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Wer jagt wen?: Haie - der Mythos vom Monster

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Immer wieder werden in Hawaii, an den Küsten Floridas, Australiens und Südafrikas Surfer und Schwimmer von Haien angegriffen. (Foto: AP)

Immer wieder werden in Hawaii, an den Küsten Floridas, Australiens und Südafrikas Surfer und Schwimmer von Haien angegriffen.

Immer wieder werden in Hawaii, an den Küsten Floridas, Australiens und Südafrikas Surfer und Schwimmer von Haien angegriffen.

Doch solche Horrorszenen sind sehr selten.

Die Wahrscheinlichkeit, einem Hai zum Opfer zu fallen, ist statistisch gesehen wesentlich geringer, als von einer Kokosnuss erschlagen zu werden.

Jährlich kommen etwa fünf bis zehn Menschen durch eine Haiattacke ums Leben. Im Jahr 2012 gab es sieben Todesopfer.

Dem gegenüber stehen viele Millionen getöteter Haifische pro Jahr. Mehr als 70 Haiarten sind bereits vom Aussterben bedroht; sie stehen auf der internationalen Roten Liste der IUCN (International Union for Conservation of Nature).

Weltweit sind 500 Haiarten bekannt - vom nur etwa 20 Zentimeter großen Zwerg-Laternenhai bis zum Walhai (im Bild). Dieser größte aller Haie kann bis zu 14 Meter lang werden.

Nicht alle Haie ernähren sich räuberisch. Es gibt auch Planktonfresser unter ihnen. Dazu gehören die Walhaie, ...

... die bis zu zehn Meter großen und vier Tonnen schweren Riesenhaie ...

... und die seltenen Riesenmaulhaie.

Haie sind faszinierende Tiere. In der Forschung zeigt sich immer deutlicher, dass sie intelligent sind und ein komplexes Sozialverhalten zeigen. Was am meisten Angst einjagt, ...

... ist ihr Gebiss. Haie haben ein sogenanntes Revolvergebiss mit mehreren Zahnreihen. Nur die erste Reihe ...

... brauchen sie zum Zubeißen; die hinteren sind Ersatzzähne, die ständig nachwachsen. Haizähne haben keine Wurzeln wie bei Säugetieren, sondern sie sind mit Bindegewebsfasern in der Haut verankert, quasi festgeklebt. Daher fallen sie nicht selten aus, etwa bei Angriffen.

Auf der Haut haben Haie Placoidschuppen, schuppenartige Hautzähnchen, die sich vom Maul aus über den ganzen Körper ausbreiten und so ein "Exoskelett" bilden. Durch diese äußere Hülle ist die Haihaut extrem fest.

Die Haischuppen weisen eine Rillenstruktur auf, die den Oberflächenwiderstand senkt. Ein Vorteil für den Hai: Die sogenannte laminare Strömung, die dabei auf seiner Haut entsteht, bewirkt, dass er beim Schwimmen viel Energie einspart.

Und ein Hochseehai muss schwimmen. Ständig. Denn Haie besitzen keine Schwimmblase. Sie müssen daher in Bewegung bleiben, um nicht abzusinken.

Haie können sehr gut riechen und sehen. Weil das Riechzentrum so wichtig ist, kann es zwei Drittel der Gehirnmasse eines Hais ausmachen. Blut können Haie in milliardenfacher Verdünnung wahrnehmen. So wittern sie ihre Beute aus 75 Metern Entfernung. Haifische folgen der Geruchsspur durch eine pendelnde Kopfbewegung.

Die Augen eines Hais sind zehn Mal lichtempfindlicher als die eines Menschen. Die meisten Haiarten können farbig sehen. Dadurch, dass sich die Augen an den Kopfseiten befinden, kann ein Hai in fast alle Richtungen schauen.

Das Gehör ist bei Haien weniger gut ausgeprägt als bei Landtieren. Haie reagieren im Bereich der niederfrequenten Töne, unter etwa 600 Hertz. Diese Frequenz geht zum Beispiel von kämpfenden Fischen, singenden Walen und grunzenden Seehunden aus.

Auch pulsierende Schwingungen im 100-Hertz-Bereich lassen Haie aufmerksam werden. Diese Töne werden von kranken oder verwundeten Tieren ausgesandt.

Wie pflanzen die Riesentiere sich fort? Eierlegende Haie, wie etwa der Katzenhai, platzieren ihre Eier in Felsen oder Seetang. (Röhrenwurmfeld mit Katzenhai-Eikapseln; sie sind etwa fünf Zentimeter lang und rot-bräunlich gefärbt)

Zum Schutz vor Raubfischen sind die Eier von einer dicken Hülle umgeben. Die Jungen schlüpfen einige Tage oder Wochen nach der Eiablage ...

... und sind dann auf sich allein gestellt. (Bild: gerade geschlüpfter Bambus-Hai)

Die meisten Haiarten, so auch der Ammenhai, sind lebendgebärend. Die Schwangerschaft dauert mehrere Monate. Dann kommen je nach Haiart 10 bis 80 Jungtiere zur Welt.

Im Unterschied zu den meisten anderen Fischarten wachsen Haie sehr langsam. Teilweise sind sie erst im Alter von 30 Jahren geschlechtsreif. (Bild: vier Wochen alter Katzenhai)

Die verschiedenen Haiarten sind grundsätzlich in allen Weltmeeren anzutreffen, doch nur 30 Prozent der Ozeane sind tatsächlich von Haien bewohnt (Verbreitung des Weißen Hais, Hauptvorkommen dunkelblau)

Im Jahr 2012 gab es laut dem internationalen Archiv für Hai-Attacken (International Shark Attack File, ISAF) weltweit 118 Angriffe von Haien auf Menschen. Bei 38 davon wurde der Hai provoziert - das heißt, ein Taucher wollte nach ihm greifen, ein Fischer ihn aus seinem Netz holen und ähnliche Vorfälle. 4 der Angriffe endeten tödlich.

In vielen Fällen fühlen sich die Haie belästigt. Ammenhaie zum Beispiel mögen es nicht, wenn man versucht, ihre Flosse zu greifen.

Und Port-Jackson-Stierkopfhaie, die auf dem Meeresgrund leben, beißen zu, wenn Badegäste auf sie treten.

Ein Weißer Hai kann bei einer Attacke den größten Schaden verursachen. Er neigt bevorzugt dann zum Angriff, wenn die Objekte, die er im Wasser sieht, Geräusche erzeugen. Auch hektische Bewegungen erregen seine Aufmerksamkeit.

Surfer sind besonders häufig Opfer von Haiangriffen. Laut ISAF-Statistik ...

... richteten sich 60 Prozent der Attacken gegen Menschen, die mit einem Surfbrett im Meer waren. Wenn sie mit Armen und Beinen im Wasser strampeln, ist das für den Hai ein Reiz-Signal.

Wellenreiter animieren Haie mitunter zum sogenannten Probebiss. Mit einem solchen Biss ...

... verschaffen sie sich Informationen über Beschaffenheit, Geschmack und Reaktionsfähigkeit des Objektes. Auch ein Probebiss kann für den Surfer fatale Folgen haben.

Vom Grauen Riffhai, beheimatet im Indopazifik, ist bekannt, dass er vor einem Angriff warnt. Er wölbt dann den Rücken, senkt die Flossen und lässt sich absinken. Glück hat, wer diese Sprache versteht. Dann ist Rückzug angesagt.

Obwohl manche Haiarten zu den größten Raubfischen der Welt gehören, sind sie nicht die größten Raubtiere im Meer. Haie haben natürliche Feinde, wie etwa Schwertwale, Pottwale und Riesenkraken.

In Einzelfällen kommt es vor, dass ein Hai einen anderen frisst, wie hier ein Teppich- einen Bambushai.

Der größte Feind der Haie ist jedoch der Mensch. Die Jagd auf die Tiere ist ein beliebter Sport, ...

... Hai-Gebisse sind beliebte Trophäen.

Die meisten Haifische werden jedoch wegen ihrer Flossen getötet. Diese landen dann ...

... in der Suppe (Haifischflossensuppe gilt in Fernost als Delikatesse) oder ...

... kommen als angeblich potenzsteigerndes Mittel auf den Markt.

Die Jagd auf die Flossen, das sogenannte "Finning", ist grausam. Den Tieren werden bei lebendigem Leib die Flossen abgetrennt. Dann werden die Haie zurück ins Meer geworfen, wo sie verenden.

Tausende Tonnen getrockneter Haifischflossen ...

... kommen jedes Jahr in den Handel.

Manche Haiarten und -teile landen unter einem anderen Namen bei uns auf dem Tisch. Bekanntestes Beispiel ist die Schillerlocke - geräucherter Dornhai. Auch dieser Hai steht auf der Roten Liste gefährdeter Arten.

Laut IUCN sind derzeit mehr als 1000 Hai- und Rochenarten (die mit Haien eng verwandt sind) bedroht. "Wenn Haie sterben, stirbt das Meer!", warnt die Haischutzorganisation "Sharkproject".

Als Alpha-Räuber steht der Hai an der Spitze der Nahrungspyramide und sorgt für das Gleichgewicht im Meer. Er frisst kranke und schwache Tiere und hält den Bestand der Beutetiere gesund. Umgekehrt profitieren kleine Tiere von den Haien. Fische schwimmen zum Beispiel in Hainähe und leben von deren Nahrungsresten.

Doch mittlerweile ist das Ökosystem Meer durch den menschlichen Eingriff ernsthaft bedroht. Seit mehr als 400 Millionen Jahren ...

... bevölkern Haie die Weltmeere. Der Mensch hat seine Bestände innerhalb kurzer Zeit um 95 Prozent reduziert.

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