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Dienstag, 15. August 2017

Drei konkrete Arten erkennbar: Lächeln ist mehr als nur echt oder unecht

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Na dann: Cheeeeese! (Foto: imago/Bernd Friedel)

Na dann: Cheeeeese!

Strahlend, echt oder nur aufgesetzt: Darüber, ob und wie jemand lächelt, ...

... wird viel geforscht und viel gestritten.

Bisher ging es dabei vor allem darum, ob das Lächeln, das man sieht, echt ist ...

... oder nicht - und wie man beides unterscheidet.

Manche üben ihr Lächeln regelmäßig, um unechtes Lächeln so echt wie möglich aussehen zu lassen.

Viele Schauspieler und mittlerweile auch einige Blogger beherrschen das bis zur Perfektion.

Denn das ist besonders wichtig für die Darstellung in sozialen Netzwerken, auf denen die Selfies geteilt werden.

Die Psychologieprofessorin Paula Niedenthal (im Bild) von der University of Wisconsin-Madison hält den Ansatz von echtem und falschem Lächeln und ...

... sogar vom Lächeln als Ausdruck von Glück, Freundlichkeit oder Sympathie für zu kurz gedacht.

"Menschen lächeln in verschiedenen Situationen und in vielen unterschiedlichen emotionalen Phasen", ist sich Niedenthal sicher.

Um diese These zu stärken, ließ die Forscherin in Zusammenarbeit mit Kollegen der University of Cardiff und der University of Glasgow Probanden tausende Porträts (nicht im Bild) ...

... wie dieses betrachten. Das Lächeln der Abgebildeten wurde vorher auf verschiedene Arten am Computer erzeugt.

Die Studienteilnehmer hatten die Aufgabe, die Gesichter in drei verschiedene Kategorien des Lächelns einzuordnen.

Sie konnten wählen zwischen Belohnungs-, Zugehörigkeits- und Dominanzlächeln.

Bei allen drei verschiedenen Arten werden Muskeln verschieden aktiviert, so dass ganz unterschiedliche Mimiken entstehen. Aber sehen Sie selbst.

Wohin würden Sie dieses Lächeln einordnen?

Und dieses?

Aber bei diesem ist es doch ganz klar, oder?

Und hier kommt die Auflösung: Wenn Menschen so lächeln, dann wird es als Kooperations- oder Zugehörigkeitslächeln bezeichnet. Hierbei werden die Mundwinkel weit nach hinten gezogen. Die Lippen bleiben dabei geschlossen und werden schmaler. Menschen lächeln auf diese Weise, um Toleranz, Anerkennung und Verbindung auszustrahlen.

Und dieses Lächeln? Ganz klar! Es gehört zum Belohnungslächeln. Dabei werden die Mundwinkel symmetrisch nach oben gezogen. Die Augenbrauen werden leicht angehoben und die Lippen geöffnet, so dass die Zähne zum Vorschein kommen. Auf diese Weise lächelt man ein Baby an, damit es zurücklacht.

Beim von den meisten Probanden als Dominanzlächeln eingestuften Proträts wurden die Mundwinkel asymmetrisch angehoben, die Nase kräuselt sich und Brauen und Oberlippe werden einseitig angehoben. Dieses Lächeln, das mehr ein Schmunzeln ist, drückt den eigenen höheren Sozialstatus aus.

Doch wozu dieses detaillierte Wissen?

Das Lächeln hat sich im Laufe der Zeit entwickelt, erklären die Forscher.

Es dient dazu, um grundlegende Botschaften beim Zusammenleben zu übermitteln.

Welche das sind, das wissen die meisten Menschen intuitiv.

Dennoch gibt es einige, denen diese neuen Erkenntnisse helfen. Zum Beispiel Menschen mit Autismus oder anderen Störungen der sozialen Wahrnehmung.

Aber auch in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie ist es wichtig zu wissen, welche Gesichtsmuskeln für welche Gesichtsausdrücke wichtig sind und wie die Mimiken auf andere Menschen wirken.

Und für alle anderen ist es einfach gut zu wissen, dass es verschiedene Arten des Lächelns gibt. Vor allem, wenn man in Kulturkreisen unterwegs ist, in denen viel und oft gelächelt wird.

Na dann: Cheeeeese!

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