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Donnerstag, 29. April 2010

Auf der Suche nach Land, Gold, Gewürzen: Entdecker der Welt

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Rund 70 Jahre später bestätigten Astronomen die ersten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Sie umkreisen den Pulsar 1257+12, den Aleksander Wolszczan 1990 entdeckte.

Rund 70 Jahre später bestätigten Astronomen die ersten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Sie umkreisen den Pulsar 1257+12, den Aleksander Wolszczan 1990 entdeckte.

Es war ungefähr im Jahre 875, als Wikinger Gunnbjörn mit seinem Schiff in einen Sturm geriet. Dabei entdeckte er ein bisher unbekanntes Land im Westen seiner Heimat. Die Geschichte sprach sich rum unter den Wikingern.

Auch Erik der Rote, in Island zu Hause, hörte davon. Als er 982 verbannt wurde, weil er im Streit zwei Männer erschlagen hatte, griff er die Gelegenheit beim Schopfe und machte sich auf die Suche nach dem unbekannten Land. Er wollte es besiedeln.

Und tatsächlich landete er schließlich im Südwesten Grönlands - das war die Insel, die Gunnbjörn gesehen hatte.

Mit Erik begann die Landnahme Grönlands. Er besiedelte mit seinen Gefolgsleuten ab 986 die Gegend um Brattahlio. Erik der Rote gilt daher als der Entdecker der Insel.

Mit von der Partie war Eriks Sohn Leif. Im Alter von 25 Jahren, um das Jahr 1000, folgte dieser dem Vorbild seines Vaters und segelte gen Westen.

Auch er entdeckte dabei Land: Als wahrscheinlich erster Europäer betrat Leif Eriksson nordamerikanischen Boden.

In die andere Richtung, nämlich nach Asien, zog es ein paar Generationen später die venezianische Kaufmannsfamilie der Polos. Beim Handel mit Gewürzen und Stoffen gelangten Niccolo und Maffeo Polo um 1270 als vermutlich erste Europäer nach China. Auf ihrer zweiten Reise wurden sie von Niccolos Sohn Marco begleitet.

1275 knieten die Venezianer vor Kublai Khan nieder, dem Enkel des großen Dschingis Khan. Der Mongolenherrscher war beeindruckt vom 21-jährigen Marco.

Er wurde mit Sondermissionen betraut und reiste als Diplomat und Vertrauter Kublai Khans 17 Jahre lang durch Südostasien.

Marco Polo war damit der erste europäische Erforscher Asiens und seiner Kultur. Erst 1295 kehrte er nach Venedig zurück. Als Polo drei Jahre später im Krieg zwischen Genua und Venedig in Gefangenschaft geriet, lernte er den Schriftsteller Rusticello kennen. So entstanden Polos Reisebeschreibungen, "Das Buch von den Wundern der Welt".

Davon hatte möglicherweise auch der Chinese Zheng He gehört. Er führte mit 60 Schiffen und bis zu 27.000 Mann Besatzung die größten Flotten aller Zeiten. Im Auftrag des chinesischen Kaisers brach er zwischen 1405 und 1433 zu insgesamt sieben Expeditionen auf.

Er segelte nach Afrika zum Kap der Guten Hoffnung und fuhr weiter über den Atlantik. Wahrscheinlich erreichte er auf diesem Wege bereits 1421 Amerika, gut 70 Jahre vor dem von Marco Polo inspirierten genuesischen Seefahrer...

... Cristoforo Colombo, bekannt als Christoph Kolumbus. Kolumbus war in spanischen Diensten unterwegs, als er 1492 über eine westliche Route das heutige Indien zu erreichen versuchte. Von den Entdeckungen Leif Erikssons wusste man zu dieser Zeit nichts mehr. So war Kolumbus fest davon überzeugt, in Indien angekommen zu sein, als er San Salvador, Kuba und Hispaniola erreichte.

Die Insel Hispaniola, auf der heute Haiti und die Dominikanische Republik liegen, wurde die erste Kolonie des spanischen Königreichs in der Neuen Welt.

Mit drei Schiffen war Kolumbus 1492 aufgebrochen. Nur eines davon, die Niña, kehrte 1493 wohlbehalten nach Europa zurück.

Bis 1504 reiste Kolumbus noch drei weitere Male nach "Asien". Die Goldmengen, die sich in den neuen Ländern fanden, genügten den Ansprüchen der spanischen Krone zunächst nicht. Bis zu seinem Tod im Jahr 1506 war Kolumbus davon überzeugt, in Indien gewesen zu sein.

Auch der florentinische Buchhalter Amerigo Vespucci glaubte, in Asien gelandet zu sein, als er 1499 die nordöstliche Küste Südamerikas erreichte.

Immerhin kam Vespucci als erster Europäer auf die Idee, dass die Neue Welt ein eigener Kontinent sein könnte. Unter dem Namen "America" taucht dieser 1507 erstmals in einer Weltkarte auf.

Einer jedoch gelangte auf dem Seeweg tatsächlich nach Indien - wenn auch nicht auf der Westroute: Vasco da Gama.

1498 erreichte der Portugiese den Hafen von Kalicut. Mit Kisten und Säcken voller Gewürze kehrte er nach Lissabon zurück. Portugal wurde zur stärksten Seemacht des 16. Jahrhunderts und ...

... da Gama führte ein ehrenvolles Adelsleben.

Auf dem Weg nach Indien war im Jahr 1500 auch der Portugiese Pedro Alvares Cabral. Da Gama hatte ihm erzählt, wo es langging, doch Wind und Wetter machten Cabral einen Strich durch die Rechnung.

Nach einem Zwischenstopp auf den Kapverdischen Inseln wurden die Seefahrer abgetrieben. So entdeckte Cabral schließlich "Papageienland": das heutige Brasilien.

Immer wieder war es die Suche nach Gewürzen, welche die Seefahrer antrieben. Fernando Magellan, ein Portugiese, der im Aufrag der spanischen Krone segelte, wollte um die Südspitze Chiles zu den Gewürzinseln segeln.

1520 durchquerte er dabei wahrscheinlich die Straße, die heute seinen Namen trägt. 1521 erreichte Magellan die philippinischen Inseln Cebu und Mactan. Dort wurde er von Einheimischen getötet. Magellans Mannschaft aber kehrte mit Gewürzen nach Portugal zurück. Ihnen war die erste Weltumsegelung gelungen. Damit stand fest: Die Erde ist eine Kugel.

Eine Passage ähnlich der Magellanstraße suchte auch der Franzose Jacques Cartier, allerdings durch Nordamerika. Die Durchfahrt fand er nicht, ...

... dafür aber den St.-Lorenz-Strom. Mit Cartiers Expeditionen begann die Besiedelung Kanadas durch die Europäer.

Ein ganz anderes Ziel, nämlich das Goldreich "El Dorado", hatten 60 Spanier unter der Führung von Francisco de Orellana. Sie suchten am Fuß der Anden und ließen sich mit zwei Schiffen auf unbekannten Flüssen durch den Urwald treiben.

Dabei entdeckten sie den größten Strom der Welt: de Orellana war 1541/42 der erste Europäer, der den Amazonas von West nach Ost befuhr.

Hundert Jahre später umrundete der erste Europäer Australien, ohne es zu merken. Die Terra Australis Incognita war das Ziel des Niederländers gewesen, doch Abel Tasman gelangte nach ...

... Neuseeland.

1644 jedoch klappte es dann. Tasman unternahm eine zweite Expedition ...

... und kartographierte den Nordwesten Australiens. Alles Weitere des Kontinents blieb unbekannt, zumindest für die nächsten 120 Jahre.

Dann nämlich machte sich der britische Seefahrer Thomas Cook auf den Weg, um auf Tahiti mit mehreren Wissenschaftlern den Durchgang der Venus vor der Sonne zu beobachten. Hinzu kam der geheime Auftrag, die Terra Australis Incognita anzusteuern.

1770 erreichte die "Endeavour" Australien. Cook und seine Mannschaft waren die ersten Europäer, die die Ostküste des Kontinents betraten.

Bis 1779 unternahm Cook noch zwei weitere Südseereisen (grün und blau gekennzeichnet).

Dann landete er - diesmal mit der "Discovery" unterwegs - auf Hawaii. Dort kam es nach einem Streit mit den Einwohnern zu blutigen Kämpfen. Cook kam dabei ums Leben.

Wie die Forscher, die Cook auf seiner ersten Südseereise begleitet hatten, war auch Alexander von Humboldt im Dienste der Wissenschaft unterwegs. Messungen und Vermessungen waren seine große Leidenschaft. Fünf Jahre lang, von 1799 bis 1804, reiste er durch Südamerika.

Erlebnisse und Ergebnisse hielt Humboldt in 36 Bänden fest. Er entdeckte und erforschte die inneren Zusammenhänge der Natur und begründete völlig neue Wissenschaftszweige, wie etwa die Klimatologie oder die Lehre von Vulkanismus und Erdmagnetismus.

Einige Jahre nach James Cook zog es auch den Briten Matthew Flinders zur Terra Australis. Inspiriert von "Robinson Crusoe" träumte er davon, zur See zu fahren. So erforschte er 1801 die Südküste des Kontinents, 1802 den Osten.

Am Ende seiner Reise hatte Australien seinen heutigen Namen und die uns bekannten Konturen.

Einem anderen Kontinent, nämlich dem afrikanischen, widmete sich der Engländer Richard F. Burton. Die Stadt Harar im heutigen Äthiopien, ein Zentrum islamischer Gelehrsamkeit und des Sklavenhandels, war noch nie von einem Europäer und Christen betreten worden.

Burton wusste, dass er nur verkleidet eine Chance hatte. Auf diese Weise gelangte er 1854 bis zum Emir.

Im selben Jahr entdeckte Burton auf der Suche nach dem Ursprung des Nils den Tanganjikasee.

Den erforschte auch der englische Missionar David Livingstone. Zwischen 1854 und 1856 durchquerte er als erster Europäer den afrikanischen Kontinent.

Dabei entdeckte er die Victoria-Fälle ...

... und den Malawi-See im Süden des ostafrikanischen Grabenbruchsystems. Die Quellen des Nils allerdings suchte auch Livingstone vergeblich. Seinen Geldgebern von der Royal Geographic Society war der erfolglose Afrikaforscher bald peinlich. Sie kündigten ihm die Mitgliedschaft. 1871 galt Livingstone als verschollen.

Ein Zeitungsreporter aus New York, Henry M. Stanley, sollte sich schließlich auf die Suche nach dem Forscher machen. Mit 200 Helfern und 6000 Kilo Vorräten stieß Stanley schließlich tatsächlich auf einen Mann in Lumpen: Dr. Livingstone. Todkrank starb dieser 1873 in Sambia.

Auf der Landkarte der USA verschwand 1869 der letzte weiße Fleck. John W. Powell war der erste Forscher, der es wagte, ...

... auf den reißenden Fluten des Colorado Rivers durch den Grand Canyon zu fahren.

Von Powell stammen auch die ersten Fotografien aus dem Canyon.

In eine ganz andere Gegend zog es 1908 den US-amerikanischen Ingenieur Robert E. Peary. Er brach zu einer Polarexpedition auf ...

... und erreichte nach eigenen Angaben 1909 den Nordpol. Ob das stimmt, ist wissenschaftlich nicht gesichert. Doch offiziell gilt Peary als der Entdecker des Pols.

In der Antarktis gewann 1911 der Norweger Roald Amundsen den Wettlauf zum Südpol.

Amundsen erreichte sein Ziel vier Wochen vor dem Engländer Robert F. Scott. Damit war die Zeit der klassischen Expeditionen fast vorbei.

Die letzte geografische Entdeckung, die auf der Erde gemacht wurde, heißt Sewernaja Semlja.

Boris Wilkizki, Offizier der Kaiserlich Russischen Marine und Hydrograph, entdeckte die russische Inselgruppe 1913 unfreiwillig, als er mit Eisbrechern die nordöstliche Durchfahrt von Wladiwostock nach Archangelsk erzwingen wollte.

Rund 70 Jahre später bestätigten Astronomen die ersten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Sie umkreisen den Pulsar 1257+12, den Aleksander Wolszczan 1990 entdeckte.

Eine der jüngsten Entdeckungen ist der Exoplanet Corot-9b, der um eine Sonne im Sternbild Schlange kreist. Mit Corot-9b haben Astronomen erstmals einen Planeten bei einem fernen Stern aufgespürt, der den Planeten unseres Sonnensystems weitgehend ähnelt. - Von der Welt haben sich die Entdecker mittlerweile 1500 Lichtjahre und mehr entfernt.

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