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Zecken: Gefährliche Parasiten

 
Zecken: Gefährliche Parasiten

Sie sticht in die Haut, versenkt ihren Kopf im Gewebe, um das Blut ihres Opfers auszusaugen.

Damit ist nicht ein blutsaugender Untoter gemeint, ...

... auch nicht ein ehemaliger Bundesliga-Fußballer, obwohl der ihren Namen trägt,...

... sondern die vielgefürchtete Zecke.

Zecken sind parasitische Milben und gehören zur Klasse der Spinnentiere. Weltweit gibt es etwa 650 verschiedene Zeckenarten.

In den europäischen Wäldern ist vor allem der so genannte "Gemeine Holzbock" unterwegs, der übrigens nicht von Bäumen fällt, sondern im Gestrüpp, hohen Gräsern und im Unterholz lebt.

Die Gruppe der Schildzecken lebt vor allem in Europa. Schildzecken bevorzugen hohe Luftfeuchtigkeit und relative Wärme.

Ausgewachsene Zecken haben acht Beine, die Larven der Parasiten dagegen nur sechs.

Zecken sind mit einer Größe von bis zu 4 Millimetern die größten Vertreter der Milben. Sowohl männliche als auch weibliche Zecken sind Blutsauger. Sie sind vor allem im Frühling und im Sommer aktiv.

Was ihren Wirt angeht, sind Zecken nicht wählerisch. Sie stechen in die Haut von Vögeln, Reptilien, Säugetieren und natürlich Menschen.

Ja, Zecken beißen nämlich nicht, sondern stechen. Mit Hilfe ihrer Mundwerkzeuge, den Cheliceren, wird zunächst die Haut eingeritzt,...

...um dann den Stechapparat, das so genannte Hypostom, in die Wunde zu schieben. Dieser Apparat ist symmetrisch mit Widerhaken besetzt.

Deshalb ist auch das Herausziehen von Zecken recht schwierig.

Doch bevor eine Zecke in die Haut ritzt, gibt sie ein Sekret ab, das Gerinnungshemmer, Klebstoff, Betäubungsmittel und Entzündungshemmer gleichzeitig ist.

Jede Zecke in der Haut sollte so schnell wie möglich entfernt werden, denn Zecken sind Krankheitsüberträger (im Bild: vollgesaugte und "leere" Zecke).

Borreliose, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Rickettsiosen sind lebensgefährliche Erkrankungen, die auf das Konto von Zecken gehen können. Aus diesem Grund sollten nach einem Zeckenstich einige Regeln eingehalten werden.

Die festgesaugte Zecke sollte am besten mit einer Zeckenzange, Zeckenkarte oder aber mit einer Pinzette vorsichtig entfernt werden.

Steht kein entsprechendes Hilfsmittel zur Verfügung, kann die Zecke auch mit langen Fingernägeln oder einem um die Zecke gelegten Faden herausgezogen werden.

Dabei ist dringend darauf zu achten, dass der Körper des Tieres nicht zerdrückt wird, denn so könnten die Bakterien in den Körper des Wirts gedrückt werden.

Alte Tricks, wie das Ersticken der Zecke mit Öl oder Klebstoff oder aber das Abbrennen der Zecke sollten keinesfalls angewendet werden. Allgemein gilt: Je länger die Zecke festgesaugt ist, umso größer ist das Infektionsrisiko.

Die Zecke sollte beim Entfernen so nah wie möglich am Körper gegriffen und aus der Haut gezogen werden. Eine Drehbewegung sollte dabei vermieden werden, da sonst der Kopf der Zecke in der Wunde verbleiben könnte.

Die Wunde sollte danach desinfiziert und versorgt werden. Falls Körperteile der Zecke in der Wunde stecken geblieben sind, kann es zu einer Wundinfektion kommen. Meistens jedoch wird der Zeckenkopf vom Körper ohne Probleme abgestoßen.

Ein Zeckenstich sollte dokumentiert werden. Am besten mit einem Foto und dem Datum, mindestens jedoch mit einem Merkzettel oder Eintrag im Kalender, denn ein Zeckenbiss kann böse Nachwirkungen, wie Gelenkentzündungen und Muskelschmerzen, haben.

Die Zecke selbst kann nach Entfernung mittels einer PCR-Untersuchung auf Erreger untersucht werden. Dafür muss sie möglichst lebendig in einem Gefäß mit etwas Flüssigkeit transportiert werden.

Die Kosten für eine Zeckenanalyse liegen zwischen 10 und 100 Euro und werden von keiner Krankenkasse übernommen. Die Untersuchung wird von verschiedenen Laboren angeboten.

Eine Infektion des Tieres kann auf diese Weise nachgewiesen werden. Eine Ansteckung des Menschen ist dadurch aber noch nicht sicher belegt.

Ob tatsächlich eine Ansteckung erfolgte, kann nur ein Bluttest sechs bis acht Wochen nach dem Stich klären.

Eine Borrelioseinfektion ist an einer so genannten Wanderröte zu erkennen. Sie ist unter normalen Umständen gut mit Antibiotika zu therapieren.

Eine Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, ist eine schwerwiegende Virusinfektion, die bei manchen Patienten mit der Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten oder sogar tödlich verläuft.

Zum Glück kann sich jeder gegen FSME impfen lassen. Die Angst vor dieser Erkrankung durch einen Zeckenstich ist in Deutschland in diesem Jahr so groß geworden,...

... dass bereits Anfang Juli kein Impfstoff mehr zur Verfügung stand. Neuer Impfstoff könne in großen Mengen erst wieder im Herbst geliefert werden, so die Hersteller.

Für eine Grundimmunisierung muss drei Mal geimpft werden. Die erste und zweite Impfung sollten in einem Vierwochenabstand erfolgen.

Schutz besteht erst nach der zweiten Impfung. Eine Auffrischung ist nach drei bis fünf Jahren empfohlen. Nicht alle Krankenkassen übernehmen die Kosten.

Impfen lassen sollten sich sowieso nur Menschen, die sich in FSME-Risikogebieten im Freien aufhalten und ein erhöhtes Infektionsrisiko aufweisen.

Alle anderen können mit einfachen Verhaltensregeln das Risiko eines Zeckenstiches minimieren. Tragen sie helle Kleidung, denn darauf kann man Zecken besser erkennen und noch vor einem Stich beseitigen.

Meiden Sie hohes Gras und Unterholz. Sollten Sie trotzdem Lust auf einen Waldspaziergang haben, ziehen Sie die Socken über die lange Hose.

Verwenden Sie außerdem Insekten- oder Mückenschutz, denn auch Zecken mögen diese Gerüche nicht.

Suchen Sie Ihren Körper, den Ihres Partners, Ihrer Kinder und Ihres Tieres nach Zecken ab, nachdem sie sich in der Natur aufgehalten haben.

Zecken krabbeln nämlich zunächst so lange auf der Haut oder auf der Kleidung entlang, bis sie eine geeignete Stelle auf der Haut gefunden haben. Sie bevorzugen dünne, warme und feuchte Hautstellen ...

... wie Kniekehlen und Achselhöhlen.

Jeder Zeckenstich sollte ernst genommen werden, aber bitte keine Panik! (Alle nicht bezeichneten Bilder: dpa, ap, pixelio, wikipedia)

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