge von "Raumschiff Enterprise" selbst.
Dann drehte der angesehene Professor, der seine Theorien genial vereinfachen kann, einen Film und schrieb Kinderbücher. "Ein bisschen wie Harry Potter im Weltall, über die Wissenschaft, nur ohne Magie", sagte er damals.
Zudem machte er durch die Trennung von seiner zweiten Frau Elaine (hier noch ganz verliebt bei der Eheschließung) Schlagzeilen.
Egal, wohin er kommt: Stephen Hawking fasziniert die Menschen auf der ganzen Welt.
Der erkrankte Forscher ist zwar eine kleine, gekrümmte Gestalt, die sich aus eigener Kraft nicht mehr bewegen kann. Doch viele sehen in ihm den Beweis dafür, was mit mentaler Energie alles möglich ist.
"In der ausdruckslosen, zusammengekrümmten Gestalt offenbart sich die klare Essenz des Denkens, ohne Trübung durch einen wendigen Körper, durch wortreiche Kommunikation. Dieses Bündel Mensch ist nichts als Intelligenz; ...
... von ihm geht eine unendliche Verdichtung der geistigen Tätigkeit aus, die sich alles Entbehrlichen entledigen musste: von der Funktionstüchtigkeit der Gliedmaßen bis zu den grundlegendsten Arbeitsmitteln wie Stift und Papier", schrieb Andreas Bernard im Magazin der "Süddeutschen Zeitung".
Der "Spiegel" erhob Hawking zum "Jahrhundertgenie", die BBC sogar zum "Master of the Universe".
Unter Kollegen ist er hingegen nur einer von zahlreichen renommierten Forschern. Vielen gilt er dennoch als Anwärter auf den Nobelpreis.
Seit einiger Zeit macht der prominente Professor weniger durch Forschungserfolge als durch düstere Prophezeiungen von sich reden.
Hawking glaubt, dass die Menschheit langfristig nur auf anderen Planeten überleben kann, weil es auf der Erde 250 Grad heiß werden und Schwefelsäure regnen wird.
Wie er aber aus eigener Erfahrung wissen müsste: Mit Prognosen kann man sich irren. Sonst hätte Hawking - hier im Bild wurde er 60 - schon seinen 24. Geburtstag nicht mehr erlebt. Wir wünschen alles Gute zum 70.! (Fotos: dpa, AP)
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