13.02.2012 06:39 Uhr Frankfurt 05:39 Uhr London 00:39 Uhr New York 14:39 Uhr Tokio
Suche
Wissen

Einkaufsratgeber: Fisch - beliebt, aber bedroht

 
Einkaufsratgeber: Fisch - beliebt, aber bedroht

Bereits die auf Gibraltar lebenden Neandertaler aßen Fisch und Meerestiere.

Kein Wunder, denn Meere, Flüsse, Seen und Bäche halten ein großes kulinarisches Angebot für uns Menschen bereit.

Das könnte sich allerdings schnell ändern, denn zahlreiche Fischsorten und Meerestierarten sind bereits heute stark überfischt (Junger Aal) ...

... und deshalb vom Aussterben bedroht (Seeteufel und Felsenbarsch).

Laut Welternährungsorganisation FAO gelten derzeit 77 Prozent der wirtschaftlich wichtigen Fischbestände als überfischt.

Vor allem große Raubfische wie Thun- und Schwertfische sowie Dorsche sind bis zu 90 Prozent abgefischt.

Und immer noch steigt weltweit der jährliche Fischverbrauch pro Kopf an, ...

... denn Fisch ist gesund und schmeckt.

Hält der Trend weiter an, so wird bis 2048 die zentrale Nahrungsquelle von Milliarden von Menschen gefährdet sein ...

... und die meisten kommerziellen Fischereien einen Kollaps erleiden.

Aus diesem Grund gibt die Umweltorganisation Greenpeace in regelmäßigen Abständen einen Einkaufsratgeber für Verbraucher heraus, ...

... denn der Markt reguliert sich bekanntlich durch Angebot und Nachfrage (vom Aussterben bedrohter Heringshai).

So kann jeder, der nicht vollständig auf den Verzehr von Fisch verzichten möchte, wie es übrigens die Tierrechtsorganisation PETA fordert, ...

... durch bewussten Einkauf bedrohte Arten schützen.

Vor allem auf atlantischen Lachs sollten Verbraucher laut Greenpeace-Einkaufsratgeber "Fisch - beliebt, aber bedroht" verzichten.

Auch von Schollen raten die Umweltschützer ab, ...

... denn beim Fang der Plattfische werden schwere Schleppnetze über den Meeresboden gezogen ...

... und jede Menge Beifang aus dem Meer geholt. Bei dieser Prozedur sterben viele Tiere oder werden verletzt und landen dann als Abfall wieder im Meer.

Auch die Nichteinhaltung von Fangquoten und Netzstärken lässt die Fischbestände erheblich schwinden.

Zudem ersticken Tausende Delfine und Wale in den verbotenen Netzen.

Illegale Fischerei verschärft die Krise. Piratenfischer umgehen internationale Fischereiabkommen und melden ihre Fänge nicht.

Klimawandel und Schiffshavarien machen den empfindlichen Ökosystemen in den Gewässern zusätzlich zu schaffen.

Um die Krise abzuwenden, sollten sich Verbraucher informieren. Sowohl Herkunftsgebiete und Fangmethoden als auch Zertifikate sollten kritisch hinterfragt werden.

Unbedenklich laut Greenpeace-Ratgeber kann man Regenbogenforellen, ...

... Zander ....

... und Pangasius kaufen und verzehren.

Schwieriger allerdings wird es bei Heringen und Sardinen. Hier sollte unbedingt auf das Herkunftsgebiet geachtet werden, denn beispielsweise im Nordostatlantik gefangene Heringe und Sardinen werden nicht-nachhaltig gefischt.

Auch der Kauf von Tiefkühl-, Räucherfisch und Fischbüchsen ist nicht zu empfehlen, wenn auf den Produkten nicht das Herkunftsgebiet ausgewiesen ist.

Wer kann, sollte auf Seefisch und Meerestiere verzichten. (Rote Forellen)

Wer die Möglichkeit hat, sollte Fisch direkt beim Fischer (von nebenan) kaufen, denn dieser ist an Frische unschlagbar.

Wenn Sie ihn immer noch mögen: Guten Appetit! (Alle Bilder: dpa, pixelio, wikipedia)

Bilderserie versenden
Empfänger
Ihre Informationen
Persönliche Mitteilung

Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.

Bitte überprüfen Sie Ihre Angaben.