Artenschutzkonferenz 2010: Letzte Chance für bedrohte Arten
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Etwas ungewöhnlich sehen sie aus, diese Möbel. Kein Wunder, denn das Arrangement für drei Personen wurde aus Elefantenfüßen gefertigt.Bild 1 von 47 | Foto: Wikipedia/CruxDie Stoßzähne der Tiere werden auch als "weißes Gold" bezeichnet. Durch aufwendige Schnitzereien werden sie zu teuren Schmuckstücken. Elfenbein ist der Grund, warum Wilderer seit Jahren die Elefantenpopulation in Afrika dezimieren.Bild 2 von 47 Ein begehrtes, aber fragwürdiges Souvenir für Asien-Touristen ist Reisschnaps mit Schlangen-Einlage. Für eine Flasche müssen mehrere Tiere ihr Leben lassen.Bild 3 von 47 | Foto: Wikipedia/HawoboHier trocknen keine Wäschestücke auf der Leine, sondern Haifischflossen. Wegen steigender Nachfrage werden im Westpazifik heute 20 Mal mehr Haie gefangen als noch Anfang der 1990er Jahre.Bild 4 von 47 | Foto: ASSOCIATED PRESSDamit gefährdete Tierarten vor derartigen Schicksalen bewahrt werden, gründeten Staaten aus der ganzen Welt 1973 das Washingtoner Artenschutzübereinkommen, in der englischen Abkürzung "CITES" (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora).Bild 5 von 47 | Foto: ASSOCIATED PRESSVom 13. bis zum 25. März 2010 konferierten die rund 2000 Delegierten der 175 Mitgliedsstaaten des Artenschutzabkommens in Doha, der Hauptstadt des Emirates Katar am Persischen Golf.Bild 6 von 47 | Foto: picture alliance / dpaAuf der zweiwöchigen Konferenz im "Sheraton Doha Hotel" stellten die Mitgliedsstaaten Anträge zur Aufnahme regionaler Arten in eine von drei Schutzkategorien. Diese legen die Handelsrechte für die gefährdeten Tiere fest oder verbieten den kommerziellen Handel vollständig.Bild 7 von 47 | Foto: ASSOCIATED PRESSIn Mittelamerika sind mehrere Tierarten gefährdet. Honduras wollte gleich drei Leguanarten auf die Listen aufnehmen und zusätzlich den Rotaugen-Laubfrosch.Bild 8 von 47 | Foto: picture-alliance/ dpaDer im Regenwald lebende Frosch wird zwischen fünf und sieben Zentimeter lang. Trotzdem ist der Winzling wegen seinen großen, feuerroten Augen sehr auffällig. Bislang galt er nicht als bedroht, doch die Abholzung des Regenwaldes und das Einfangen durch Terraristik-Händler hat die Populationen in letzter Zeit stark dezimiert.Bild 9 von 47 | Foto: picture alliance / dpaDer Blauflossen-Thunfisch ist der am stärksten überfischte Thunfisch. Experten sagen, dass die wissenschaftlich empfohlene Fangmenge in der Vergangenheit nicht eingehalten wurde. Hinzu kommt die illegale Fischerei. Die Geburtenrate reicht nicht, um diese Fänge zu kompensieren.Bild 10 von 47 | Foto: picture-alliance/ dpaDie Nachfrage nach dem Raubfisch ist sehr hoch. In Asien ist ein ausgewachsenes Exemplar von etwa 600 Kilogramm bis zu 100.000 US Dollar wert. Monaco hat deshalb den Antrag gestellt, den Blauflossen-Thunfisch in die höchste Schutzkategorie einzustufen. Trotz allem konnten die Japaner in Doha dafür sorgen, dass der Handel weiterhin erlaubt ist.Bild 11 von 47 | Foto: ASSOCIATED PRESSDas Antragsverfahren funktioniert auch in die andere Richtung. Weil sich die Population des gefährdeten Nil-Krodokils im Zuge des CITES-Abkommens wieder gut erholt hat, beantragte die Regierung Ägyptens, das strikte Handelsverbot wieder zu lockern.Bild 12 von 47 | Foto: picture-alliance / dpaUnd auch in Mexiko und Belize gibt es wieder mehr Reptilien. Die Beschränkungen für das Beulenkrokodil sollen herabgestuft und das Tier unter bestimmten Auflagen wieder für den Handel freigegeben werden.Bild 13 von 47 Anders der Eisbär. Er ist bekanntermaßen vor allem durch den Klimawandel bedroht. Das schmelzende Eis schränkt den Lebens- und Jagdraum des weltweit größten Landraubtieres massiv ein.Bild 14 von 47 | Foto: picture alliance / dpaDie USA wollten den in der Arktis lebenden Eisbären daher in die am stärksten bedrohten Tierarten einreihen. Der Antrag wurde abgelehnt - unter Auflagen darf der Handel mit den Raubtieren weitergehen.Bild 15 von 47 | Foto: picture alliance / dpaWährend die Bestände der weißen Bären hauptsächlich von der globalen Erwärmung in Mitleidenschaft gezogen werden, ...Bild 16 von 47 | Foto: picture alliance / dpa… wird der Tiger in erster Linie vom Menschen bedroht. Die geschützten Raubkatzen fallen seit Jahren Wilderern zum Opfer. Die haben es auf Fell und Knochen der majestätischen Säugetiere abgesehen.Bild 17 von 47 | Foto: picture alliance / dpaTiger- und andere Wildkatzenfelle erzielen hohe Preise auf dem asiatischen Schwarzmarkt.Bild 18 von 47 | Foto: picture-alliance/ dpaDie Raubkatzen stehen bereits auf der höchsten Schutzstufe des CITES-Abkommens. Trotzdem finden Wilderer immer noch Möglichkeiten, mit den bedrohten Arten Handel zu treiben.Bild 19 von 47 | Foto: ASSOCIATED PRESSDas Ergebnis ist traurig.
2008 stellten die Behörden in Thailand nach einer verdeckten Ermittlung in Wilderer-Kreisen elf tote Raubkatzen sicher.Bild 20 von 47 | Foto: picture-alliance/ dpaDie traditionelle chinesische Medizin ist gut 2000 Jahre alt - und löst sich bis heute nicht von der Verwendung zerstoßener Tigerknochen als Zutat.Bild 21 von 47 | Foto: picture-alliance / dpaExperten schätzen, dass nur noch 3200 Tiger in Asien und Russland in freier Wildbahn leben. Aus diesem Grund entschied die Konferenz jetzt, dass der illegale Handel mit Tigerprodukten noch stärker bekämpft werden soll.Bild 22 von 47 | Foto: picture alliance / dpaDie USA und der pazifische Inselstaat Palau wollten gleich sechs verschiedene Hai-Arten auf die Listen der gefährdeten Tiere setzen lassen, darunter den Hammerhai.Bild 23 von 47 | Foto: picture-alliance / dpaDie Raubfische sind, ebenso wie der Thunfisch, durch extreme Überfischung vom Aussterben bedroht. Die Konferenz hatte allerdings kein Erbarmen mit den Meerestieren, fünf von sechs Anträgen wurden abgelehnt.Bild 24 von 47 | Foto: ASSOCIATED PRESSHaifischflossen gelten als Delikatesse und werden sowohl in Asien …Bild 25 von 47 | Foto: picture-alliance/ dpa… als auch in den Vereinigten Staaten auf Märkten zum Verkauf angeboten. Die Schutzkategorie, die für die "Räuber der Meere" beantragt ist, würde den Handel nicht komplett verbieten, jedoch einschränken und mit Auflagen versehen.Bild 26 von 47 | Foto: ASSOCIATED PRESSWale fallen trotz eines 1986 in Kraft getretenen Moratoriums immer noch Walfängern zum Opfer. Besonders Japan steht wegen der Jagd auf die Meeresriesen seit Jahren in der Kritik.Bild 27 von 47 | Foto: picture-alliance/ dpaWeil sie die Wale angeblich zu Forschungszwecken braucht, widerspricht die Wirtschaftsmacht dem Moratorium konsequent und setzt trotz schwerer Proteste von Umweltorganisationen und Tierschützern ihre Jagdfahrten fort.Bild 28 von 47 | Foto: picture-alliance/ dpa/dpawebUnd dann ist da ja noch das "weiße Gold". Eines der Hauptthemen auf der CITES-Konferenz war der Handel mit Elfenbein.Bild 29 von 47 | Foto: picture alliance / dpaDie Dickhäuter sind massiv durch Elfenbeinjäger und Wilderer bedroht. Obwohl der Handel mit den Stoßzähnen der größten lebenden Landsäugetiere seit 1989 streng verboten ist, gehen die Elefanten-Populationen in Zentralafrika kontinuierlich zurück.Bild 30 von 47 | Foto: picture-alliance/ dpa2007 konferierten die Mitgliedsstaaten des CITES-Abkommens zuletzt. Damals wurde ein neunjähriges Handelsmoratorium mit Elfenbein beschlossen. Vier afrikanische Staaten durften vorher noch Elfenbein aus legalen Lagerbeständen verkaufen.Bild 31 von 47 | Foto: picture-alliance/ dpaNun, drei Jahre später, beantragten die Staaten Tansania und Sambia eine Verkaufserlaubnis für Elfenbein. Eine ganze Reihe afrikanischer Staaten fordert die EU dazu auf, den Antrag auf der CITES Konferenz abzulehnen: Mit Erfolg.Bild 32 von 47 | Foto: picture-alliance/ dpaKenias Minister für Wald und Tierwelt, Noah Wekesa, bezeichnet die Situation der Elefanten als "kritisch". Im Dezember vergangenen Jahres haben Wilderer im Staat Sierra Leone die letzten Elefanten getötet.Bild 33 von 47 | Foto: picture alliance / dpaAuch wenn Tisch und Stühle nicht aus Elefantenfüßen, sondern beispielsweise aus Tropenholz hergestellt werden,….Bild 34 von 47 | Foto: REUTERS… leiden Tiere. Experten haben herausgefunden, dass heute fast die Hälfte aller Affenarten bedroht ist – eine Folge der fortschreitenden Rodung des Regenwaldes.Bild 35 von 47 | Foto: picture-alliance/ dpaDer Goldkopf-Langur gehört in diese Gruppe. Von ihm soll es auf der Insel Cat Ba im Nordosten Vietnams nur noch 60 bis 70 Exemplare geben..Bild 36 von 47 | Foto: ASSOCIATED PRESSDem Wieselmaki geht es da nicht besser. Die Population auf Madagaskar wird auf knapp 100 Individuen geschätzt. Neben der Abholzung ist auch bei den Affen illegaler Handel für das Verschwinden der Arten verantwortlich.Bild 37 von 47 | Foto: APAuch der Cross-River Gorilla gehört zu den gefährdeten Affenarten. Wer allerdings glaubt, die Bedrohung der Tierarten beschränke sich auf tropische und arktische Gebiete, liegt falsch.Bild 38 von 47 | Foto: picture-alliance/ dpaIm letzten Jahr wurde in Deutschland die Rote Liste der gefährdeten Wirbeltierarten veröffentlicht. Laut Experten ist fast die Hälfte aller deutschen Wirbeltiere in ihrer Existenz bedroht, so wie der Wolf.Bild 39 von 47 | Foto: picture alliance / dpaZusätzlich gibt es die Rote Liste der Vögel. Hier ist der Kiebitz ganz vorne. Ornithologen prophezeien dem Vogel aus der Familie der Regenpfeifer eine dunkle Zukunft, wenn sich der Vogelschutz in der Bundesrepublik nicht verbessert.Bild 40 von 47 | Foto: picture-alliance/ dpaDer seltene Grüngecko ist zwar nicht in Deutschland beheimatet, aber er sollte in die Bundesrepublik einreisen. Ein deutscher Wilddieb versuchte Anfang März, 16 der seltenen Eidechsen im Wert von etwa 100.000 Euro aus Neuseeland herauszuschmuggeln. Er wurde zu 15 Wochen Haft verurteilt.Bild 41 von 47 | Foto: Pixelio/Oliver HajaAber auch unfreiwillig werden Urlauber zuweilen zu Schmugglern. Oft wissen die Touristen nicht, dass bestimmte "Andenken" nicht über die Landesgrenze gebracht werden dürfen. Dazu zählen nicht nur viele Spinnen- und Insektenarten, …Bild 42 von 47 | Foto: picture-alliance / dpa… sondern auch manche exotische Delikatessen, wie die in Schnaps eingelegten Schlangen …Bild 43 von 47 | Foto: picture-alliance/ dpa… oder Produkte, die Moschus enthalten, wie asiatische Medizin oder Parfüme. Der Moschushirsch wird für den Gewinn des duftenden Sekretes getötet. Auch die Population des scheuen Tieres ist wegen der Nachfrage nach Moschus zurückgegangen.Bild 44 von 47 | Foto: picture-alliance / dpaAls Tourist kann man durch Souvenirs aber auch den Markt des Urlaubslandes unterstützen. Stoffe, Schnitzereien aus zertifiziertem Holz, Malereien oder Töpferwaren geben ebenfalls schöne Andenken ab.Bild 45 von 47 | Foto: REUTERSDas internationale Artenschutzabkommen ist für viele Tierarten die letzte Chance. Aus Zeitgründen können nicht immer alle Anträge berücksichtigt werden. 2007 war das Schutzgesuch für den Dornhai untergegangen. Er darf weiterhin gehandelt werden. Auch dieses Jahr wurde keine Änderung erzielt.Bild 46 von 47 | Foto: Pixelio/Alexander EndersDas Elfenbein-Handelsverbot hingegen ist auf einem guten Weg. Für die Dickhäuter gab es dieses Jahr auf der Konferenz in Doha jedenfalls ein Happy End.Bild 47 von 47 | Foto: picture-alliance/ dpa
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