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Verwesende Pottwale in der Nordsee: Meeresbiologen bergen gigantische Kadaver

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Mit großen Raupenfahrzeugen machen sich Meeresbiologen an den Abtransport der ... (Foto: dpa)

Mit großen Raupenfahrzeugen machen sich Meeresbiologen an den Abtransport der ...

Mit großen Raupenfahrzeugen machen sich Meeresbiologen an den Abtransport der ...

... acht toten Pottwale, die auf der Nordseeinsel Kaiser-Wilhelm-Koog in Schleswig-Holstein gestrandet sind.

Das schlechte Wetter erschwerte tagelang die Arbeit der Einsatzkräfte.

Der selbst bei Ebbe zu hohe Wasserstand machte eine Bergung der Tiere unmöglich. Für Schiffe war der Pegel hingegen zu niedrig.

Zunächst waren zwei Pottwale an den Strand von Wangerooge gespült worden, dann wurden auch auf anderen Nordseeinseln tote Tiere gesichtet.

Vor Wangerooge, Helgoland, Texel und Büsum waren mehrere Pottwal-Kadaver entdeckt worden.

Ein Spaziergänger hatte die zuletzt registrierten toten Meeressäuger auf Kaiser-Wilhelm-Koog entdeckt.

Es ist der größte Fund von Pottwalen in Schleswig-Holstein.

Meeresbiologen machen sich nun daran, die riesigen Tiere fachgerecht zu zerteilen und zu entsorgen. Anfragen von Museen oder Hochschulen gab es bisher nicht.

Der schaurige, aber ehrfurchtgebietende Anblick der riesigen Tiere mag zwar vielerorts Schaulustige und Medien schockieren, ist jedoch nicht ganz ungewöhnlich.

Seit Anfang Januar wurden insgesamt 25 tote Tiere an deutsche, niederländische und britische Nordseestrände gespült.

Warum so viele Pottwale auf einmal verendeten, ist bisher nicht geklärt.

Bei den zwei auf Wangerooge gefundenen Tieren wird angenommen, dass sie sich verschwommen haben und nicht mehr aus der "Nordsee-Falle" entkamen.

Mit ihrem akustischen Orientierungssinn können sich die Tiere in der Nordsee schlecht orientieren.

Große Pottwalbullen erreichen bis zu 20 Meter und Gewichte von 50 Tonnen. Sie sind damit die größten bezahnten Tiere der Erde. Experten müssen deshalb für die Bergung schweres Gerät auffahren.

"Zufällig und zum Glück haben wir die zwei Kettenbagger auf der Insel", sagt Wangerooges Bürgermeister Dirk Lindner.

Die Bagger ziehen die tonnenschweren Kadaver so gut es geht über das Watt.

Die Bergungsarbeiten sind komplex und nicht ganz ungefährlich. Wale sind Warmblüter, nach dem Tod zerfallen die inneren Organe sehr schnell.

Es entstehen Verwesungsgase, die Kadaver blähen sich auf. "Irgendwann platzen diese Wale.

Und das ist auf der einen Seite ein Riesengestank, auf der andere Seite eine Riesensauerei, ...

... und es kann auch für Menschen, die drum herum stehen, gefährlich werden", beschreibt Meeresbiologe Thilo Maack das Risiko.

Für einen der Wale auf Wangerooge soll es nach der Überfahrt ans Festland ein Rückfahrticket nach geben.

Bürgermeister Lindner setzt alles daran, um einen der "Jungs", wie er sagt, als Skelett und Touristenattraktion wieder auf die Insel zu holen.

Die Entsorgung ist aus Sicht von Meeresbiologen aus Umweltgründen nicht unproblematisch: Walkadaver sind eigentlich Sondermüll.

Der Grund: Sie sind sehr stark mit Schwermetallen belastet.

Zudem würde es Jahre dauern, bis sich ein so gigantischer Pottwalkadaver auf natürlichem Wege zersetzt.

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