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Von Benz-Patent bis Edison-Zylinder: "Memory of the World": Das deutsche Weltdokumentenerbe

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Seit 1992 führt die Unesco ihr Register des Weltdokumentenerbes, "Memory of the World". Es umfasst mittlerweile etwa 300 Einträge. Deutschland ist mit 17 Dokumenten vertreten. Am 18. Juni 2013 ... (Foto: picture alliance / dpa)

Seit 1992 führt die Unesco ihr Register des Weltdokumentenerbes, "Memory of the World". Es umfasst mittlerweile etwa 300 Einträge. Deutschland ist mit 17 Dokumenten vertreten. Am 18. Juni 2013 ...

Seit 1992 führt die Unesco ihr Register des Weltdokumentenerbes, "Memory of the World". Es umfasst mittlerweile etwa 300 Einträge. Deutschland ist mit 17 Dokumenten vertreten. Am 18. Juni 2013 ...

... wurden einige neue Dokumente von Weltrang aufgenommen - so auch das aus dem 8. Jahrhundert stammende "Lorscher Arzneibuch". Es zählt ...

... zu den ältesten Sammlungen von Rezepten und Klostermedizin aus dem Mittelalter und wartet mit kuriosen Ratschlägen gegen Gebrechen jeglicher Art auf. Das Arzneibuch wurde ...

... in der Benediktinerabtei im hessischen Lorsch handschriftlich erstellt.

Ungleich bekannter ist die Himmelsscheibe von Nebra; Auch sie wurde neu in die Liste aufgenommen. Laut Unesco ist die Himmelsscheibe "die älteste konkrete Darstellung kosmischer Phänomene". Sie ist etwa 3600 Jahre alt und wurde nach ihrer Nutzung ...

... mit wertvollen Beigaben auf dem Mittelberg bei Nebra (im Bild) rituell begraben und den Göttern geweiht.

Der Antrag auf Aufnahme der "Goldenen Bulle" in das Weltregister des Dokumentenerbes war ein Gemeinschaftsprojekt mit Österreich - auch er ist nun mit Erfolg gekrönt. Die 1356 erlassene Goldene Bulle, das "Grundgesetz" des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, bestimmte Frankfurt endgültig zum Wahlort der deutschen Könige und Kaiser. Alle sieben Originale sind erhalten und liegen in Archiven und Bibliotheken in Deutschland und Österreich.

Ebenso eine erfolgreiche Gemeinschaftsnominierung, diesmal mit den Niederlanden: das "Kommunistische Manifest" und der erste Band des "Kapitals" von Karl Marx. Im Bild: die erste veröffentlichte Ausgabe vom "Manifest der Kommunistischen Partei". Die von Karl Marx und Friedrich Engels verfasste Schrift gab zum ersten Mal einer kommunistischen Partei ein Programm.

Vom "Kommunistischen Manifest" existiert heute noch eine handschriftliche Seite, die in einem Amsterdamer Archiv lagert, ebenso die von Karl Marx persönlich kommentierte Ausgabe des ersten Bands des "Kapitals".

Der erste deutsche Beitrag zum Dokumenten-Weltregister: Als weltweit einzigartiger Bestand historischer Tonaufnahmen wurde die Sammlung des Berliner Phonogramm-Archivs im Jahr 1999 aufgenommen. Das Archiv beherbergt über 145.000 Musikaufnahmen aus Kulturen aller Kontinente, darunter tausende Edison-Zylinder. (im Bild: Edison-Hartgusswalze aus Wachs, ca. 1904)

Das Benz-Patent vom 29. Januar 1886: Das Datum der Patentanmeldung für ein dreirädriges Fahrzeug mit Gasmotor gilt als Geburtstag des Automobils, die Patentschrift Nummer 37435 als seine Geburtsurkunde. Die Kopie des nicht mehr existierenden Originalpatents wurde im Mai 2011 in das Unesco-Register "Memory of the World" aufgenommen.

Die "Gutenberg-Bibel", seit 2002 Weltdokumentenerbe, entstand zwischen 1452 und 1454 in Mainz. Johannes Gutenberg war der Erfinder des europäischen Buchdruckes mit beweglichen Metalllettern. Die 1282 Seiten umfassende Gutenberg-Bibel der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen ist eines von vier komplett erhaltenen Dokumenten und das einzige in Deutschland. Insgesamt gibt es heute noch etwa 50 Exemplare.

Der literarische Nachlass Johann Wolfgang Goethes wurde im Jahr 2001 als bedeutendes Dokument der Weltliteratur in das Register aufgenommen. Die Goethe- und Schiller-Archive der Klassik Stiftung Weimar ...

... bewahren die Sammlung auf. Sie enthält die wichtigsten Manuskripte des großen deutschen Dichters, darunter die Reinschrift zum "Faust" sowie die Handschriften zu "Wilhelm Meisters Wanderjahre".

Der wohl bekannteste deutsche Stummfilm, Fritz Langs Klassiker "Metropolis", steht seit 2001 auf der illustren Liste. "Die meisterhafte filmische Umsetzung ...

... eines architektonischen Zukunftsbildes der Stadt macht ihn zu einem einzigartigen Dokument des Menschheitserbes", so begründet die Unesco die Aufnahme des Films ins Welterbe.

Im Jahr 2001 erkor die Unesco die Handschrift zur 9. Sinfonie Ludwig van Beethovens zum Weltdokumentenerbe. Das Werk entstand zwischen 1822 und 1824 ...

... und gilt als der Höhepunkt seines kompositorischen Schaffens. Der größte Teil der Handschrift gehört zur Beethovensammlung der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz.

Im Jahr 2004 wurde auf der Bodenseeinsel Reichenau stolz gestrahlt: Zehn Handschriften der früheren Kloster-Malschule wurden in das Register des Weltdokumentenerbes aufgenommen.

Prachtvoll: Laut Unesco repräsentiert die Buchmalerei des Klosters Reichenau aus dem 10. und 11. Jahrhundert "in herausragender Weise die ottonische Buchmalerei Deutschlands". Die Manuskripte der Reichenauer Buchmalerei finden sich in verschiedenen deutschen und internationalen Bibliotheken und Museen.

Die Waldseemüllerkarte von 1507 wurde 2005 von der Unesco in die Liste aufgenommen. Die Weltkarte des berühmten Freiburger Kartografen Martin Waldseemüller (ca. 1470 - 1522) gilt als Geburtsurkunde Amerikas, weil der neu entdeckte Kontinent dort erstmals unter der Bezeichnung "America" aufgeführt ist.

Jeder Deutsche kennt sie: die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Im Jahr 2005 ...

... wurde ihre Sammlung zum Welterbe, vor allem die Kasseler Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen mit Grimm'schen Ergänzungen und Notizen. (im Bild: erste handschriftliche und unbebilderte Auflage "Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm von 1812 im Brüder- Grimm-Museum in Kassel)

Die Bibliotheca Corviniana (kurz Corvina), die Büchersammlung des ungarischen Königs Matthias Corvinus (1443-1490), war laut Unesco nach der Vaticana die zweitgrößte Renaissance-Bibliothek. Sie wurde 2005 in das Weltdokumentenerbe aufgenommen. Die prächtig verzierten Handschriften sind größtenteils verloren gegangen oder verstreut - heute soll es noch etwa 200 "Corvinen" geben: außer in Deutschland in Ungarn, Österreich, Italien, Frankreich, Belgien, England, der Türkei und in den USA.

Der umfangreiche Briefwechsel von Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) zu allen wichtigen Bereichen der Wissenschaften gehört seit 2007 zum "Memory of the world". Die rund 15.000 Briefe des hannoverschen Hofbibliothekars und Gelehrten stellen laut Unesco "ein einzigartiges Zeugnis der europäischen Gelehrtenrepublik im Übergang vom Barock zur frühen Aufklärung dar".

Das Nibelungenlied ist laut Unesco "das berühmteste Heldenepos der mittelhochdeutschen Literatur und gilt als herausragendes Beispiel der europäischen Heldenepik". Die drei vollständig erhaltenen Handschriften des "Nibelungenlieds" aus dem 13. Jahrhundert werden in der Bayerischen Staatsbibliothek München, in der Stiftsbibliothek St. Gallen (Schweiz) ...

... und in Karlsruhe verwahrt. Die Unesco führt das Nibelungenlied seit Juli 2009 im Register des "Memory of the World".

Im Jahr 2011 wurden Dokumente aus der jüngeren deutschen Geschichte aufgenommen: zum Bau und Fall der Berliner Mauer ...

... und zum Zwei-Plus-Vier-Vertrag von 1990. Im Zwei-Plus-Vier-Abkommen wurde die Einheit Deutschlands gestaltet.

Der Vertrag wurde am 12. September 1990 in Moskau von den Außenministern der beiden deutschen Staaten und der vier Siegermächte unterzeichnet.

Zu den Dokumenten zur Berliner Mauer gehören Filme, Schriftstücke und Fotos, wie dieses von DDR-Grenzposten, die den leblosen Körper von Peter Fechter wegtragen, nachdem er zuvor bei einem Fluchtversuch von DDR-Volkspolizisten niedergeschossen worden war, ...

... oder der berühmte "Zettel Schabowskis": Günter Schabowski las von ihm am 9. November 1989 während einer Pressekonferenz in Ost-Berlin die Änderungen der Reisegesetze ab und gab so die Öffnung der innerdeutschen Grenze bekannt. Der Rest ist Geschichte. (Text: Andrea Beu, Quellen: Unesco, dpa)

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