Pille, Kondom und Diaphragma: Kleine Geschichte der Verhütung
Seitdem Menschen der Zusammenhang zwischen körperlicher Liebe und Empfängnis bewusst ist, wird mit verschiedenen Methoden versucht, Schwangerschaften zu vermeiden.
Seitdem Menschen der Zusammenhang zwischen körperlicher Liebe und Empfängnis bewusst ist, wird mit verschiedenen Methoden versucht, Schwangerschaften zu vermeiden.
... ist nachvollziehbar, dass verhütet wird und wurde.
Eine der ältesten bis heute praktizierten Verhütungsvarianten dürfte der Coitus interruptus sein, ...
... häufig auch als "Rückzieher" bezeichnet. Die Methode gilt als wenig zuverlässig.
Um sich besser zu schützen, wurden Frauen in Sachen Verhütung selbst aktiv. Die Scheidenspülung beispielsweise ist im 19. Jahrhundert weit verbreitet.
Frühe Überlieferungen gibt es auch von Schwämmchen aus Seide, die zuerst in verschiedene Substanzen getaucht und vaginal vor dem Verkehr eingeführt wurden.
Die Seidenschwämmchen waren damit eine Kombination aus chemischer und mechanischer Sperre.
Mit romantischem oder entspanntem Miteinander nach dem Verkehr haben diese alten Verhütungsmethoden nicht viel zu tun.
Die Anti-Baby-Pille mit ihrer hohen Wirksamkeit war bei ihrer Einführung 1960 in den USA und 1961 in Deutschland ein echter Meilenstein in der Geschichte der Verhütung.
Wenige Jahre später verursachte die Pille im Bunde mit der Emanzipation der Frau die "hervorstechendste Wandlung" in der deutschen Gesellschaft, wie es Altbundeskanzler Helmut Schmidt einst in einem Interview formulierte.
Die Folge seien nicht nur sinkende Geburtenraten gewesen, sondern auch eine "sehr schnelle Überalterung" der Gesellschaft mit all ihren Konsequenzen für den Sozialstaat.
In Ostdeutschland sorgte die "Wunschkindpille" für weit weniger Aufregung. Der Pillenknick blieb dort aus - unter anderem, weil der Staat mit ausreichend Krippenplätzen vorsorgte.
Leider hatte und hat die Pille bei einigen Frauen auch unangenehme Nebenwirkungen - früher mehr als heute. Und sie hat einen weiteren Makel: Sie schützt nicht vor sexuell übertragbaren Geschlechtskrankheiten oder dem lebensbedrohlichen HI-Virus.
... als Hormonstäbchen, die unter der Haut platziert werden.
Die sicheren und einfachen Verhütungsmittel von heute bergen ein Risiko. Verfahrensweisen, bei denen Hormone zum Einsatz kommen, stehen im Verdacht, Krebs zu begünstigen, vor allem nach mehrjähriger Anwendung.
Die einzige, 100-prozentig sichere Variante, um eine Schwangerschaft zu vermeiden, war, ist und bleibt die sexuelle Enthaltsamkeit.
Ein Hautspray beispielsweise könnte den Frauen in Zukunft das Schlucken der Pille ersparen.
So könnte Verhütung in Zukunft aussehen. Der Wirkstoff Nestoron wird aufgesprüht und über die Haut aufgenommen.
Aber auch die Forschung an der Pille für den Mann geht weiter und lässt nach neuesten Versuchsreihen an Mäusen hoffen.


(Foto: dpa)