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Sonntag, 23. Juli 2017

Von glasklar zur giftigen Brühe: "Mutter Ganges liegt im Sterben"

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Der Ganges beeinflusst das  tägliche Leben von Millionen von Menschen. (Foto: REUTERS)

Der Ganges beeinflusst das tägliche Leben von Millionen von Menschen.

Der Ganges beeinflusst das tägliche Leben von Millionen von Menschen.

Jeder dreizehnte Erdenbürger lebt am oder im Umfeld des Flusses, ...

... der im Himalaya in einer Höhe von 469 Metern glasklar aus einer Quelle entspringt und ...

... sich von da aus mehr als 2600 Kilometer durch Indien und Bangladesch schlängelt, ...

... begleitet von einer Reihe von Nebenflüssen, die sich im Gangesdelta näher kommen und schließlich ...

... in der Bucht von Bengalen in den Indischen Ozean münden.

Mehr als 100 Städte und ...

... tausende Siedlungen gibt es entlang des Flusses.

Für zwei Drittel der rund 500 Millionen Anwohner ist das Flusswasser die einzige Trinkwasserquelle und ...

... die einzige Möglichkeit, um sich und ihre Kleidung zu waschen und ...

... die angebauten Pflanzen zu bewässern.

Dabei ist die Wasserqualität extrem schlecht.

Müll, Kadaver, Keime und Schwermetalle verseuchen das Wasser des ...

... heiligsten Flusses der Hindus, der von den Gläubigen als "Mutter Ganga" verehrt wird.

Die Hindus sind nicht nur überzeugt davon, dass ein rituelles Bad im Ganges ...

... von Sünden reinwäscht, ...

... sie glauben auch daran, dass diejenigen, die in der heiligen Stadt Varanasi am Ganges sterben, in die Ewigkeit eingehen.

Todkranke Menschen pilgern deshalb zu Tausenden nach Varanasi, um dort zu sterben.

Einige Körper von Verstorbenen, wie beispielsweise Schwangerer oder Kinder, dürfen nicht verbrannt werden und werden deshalb direkt im Ganges bestattet.

Alle anderen müssen massenhaft am Ufer verbrannt werden, bevor ihre Asche schließlich im Ganges bestattet werden kann.

Diese Prozedur führt dazu, dass der bereits äußerst belastete Fluss zusätzlich mit dem hochgiftigen Fäulnis-Bakterium Botulinumtoxin verseucht wird.

Darüber hinaus kommen vor allem in der Trockenzeit nicht nur der Müll, sondern auch Knochen und Leichenteile wieder zum Vorschein.

Doch weder die Verschmutzungen durch Bestattungsrituale ...

... noch die rituellen Bäder sind der Hauptgrund dafür, dass der Ganges einer giftigen Kloake gleicht.

Täglich werden entlang des Flusses mehr als vier Milliarden Liter Abwässer in ihn geleitet.

Diese Abwässer machen den größten Teil der Schmutzlast des Ganges aus ...

... und lassen die heilige Mutter Ganga an manchen Stellen, wie hier in Kanpur, der dreckigsten Stadt Indiens, schon mal überschäumen.

Die Mischung aus den Dingen, die täglich in den Fluss geleitet oder geworfen werden, bedeutet nicht nur das Ende des Ökosystems Ganges.

Sie verkürzt auch das Leben derer, die davon trinken oder darin baden müssen, erheblich, sind sich Experten sicher.

Sie sind der Überzeugung, dass zwei Millionen Kinder jährlich wegen des verseuchten Flusswassers sterben.

Alle Bestrebungen der Regierung, den Fluss vor Verschmutzungen zu schützen, schlugen bisher fehl.

Weiterhin werden massenhaft Abwässer aus Industrie und Städten und Haushalten ...

... in den mächtigen Fluss geleitet.

Weiterhin werden rituelle Bäder in dem äußerst verschmutzten Fluss genommen, ...

... Tote oder deren Asche bestattet und ...

... weiterhin werden auch Millionen von Menschen auf das Wasser des Ganges ...

... als Trink- und Lebensgrundlage angewiesen sein.

Wie lange das überhaupt noch möglich sein wird und ...

... wie viele Menschen wegen der schlechten Wasserqualität des heiligen Flusses in Zukunft ihr Leben lassen müssen, ...

... lässt sich nicht mit Sicherheit bestimmen.

Dass der Fluss durch die Vielzahl der Belastungen dem Tod geweiht ist, schon.

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