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Die Schönheit des Schnees: Kälte in Kristallform

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Schneekristalle faszinieren. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Schneekristalle faszinieren.

Schneekristalle faszinieren.

Märchen sind um sie entstanden, …

... Lieder und kitschige Schüttelkugeln, ...

... Bastelanleitungen, ...

... Weihnachtsdekoration an Bäumen und ...

... Häusern, ...

... Strickpullover, ...

... Rezepte ...

... und noch einiges mehr.

Widmen wir uns dem Original: den feinen Eiskristallen, die Kinder mit der Zunge aufzufangen versuchen, ...

... die seit Jahr und Tag zu Schneeballschlachten ...

... und Wintersport animieren ...

... und von denen mitunter große Gefahren ausgehen.

Keine Schneeflocke gleicht der anderen, heißt es. Zumindest auf die komplexeren Kristalle trifft diese These wohl zu.

Der US-amerikanische Schneeforscher Wilson Bentley ...

... fotografierte zu Beginn des 20. Jahrhunderts 5381 verschiedene Schneekristalle.

Heutzutage unterscheiden Experten 80 verschiedene Grundformen.

Diese reichen von Prismen und Plättchen ...

... bis hin zu Sternen, den so genannten Dendriten.

Wie die Kristalle schließlich aussehen, wenn sie auf der Erde ankommen, hängt zum einen von der Temperatur, zum anderen von der Luftfeuchtigkeit ab.

Denn Schneeflocken entstehen, wenn in den Wolken Wasser und Wasserdampf an Staubteilchen oder Rußpartikeln haften bleiben und dort gefrieren.

Je wärmer es ist, umso eher bildet sich eine klassische, sternförmig verästelte Schneeflocke.

Bei sehr tiefen Temperaturen (ca. minus 30°C) entstehen meist Prismen.

Bei starkem Wind bilden sich unter Umständen irreguläre Kristalle, ...

... doch grundsätzlich sind Schneeflocken verblüffend symmetrisch. Außerdem ist allen eine sechseckige Grundfläche gemeinsam. Zwölfeckige Ausnahmen bestätigen die Regel, ...

... doch achteckige Schneekristalle kommen in der Natur nicht vor. Wissenschaftler führen dies auf die molekulare Struktur des Wassers zurück, die bei der Kristallbildung nur bestimmte Winkel erlaubt.

In den Wolken gebildet, ...

... verändern sich die Eiskristalle stetig, während sie zur Erde hinabrieseln.

Sie schmelzen ein wenig, verkleben mit anderen Kristallen, gefrieren wieder ...

... und wachsen mit unterschiedlichen Verästelungen weiter. So entstehen aus den Grundformen komplexe Mischformen.

Jeder Kristall legt einen anderen Weg zur Erde zurück. Entsprechend einzigartig ist seine Gestalt.

Einmal auf der Erde angekommen, ...

... sind die Kristalle witterungsbedingt ...

... weiteren Veränderungen unterworfen.

Die komplexesten Eiskristalle entstehen bei hoher Luftfeuchtigkeit.

Je feuchter die Luft, umso filigraner sind die Ärmchen, die sprießen.

Eine einzelne Schneeflocke ist durchschnittlich rund fünf Millimeter groß und 0,004 Gramm leicht.

Die bisher größte Flocke wurde am 28. Januar 1887 in Fort Keogh (Montana, USA) gesichtet. Sie soll 38 Zentimeter hoch und 20 Zentimeter dick gewesen sein. (Wohlgemerkt: EINE Flocke!)

Je höher die Temperatur, umso größer werden die Schneeflocken. Denn nahe am Gefrierpunkt beginnen die Kristalle zu schmelzen und kleine Wassertropfen verbinden sie miteinander.

So kommt es, dass mitunter Wattebäusche vom Himmel zu fallen scheinen.

Dass einzelne Kristalle die Erde erreichen, ist selten. So genannter Diamantschnee, bestehend aus besonders feinen Kristallen, fällt bei niedrigeren Temperaturen, ...

... ebenso der Pulverschnee.

Daneben unterscheidet man je nach Alter, Feuchtigkeit und Dichte des Schnees Neu-, Alt-, Nass-, Papp- und Faulschnee sowie Harsch, Bruchharsch, Griesel und Firn.

Dass die Inuit – bedingt durch ihren Lebensraum – besonders viele Worte für Schnee kennen, ist übrigens ein moderner Mythos.

Ganz real dagegen sind die akustischen Auswirkungen der Eiskristalle. Fällt eine Flocke auf Wasser, erzeugt sie dabei einen hohen, schrillen Ton mit einer Frequenz von 50 bis 200 Kilohertz. Menschen allerdings können ihn nicht hören.

Sehr wohl wahrnehmbar aber ist die schalldämmende Wirkung der weißen Pracht. Sie liegt in der Luft begründet, die bei lockerem Schnee zwischen den Kristallen eingeschlossen ist.

Und so mag neben der beeindruckenden Formenvielfalt der Kristalle auch die Winterstille dazu beitragen, dass uns Schneeflocken so faszinieren. (asc)

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