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Sonntag, 11. Juni 2017

Ein Pflaster aus dem Meer: Fischhaut lässt Brandwunden besser heilen

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Brandwunden sind furchtbar schmerzhaft und können schnell zu Komplikationen führen. Verbrannte Haut und Gewebe sterben ab und bilden so einen idealen Nährboden für Keime. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Brandwunden sind furchtbar schmerzhaft und können schnell zu Komplikationen führen. Verbrannte Haut und Gewebe sterben ab und bilden so einen idealen Nährboden für Keime.

Brandwunden sind furchtbar schmerzhaft und können schnell zu Komplikationen führen. Verbrannte Haut und Gewebe sterben ab und bilden so einen idealen Nährboden für Keime.

Mit verschiedenen Ansätzen von Ersatzhäuten und speziellen Wundauflagen wird weltweit versucht, den Brandopfern so gut wie möglich zu helfen.

Am Dr. Jose Frota-Institut im brasilianischen Fortaleza wird derzeit untersucht, wie die Haut von Fischen bei der Heilung hilft.

Dabei handelt es sich um die äußere Hülle von Tilapia, die zu den Buntbarschen gehören und auch als Speisefische sehr beliebt sind.

Die Tilapia-Fische, die sich schnell vermehren und stabil gegenüber Krankheiten sind, werden für die Studie extra gezüchtet.

Sie wachsen in Tanks am Castanhao-Staudamm im brasilianischen Jaguariabara heran.

Von hier aus werden die Tiere direkt zum speziellen Präparieren gebracht, ...

... um sie als Fischhautpflaster im OP im Krankenhaus von Fortaleza zu verwenden.

Doch bevor die Haut als Wundauflage dient, muss sie sterilisiert werden.

Da es bei der Behandlung der Verbrennungskrankheit schnell gehen muss, denn nur so können Infektionen verhindert werden, liegen schon einige Fischhautpräparate gekühlt bereit.

Bis zum Sommer 2016 wurde die Fischhaut als Wundverband bei insgesamt 30 Patienten mit Verbrennungen zweiten Grades und schwerer angewandt.

Die Ärzte geben bisher einen 94-prozentigen Behandlungserfolg bei vergleichsweise schnellerer Wundheilung an.

Die aufgelegte Haut der Fische helfe beim Heilungs- und Vernarbungsprozess und vermeide Flüssigkeitsverlust und den Eintrag von Keimen, so die Mediziner.

Zudem müsse die natürliche Wundauflage nicht so oft gewechselt werden wie herkömmliche, so dass die Patienten auch weniger Schmerzen ertragen müssten.

Auf antibakterielle Wundsalben und Schmerzmittel kann durch die Behandlung mit Fischhaut oftmals ganz verzichtet werden.

Derzeit nehmen weitere 58 Patienten freiwillig an der Studie mit der außergewöhnlichen Behandlungsmethode teil.

Der Abschluss der Forschungsarbeit der weltweit einmaligen Untersuchung, die nun auch auf andere Kliniken Brasiliens ausgedehnt werden soll, ist für Juli 2018 geplant.

Bis dahin könnten noch viele Fischhäute, des aus Afrika stammenden Tilapia, Patienten mit Verbrennungen helfen.

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