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Die Szenen, mit denen Filmregisseur Steven Spielberg den Weißen Hai 1975 als blutrünstigen Killer darstellte, hat jeder im Kopf.
Und auch Meeresforscher Jacques-Yves Cousteau (m.) schilderte Haie als überaus gefährlich und unberechenbar.
Mittlerweile wandelt sich das Image der Fische. Sicher: Schmusetiere sind sie nicht. Doch wer bedroht eigentlich wen?
Jährlich kommen bis zu zehn Menschen durch eine Haiattacke ums Leben.
Demgegenüber stehen pro Jahr 200 Millionen getötete Haie. Das sind sechs Haie pro Sekunde. Mehr als 70 Haiarten sind bereits vom Aussterben bedroht.
Weltweit sind 500 Haiarten bekannt. Nicht alle Haie ernähren sich räuberisch. Es gibt auch Planktonfresser unter ihnen. Dazu gehören die Walhaie, ...
... die bis zu zehn Meter großen und vier Tonnen schweren Riesenhaie ...
... und die seltenen Riesenmaulhaie.
Haie sind faszinierende Tiere. In der Forschung kristallisiert sich immer mehr heraus, dass sie intelligent sind und ein komplexes Sozialverhalten zeigen. Was am meisten Angst einjagt, ...
... ist ihr Gebiss.
Haizähne sind nicht aus dem gleichen Material wie menschliche Zähne. Haie haben Placoidschuppen.
Das sind Zähne, die sich vom Maul aus über den ganzen Körper des Haies ausbreiten. Die Zähne verkleinern sich und werden als Hautzähnchen fortgesetzt.
Der Vorteil für den Hai: Es entsteht eine laminare Strömung auf seiner Haut. Diese bewirkt, dass er beim Schwimmen viel Energie einspart.
Und ein Hochseehai muss schwimmen. Ständig. Denn Haie besitzen keine Schwimmblase. Sie müssen daher in Bewegung bleiben, um nicht abzusinken.
Haie können sehr gut riechen und sehen. Weil das Riechzentrum so wichtig ist, kann es zwei Drittel der Gehirnmasse eines Hais ausmachen. Blut können Haie in milliardenfacher Verdünnung wahrnehmen.
So wittert der Hai seine Beute aus 75 Metern Entfernung. Er folgt der Geruchsspur durch eine pendelnde Kopfbewegung.
Die Augen eines Hais sind zehn Mal lichtempfindlicher als die eines Menschen. Die meisten Haiarten können farbig sehen. Dadurch, dass sich die Augen an den Kopfseiten befinden, kann ein Hai in fast alle Richtungen schauen.
Das Gehör ist bei Haien weniger gut ausgeprägt als bei Landtieren. Haie reagieren im Bereich der niederfrequenten Töne, unter etwa 600 Hertz. Diese Frequenz geht zum Beispiel von kämpfenden Fischen, singenden Walen und grunzenden Seehunden aus.
Auch pulsierende Schwingungen im 100-Hertz-Bereich lassen Haie aufmerksam werden. Diese Töne werden von kranken oder verwundeten Tieren produziert.
Kommen wir zum Thema Fortpflanzung: Eierlegende Haie, wie etwa der Katzenhai, legen ihre Eier in Felsen oder Seetang ab.
Zum Schutz vor Raubfischen sind die Eier von einer dicken Hülle umgeben. Die Jungen schlüpfen einige Tage oder Wochen nach der Eiablage und sind dann auf sich allein gestellt.
Die meisten Haiarten, so auch der Ammenhai, sind lebendgebärend. Die Schwangerschaft dauert mehrere Monate. Dann kommen - je nach Haiart - zehn bis 80 Jungtiere zur Welt.
Im Unterschied zu den meisten anderen Fischarten wachsen Haie sehr langsam. Teilweise sind sie erst im Alter von 30 Jahren geschlechtsreif.
Die verschiedenen Haiarten sind grundsätzlich in allen Weltmeeren anzutreffen, doch nur 30 Prozent der Ozeane sind tatsächlich von Haien bewohnt (im Bild die Verbreitungsgebiete des Weißen Hais).
Die Wahrscheinlichkeit, von einer Kokosnuss erschlagen zu werden, ist wesentlich höher als die Gefahr, einem Hai zum Opfer zu fallen.
2006 meldete das internationale Archiv für Hai-Attacken 62 Angriffe auf Menschen, vier davon gingen tödlich aus.
In vielen Fällen fühlten sich die Haie belästigt. Ammenhaie zum Beispiel mögen es nicht, wenn man versucht, ihre Flosse zu greifen.
Und Port-Jackson-Stierkopfhaie, die auf dem Grund leben, beißen zu, wenn Badegäste versehentlich auf sie treten.
Ein Weißer Hai kann bei einer Attacke den größten Schaden verursachen. Er neigt bevorzugt dann zum Angriff, wenn die Objekte, die er im Wasser sieht, Geräusche ausstoßen. Auch hektische Bewegungen erregen seine Aufmerksamkeit.
Wellenreiter animieren ihn mitunter zum so genannten Probebiss. Mit einem solchen Biss verschafft sich der Hai Informationen über Beschaffenheit, Geschmack und Reaktionsfähigkeit des Objektes.
Auch ein Probebiss kann dem Menschen bereits schwere Verletzungen zufügen.
Vom Grauen Riffhai, beheimatet im Indopazifik, ist bekannt, dass er vor einem Angriff warnt. Er wölbt dann den Rücken, senkt die Flossen und lässt sich absinken. Glück hat, wer diese Sprache versteht. Rückzug ist angesagt!
Obwohl manche Haiarten zu den größten Raubfischen der Welt gehören, sind sie nicht die größten Raubtiere im Meer. Haie haben natürliche Feinde, wie etwa Schwertwale, Pottwale und Riesenkraken.
Der größte Feind der Haie ist jedoch der Mensch. Die Jagd auf die Tiere ist ein beliebter Sport, ...
... denn ein Haigebiss ist ...
... ebenso wie ein Haikopf als Trophäe begehrt.
Die meisten Haie werden jedoch wegen ihrer Flossen getötet. Diese landen dann in der Suppe (Haifischflossensuppe gilt in Fernost als Delikatesse) oder kommen als vermeintliches Potenzmittel auf den Markt.
Die Jagd auf die Flossen, das so genannte "Hai-Finning", ist grausam. Den Tieren werden bei lebendigem Leib die Flossen abgetrennt. Dann werden die Haie zurück ins Meer geworfen, wo sie verenden.
Mehr als 6.000 Tonnen getrockneter Haiflossen werden jedes Jahr gehandelt.
Doch nicht nur die Flossen werden verspeist. Manche Haiarten und -teile kommen unter einem anderen Namen bei uns auf den Tisch. Bekanntestes Beispiel ist die Schillerlocke. Sie ist geräucherter Dornhai. Auch dieser Hai steht auf der Roten Liste gefährdeter Arten.
"Wenn Haie sterben, stirbt das Meer!", warnt die Haischutzorganisation "Sharkproject".
Als Alpha-Räuber steht der Hai an der Spitze der Nahrungspyramide und sorgt für das Gleichgewicht im Meer.
Er frisst kranke und schwache Tiere und hält den Bestand der Beutetiere gesund. Umgekehrt profitieren kleine Tiere von den Haien. Fische schwimmen zum Beispiel in Hainähe und leben von Nahrungsresten.
Doch mittlerweile ist das Ökosystem durch den menschlichen Eingriff ernsthaft bedroht.
Seit mehr als 400 Millionen Jahren bevölkern Haie die Weltmeere.
Der Mensch hat die Bestände innerhalb kürzester Zeit um 95 Prozent reduziert.
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