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Gorillas sind die größten Menschenaffen, die heute auf der Erde leben.
Zusammen mit den anderen drei Großen Menschenaffen Orang-Utan, Schimpanse und Bonobo gehören sie zu den engsten Verwandten des Menschen.
Ausgewachsene Männchen werden bis zu zwei Meter groß und bringen fast 300 Kilogramm auf die Waage.
Gorillas sind intelligente, soziale Tiere, die in Familienverbänden aus mehreren Weibchen mit vier bis fünf Jungtieren und einem dominanten Männchen, dem Silberrücken, leben.
Da Gorillas sich hauptsächlich von kalorienarmer vegetarischer Kost ernähren, verbringen sie einen Großteil ihres Tages mit Fressen.
Dabei halten sich die tagaktiven Tiere in der Regel am Boden auf. Ausgewachsene Tiere verzehren durchschnittlich 25 kg Nahrung pro Tag.
Wie alle großen Menschenaffen bauen sich auch Gorillas aus Blättern und Zweigen ein Schlafnest für die Nacht - meist am Boden.
Es gibt zwei Gorillaarten, den Westlichen Gorilla (Gorilla gorilla) und den Östlichen Gorilla (Gorilla beringei), von denen es wiederum jeweils zwei Unterarten gibt.
Beim Östlichen Gorilla sind das der Östliche Flachlandgorilla (Gorilla beringei graueri) und der Berggorilla (Gorilla beringei beringei), von denen noch 5000 beziehungsweise 700 Exemplare existieren.
Der Westliche Gorilla unterteilt sich in den Cross-River-Gorilla (Gorilla Gorilla diehli), von dem es nur noch 300 Individuen gibt, und den Westlichen Flachlandgorilla (Gorilla gorilla gorilla).
Der Westliche Flachlandgorilla kommt noch in 200.000 Exemplaren vor. Dennoch ist er auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN in der höchsten Gefährdungskategorie eingestuft, weil Bestand und Lebensraum rasant geschrumpft sind.
Auch zwei der drei anderen Unterarten finden sich in der höchsten Gefährdungsstufe und stehen unmittelbar vor dem Aussterben.
Nur für den Östlichen Flachlandgorilla gilt momentan noch die zweithöchste Gefährdungsstufe, aber auch er ist vom Aussterben bedroht.
Etwa 500 Gorillas leben nach Angaben der Umweltstiftung WWF in zoologischen Gärten. Die meisten davon sind Westliche Flachlandgorillas.
Ohne einen besseren Schutz könnten Gorillas bereits in 10 bis 20 Jahren ausgestorben sein, warnen Artenschützer.
Um auf die Gefährdung der Menschenaffen aufmerksam zu machen, hat die UN-Konvention zum Schutz wandernder Tierarten das Jahr des Gorillas 2009 ausgerufen.
Gorillas zählen zu den bedrohtesten Tierarten überhaupt.
Dabei kann jeder etwas zur Rettung des engen Verwandten des Menschen beitragen.
Unter anderem setzt die Abholzung der Regenwälder den Tieren zu, deshalb: "Finger weg von Tropenholz!" Und öfter zu Recyclingpapier greifen.
Weitere Ursachen für schrumpfende Bestände sind das Ebolavirus sowie vom Menschen übertragene Infektionen und die Jagd auf die Tiere für Buschfleischmärkte.
Gorillas stehen in vielen afrikanischen Ländern hoch im Kurs: Über dem Feuer kurz angegrillt, damit ihr Fleisch länger haltbar bleibt, werden sie auf den Märkten zu guten Preisen gehandelt.
Nach Angaben des UN-Umweltprogramms UNEP werden jedes Jahr mindestens eine Million Tonnen Buschfleisch aus den Wäldern im Kongobecken verschleppt - darunter das Fleisch bedrohter Tierarten.
Gorillas sind bei Wilderern begehrt, da die Jäger mit einer einzigen Kugel eine große Menge Fleisch erbeuten.
Und dezimierte Gorillabestände erholen sich aufgrund der langsamen Fortpflanzungsrate der Menschenaffen nur schwer: Eine Gorillamutter bekommt maximal alle fünf Jahre ein Junges.
Auf dem Papier sind Gorillas zwar streng geschützt. Doch sogar in afrikanischen Nationalparks sieht die Wirklichkeit anders aus. Wilderer gehen fast kein Risiko ein, erwischt zu werden, und wenn doch, fließen oft Schmiergelder.
Das UN-Umweltprogramm will im Jahr des Gorillas gezielt die Existenzgrundlage der Menschen in den Gorilla-Gebieten stärken und ihnen Möglichkeiten aufzeigen, auch außerhalb der Jagd ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Eine Option ist es, Wildtierjäger zu Imkern umzuschulen. Ein solches Projekt ist bereits im kleinen Rahmen in Kamerun gestartet.
In Uganda und Ruanda sind Gorilla-Beobachtungstouren für Touristen ein Renner; in Ruanda haben laut UNEP die Tourismuseinnahmen die Einkünfte durch Kaffee-Exporte überholt.
Solange bei solchen Touren der nötige Abstand gewahrt bleibt und die Gruppen nicht zu groß sind, halten auch der WWF und Pro Wildlife diese Art des Tourismus für eine durchaus positive Sache.
Das UNEP plant, das Konzept auf andere afrikanische Länder zu übertragen: Reiseführer und Tourenanbieter aus erfolgreichen ostafrikanischen Programmen sollen in Westafrika helfen, auch dort einen erfolgreichen "affenbasierten Ökotourismus" aufzubauen.
Die Botschaft lautet: Lebendige Gorillas sind mehr wert als tote.
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