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Grönland: Insel der schwindenden Eismassen

 
Grönland: Insel der schwindenden Eismassen

Grönland ist die größte Insel der Welt. Mit einer Fläche von 2,2 Millionen Quadratkilometern ist es sechs Mal so groß wie Deutschland bzw. - anders ausgedrückt - größer als Deutschland, Frankreich, Spanien, Schweden und Großbritannien zusammen.

Dicht besiedelt ist es nicht. Nur 60.000 Menschen leben auf der Insel. Die meisten von ihnen sind in Grönland geboren. Neben Grönländisch sprechen die Inuit vorwiegend Dänisch.

Denn Grönland - im Bild die Landesflagge - gehört zu Dänemark. Innenpolitisch ist es aber komplett unabhängig.

Die Hauptstadt Grönlands ist Nuuk. Sie zählt rund 14.500 Einwohner.

Haupterwerbszweig ist der Fischfang.

Daneben ist Nuuk inzwischen auch ein exotisches Reiseziel für Touristen, die per Flugzeug, auf Kreuzfahrten oder ganz individuell anreisen. In Nuuk wird es im Sommer rund 7°C warm, im Winter ist es im Schnitt -7°C kalt.

Das am Polarkreis gelegene Kangerlussuaq, im Bild die Innenstadt (!), ist im Sommer mit mittleren Temperaturen um +11°C der wärmste Ort Grönlands. Im Winter wird es dort bis zu -22°C kalt.

Da fühlen sich auch die Moschusochsen wohl. Sie sind die zweitgrößten Landsäuger Grönlands. 40 Prozent aller auf der Erde lebenden Moschusochsen sind in Grönland beheimatet.

Bekanntester Vertreter der grönländischen Tierwelt ist der Eisbär.

Die Nordküste Grönlands ist nur 710 Kilometer vom Nordpol entfernt.

Grönland ist zum größten Teil mit Eis bedeckt.

Die Schicht ist 3000 Meter dick. Die Temperatur auf dem Inlandeis hat ein absolutes Minimum von -70°C, im Sommer kommt sie bis an 0 °C heran.

Nur 15,7 Prozent der Inselfläche sind eisfrei. Das sind die Küstenstreifen - an der Westküste bis 150 Kilometer breit - und alle vorgelagerten Inseln.

Aus klimatischen Gründen liegen die meisten Städte und Siedlungen im westlichen Küstenstreifen. Dort friert das Meer dank des Golfstroms im Winter nicht zu (im Bild die Kirche von Sisimiut, davor ein Portal aus Walknochen).

Grönland bietet einzigartige Naturschauspiele, ...

... von faszinierenden Eislandschaften bis hin zu ...

... romantischen Sonnenuntergängen. Doch das war nicht - oder zumindest nicht nur - der Grund für Merkels Reise. Grönland ist eine der Regionen, in denen die Erwärmung der Erde bereits deutliche Auswirkungen zeigt: ...

Die Eismassen schmelzen, und das schneller als in den Vorjahren.

Seit 2004 verliert Grönlands Eisdecke 240 Kubikkilometer jährlich. Nach Angaben des US-Forschers Eric Rignot hat sich der Eisverlust in Grönland im vergangenen Jahrzehnt verdoppelt.

Die Vegetation auf Grönland ist bisher überwiegend von Moosen, Flechten und Pilzen bestimmt. Im Süden wachsen auch Wollgräser, Birken und Weiden.

Doch mittlerweile hat sich die Temperatur so weit erhöht, dass neben Kartoffeln zum Beispiel auch Erdbeeren angebaut werden können.

Der große Eisschild zeigt im Sommer große schmelzende Bereiche am Rand. Dort bahnt sich das Schmelzwasser in starken Strömen seinen Weg ins Meer.

Außerdem fließen viele Gletscher immer schneller vom Rand des Eisschildes in die Fjorde hinab ...

... und schicken immer mehr Eisberge ins Meer.

Grund dafür ist die Erderwärmung, die sich insbesondere im hohen Norden zeigt. "Die Arktis erwärmt sich mit einer Rate, die mehr als doppelt so groß ist wie die der anderen Bereiche unseres Planeten", sagt Klimaforscher Peter Lemke.

Er verweist auf den UN-Klimabericht, wonach die Temperatur bei 60 Grad Nord in den vergangenen 10 Jahren um mehr als 1,5° C angestiegen ist. In diesem Bereich liegt auch Grönland.

Die globale Temperatur hat sich demnach im gleichen Zeitraum um 0,74 Grad Celsius erhöht.

Würde diese Entwicklung nicht gestoppt, würde es dennoch Jahrtausende dauern, bis Grönland eisfrei ist.

Aber das Schmelzwasser von Grönland würde dazu beitragen, dass der Meeresspiegel weltweit um bis zu sieben Meter stiege - das vollständige Schmelzen vorausgesetzt.

Das hätte natürlich drastische Konsequenzen für alle Küstenbereiche und damit für nahezu die halbe Weltbevölkerung.

Überschwemmungen drohen, und vor allem: Die Atmosphäre würde bei fortschreitender Erwärmung immer mehr Wasserdampf aufnehmen. Folglich würde es erheblich mehr Gewitter und schweren Regen geben.

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