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Von Minuten zu Jahrtausenden: Lebenserwartungen

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Stolzes Alter: Die Französin Jeanne Calments verstarb 1997 mit 122 Jahren. Bei keinem anderen Menschen konnte bisher nachgewiesen werden, dass er so lange auf der Erde weilte wie die 1875 geborene Calment. Sie zeigt, wie hoch die maximale Lebenserwartung des Menschen ist. (Foto: picture-alliance / dpa)

Stolzes Alter: Die Französin Jeanne Calments verstarb 1997 mit 122 Jahren. Bei keinem anderen Menschen konnte bisher nachgewiesen werden, dass er so lange auf der Erde weilte wie die 1875 geborene Calment. Sie zeigt, wie hoch die maximale Lebenserwartung des Menschen ist.

Stolzes Alter: Die Französin Jeanne Calments verstarb 1997 mit 122 Jahren. Bei keinem anderen Menschen konnte bisher nachgewiesen werden, dass er so lange auf der Erde weilte wie die 1875 geborene Calment. Sie zeigt, wie hoch die maximale Lebenserwartung des Menschen ist.

Verschiedenste Faktoren bestimmen das theoretisch mögliche Alter eines jeden (dunkelgrün besonders hohe, dunkelrot besonders niedrige Lebenserwartung). Neben Kriegen, Krankheiten, Hungersnöten spielen genetische Anlagen, die medizinische Versorgung, Hygiene, Stress, Ernährung und Bewegung eine Rolle.

Global betrachtet, erreichen die Menschen in den östlichen Pyrenäen, im Zwergstaat Andorra, durchschnittlich ein besonders hohes Alter. Sie haben, so die Statistik, mit 83,5 Jahren die weltweit höchste Lebenserwartung.

Im afrikanischen Swasiland dagegen ist das Leben besonders kurz: Die Menschen dort werden im Schnitt nicht mehr als 32 Jahre alt. Die HIV-Rate von Swasiland ist die höchste auf der Welt.

In Deutschland errechnete man für 2010 geborene Jungen eine Lebenserwartung von 77 Jahren und vier Monaten, für Mädchen dieses Jahrgangs liegt sie bei 82,5 Jahren.

Frauen werden in den meisten Industrienationen - das zeigt sich auch in dieser Europastatistik - ...

... durchschnittlich um vier bis acht Jahre älter als Männer.

Man nimmt an, dass die Gründe dafür vor allem in der Lebensführung zu suchen sind. Männern wird ein geringeres Gesundheitsbewusstsein nachgesagt. Sie rauchen mehr als Frauen, trinken mehr Alkohol und konsultieren seltener einen Arzt.

Außerdem gehen Männer häufiger als Frauen gefährlicher und ...

... stark körperbelastender Arbeit nach.

Dass es keine biologischen Faktoren sind, die zur früheren Sterblichkeit von Männern führen, scheint die sogenannte Klosterstudie zu belegen: Mönche nämlich leben, so das Ergebnis des deutsch-österreichischen Forschungsprojekts, rund 4,5 Jahre länger als die Männer der Allgemeinbevölkerung. Hinter Klostermauern also ist der Unterschied zur Lebenserwartung von Frauen nur noch ein kleiner.

In Mitteleuropa, und damit auch in Deutschland, ist die Lebenserwartung seit 1840 um 40 Jahre gestiegen. Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock spricht von drei Monaten, die das Leben Jahr für Jahr länger geworden ist. Hier im Bild die Hannoveranerin Elsa Peck (2.v.r.), die im April 2012 ihren 110. Geburtstag gefeiert hat.

Verglichen mit anderen Lebewesen, hat der Mensch eine recht hohe Lebenserwartung.

Ganz anders sieht es zum Beispiel unter erwachsenen Eintagsfliegen aus. Sie leben, wie der Name schon sagt, zwischen einem und vier Tagen, manchmal aber auch nur wenige Minuten. Diese Zeit nutzen sie ausschließlich zur Fortpflanzung.

Bauchhärlinge, winzig kleine Bewohner von Süßgewässern und Meeren, sind ebenfalls besonders kurzlebig: Sie sterben nach 3 bis 21 Tagen.

Quallen, diese uralten Geschöpfe der Welt, bringen es immerhin auf drei Monate, manchmal sogar auf ein halbes bis dreiviertel Jahr. Sie sterben, wenn die Fortpflanzung beendet ist.

Mistkäfer werden bis zu drei Jahre alt.

Gleiches gilt für Marienkäfer, egal, wie viele Punkte sie auf dem Rücken haben.

Regenwürmer haben eine Lebenszeit von drei bis acht Jahren.

Bei Ameisen hängt die Lebenserwartung mit dem Status des einzelnen Tieres zusammen: Die Arbeiterinnen der Roten Waldameise zum Beispiel leben selten länger als drei Jahre, ihre Königin aber wird durchaus bis zu 25 Jahre alt.

Die Königin der Schwarzen Wegameise bringt es durchschnittlich sogar auf fast 30 Jahre. Ihre Lebenserwartung entspricht damit ...

... der eines Pferdes.

Und auch die Weibchen der mexikanischen Rotknie-Vogelspinne haben eine Lebenserwartung von bis zu 30 Jahren - zumindest im Terrarium. Die Männchen sterben im Allgemeinen schon zwei bis drei Jahre nach der Geschlechtsreife. Sie werden vier bis höchstens 13 Jahre alt.

Auch Schlangen erreichen in Gefangenschaft ein höheres Alter. Ihr Alter festzustellen, gelingt erst, wenn sie tot sind. Dann gibt die Knochenstruktur Auskunft. Vertreter der Riesenschlangen, wie dieser Königspython, können über 40 Jahre alt werden.

Damit kommen wir jetzt zu den besonders langlebigen Tieren. Elefanten, die größten Landsäugetiere der Welt, leben 60 bis 70 Jahre lang. Mit etwa 55 Jahren werden sie unfruchtbar. Der älteste bekannte Elefant starb in einem Zoo in Taiwan. Er wurde 86.

Papageien können ein ganzes Menschenleben begleiten. Große Kakadus werden bis zu 75 Jahre alt. Ein Gelbbrustara - wie hier im Bild - soll gar mehr als 100 Jahre lang gelebt haben.

Auf dieses Alter bringen es auch Nilkrokodile und ...

... Hummer. Dieses Exemplar wird im Kochtopf landen. Doch Artgenossen, die im Freien leben, können 60 bis 100 Jahre alt werden.

Unter den Säugetieren sind die Grönlandwale die langlebigsten. Die durchschnittliche Lebensdauer beträgt zwar nur 40 Jahre, doch wie alte Harpunenspitzen im Körper erlegter Tiere verrieten, können die Wale weit mehr als 100 Jahre alt werden. Einer von ihnen, das zeigten molekularbiologische Untersuchungen, wurde sogar 211 Jahre alt.

Bleiben wir im Wasser: Störe gibt es schon seit vielen Millionen Jahren auf der Erde. Sie gehören aber nicht nur zu den ältesten Fischarten der Welt, sondern können auch besonders alt werden. Der älteste bisher bekannte Stör schwamm 118 Jahre lang durch Flüsse und Meere.

Flussperlmuscheln leben in Bächen und Flüssen, in Deutschland allerdings nur noch stellenweise. Hierzulande werden sie bis zu 130 Jahre alt. In Schweden gibt es Exemplare, deren Lebenserwartung bei mehr als 200 Jahren liegt.

Dass Galapagos-Riesenschildkröten ein erstaunliches Alter erreichen können, wissen wir von Harriet, die sich hier mit Nachwuchs zeigt. Sie wurde 176 Jahre alt.

Adwaita, ein Aldabra-Riesenschildkrötenmännchen aus dem Zoo von Kalkutta, Indien, war sogar schon 256 Jahre alt, als er 2006 starb. Den Aufzeichnungen des Zoos zufolge war er 1750 geschlüpft. Solche Zahlen beeindrucken. Doch ...

... Mammutbäume können sie locker überbieten. Ihre Lebensdauer bemisst sich eher nach Jahrtausenden als nach Jahrhunderten. Mammutbäume können 2000 Jahre alt werden. Das Exemplar hier im Bild ist 1000 Jahre alt und hat möglicherweise noch sein halbes Leben vor sich.

Auch unter den Kiefern gibt es Arten mit besonders hoher Lebenserwartung. In den White Mountains in Kalifornien stehen 17 "Langlebige Kiefern". Sie sind über 4000 Jahre alt, eine von ihnen gar 4700.

Zum Abschluss ein Blick auf das älteste Lebewesen der Welt: Dieser Riesenschwamm ist in den Tiefen des antarktischen Meeres zu Hause. Sein Alter: mehr als 10.000 Jahre.

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