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Wenn in Kanada, Russland oder Norwegen die Robbenjagd beginnt, ...
... verurteilen die Sprecher von Tierschutzorganisationen ...
... das blutige Weidwerk als "grausames" Schlachten.
Die Fischereibeamten der Regierungen versichern dagegen, es werde alles getan, ...
... damit die Robbenjagd "menschlich", sicher und nachhaltig stattfindet.
Es geht um knallharte ...
... wirtschaftliche Interessen der Fischereilobby ...
... sowie der Jäger und Pelzhändler auf der einen Seite und ...
... um die wohl wirksamste Marketingmaßnahme des Jahres der Tierschutzorganisationen auf der anderen Seite.
Die Fischer und ...
... Jäger kämpfen ...
... mit einer vergleichsweise hohen Population ...
... an Robben, mit dagegen relativ geringen Fangquoten für Kabeljau und andere Meeresfische, ...
... mit einem Image, wie es mieser kaum sein könnte, ...
... sowie mit sinkenden Fischbeständen.
Für Tierschützer bringt die Robbenjagd im Frühjahr die eindrucksvollsten Bilder von blutigen Massentiertötungen in freier Wildbahn.
Kein anderes Beutetier wirkt im ungleichen Kampf mit dem Raubtier Mensch ...
... so blütenweiß unschuldig, ....
... so hoffnungslos unterlegen ...
... und so mitleidslos erschlagen, wie eine blutverschmierte Babyrobbe im Schnee.
Die gleiche Show an einem dunklen Sandstrand mit größeren ...
...Tieren und mit Jägern, die vielleicht einfach Hunger haben, ist nicht halb so publikumswirksam.
Aber die Tierschützer bekämpfen die Blutsauforgie im Nordatlantik nicht nur ...
.... mit emotionalen, teils selbst erzeugten Bildern, sondern auch mit rationalen Argumenten:
Ein professioneller, schneller und effizienter Jäger hat demnach eine ansehnliche Strecke im Visier, ...
... nicht aber unbedingt den schnellen Tod ...
... oder die gründliche Auswahl seiner Beutetiere, heißt es.
Zwar ist die Jagd auf Jungtiere, die noch ein weißes Fell haben, ...
... seit 1987 verboten, sie findet aber noch immer statt, ....
... weil besonders Robbenbabys viel einfacher ...
... zu erschlagen sind als schnelle, vitale und ausgewachsene Tiere.
Die Tierschützer geben sich deshalb auch nicht mit neuen Regeln für die Jagd zufrieden, ...
... sondern fordern die Abschaffung des Schlachtens im Eis.
Im Jahr 2008 sind die Jäger erstmals verpflichtet, ...
... die Schlagadern der Tiere zu durchtrennen, ...
... damit sie ausbluten, ...
... bevor sie gehäutet werden.
Für die Jäger bedeutet das ein bis zwei (lästige) Handgriffe mehr pro Robbe ...
... und damit eine geringere Strecke als unter den alten Bedingungen.
Der Internationale Tierschutz-Fonds kritisiert die Jagdregularien besonders wegen mangelnder Kontrollen und Sanktionierungen.
Tiere würden noch immer lebend ...
... mit Stahlhaken zu Sammelstellen ...
... gezogen und erst dort getötet, heißt es.
Wenn Aktivisten am Nachweis ihrer Behauptungen arbeiten und dabei ein bisschen im Weg stehen, ....
... kommt es zu unschönen Szenen zwischen Jägern und Foto-Sammlern.
Vor allem die Modeindustrie in Norwegen, Russland und China ist an Robbenfellen interessiert.
Nur aufgrund dieser Nachfrage wird Ende März ...
... im Sankt-Lorenz-Golf so eiskalt und blutig geschuftet.
In den USA sind die Proteste gegen das Robbenjagen am größten und die Gutmenschen ...
... am aktivsten.
Deshalb gibt es dort bereits seit 1972 ein Importverbot für kanadische Robbenprodukte.
Aktivisten anderer Länder wünschen sich einen ähnlichen Umgang mit den Erzeugnissen ...
... aus der blutigen Großmetzgerei im Eis.
Schätzungen zufolge gibt es in Kanada derzeit etwa 5,5 Millionen Robben - zuviele, ...
... sagen die Fischer.
Nach Regierungsangaben waren es in den 70er Jahren, als die Jagd noch nicht über Quoten ...
reguliert wurde, weniger als zwei Millionen.
Die EU-Kommission rügt die Jagdmethoden als "unmenschlich", Maßnahmen dagegen werden aber derzeit nicht diskutiert.
Bisher gibt es aber auch von der EU keine Vorschläge, wie die Robbenjagd das Etikett "unmenschlich" loswerden könnte, ohne eingestellt zu werden.
Kanadas Fischereiminister Loyola Hearn wirbt um Verständnis. Er erklärt, ...
... der Robbenfang sei für viele Menschen ....
... in den entlegenen Küstenregionen lebenswichtig.
Die jährlichen Einnahmen aus der Massenschlachtung ...
... bei lebendigem Leib werden auf insgesamt 15 bis 20 Millionen Euro geschätzt.
Bislang haben Belgien und die Niederlande in der EU die Einfuhr von Robbenprodukten verboten, ...
... Deutschland arbeitet an einem entsprechenden Gesetz.
Robben sollen nach den Plänen der Bundesregierung besser geschützt werden.
Das Kabinett erörterte bereits einen Gesetzentwurf für ein Import- und Handelsverbot von Robbenprodukten.
Die Bundesregierung will gemeinsam mit der EU-Kommission prüfen, inwieweit die Pläne zum Schutz der Tiere mit EU-Recht vereinbar sind.
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