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Montag, 22. September 2014

Mehr als ein Grauschleier über der Stadt: Nebel - die Wolke am Boden

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Nebel hat viele Gesichter: er legt einen zarten Schleier über Landschaften und erzeugt so eine romantische Stimmung, ... (Foto: dpa)

Nebel hat viele Gesichter: er legt einen zarten Schleier über Landschaften und erzeugt so eine romantische Stimmung, ...

Nebel hat viele Gesichter: er legt einen zarten Schleier über Landschaften und erzeugt so eine romantische Stimmung, ...

... aber er verdeckt auch als unschöne graue Suppe die Sicht ...

... und führt so zu Verkehrsunfällen. Im Jahr 2013 wurde ...

... bei 320 Unfällen mit Verletzten die Ursache "Sichtbehinderung durch Nebel" registriert, elf Menschen wurden bei Nebelunfällen getötet.

Wenn die Sichtweite weniger als einen Kilometer beträgt, spricht man von Nebel.

Er ist eigentlich nichts anderes als eine Wolke am Boden.

Die Entstehung von Nebel hat mit Luftfeuchtigkeit und Verdunstung zu tun:

Wenn mit Wasserdampf gesättigte Luft abkühlt, kommt es ...

... zur Kondensation - das heißt, die in der Luft vorhandene Feuchtigkeit ...

... schließt sich zu immer größeren Tröpfchen zusammen, bis sie schließlich als Dunst oder Nebel sichtbar werden.

Nebel tritt also deshalb so oft am Abend oder in der Nacht auf, weil das die Tageszeit ist, in der sich warme und feuchte Luft abkühlt.

Das gilt besonders im Herbst, wenn es im Übergang vom Sommer zum Winter immer kälter wird.

Dann bildet die aus dem Erdboden aufsteigende Feuchtigkeit Nebel.

Der Oktober hat die meisten Nebeltage. Statistisch gesehen ist an jedem dritten Tag dieses Monats die Sicht getrübt.

Der Begriff "Hochnebel" ist irreführend, denn dabei handelt es sich in der Regel nicht um Nebel, ...

... sondern um eine niedrige Stratus-Wolke. Nur bei einigen Zwischenstadien von Nebeln, die sich an ihrer Basis aufgelöst haben oder die dabei sind, auf den Boden abzusinken, sprechen auch Meteorologen von einem Hochnebel.

Deutschlands Nebel-Ort Nummer eins ist der Brocken. Im Jahr 1958 gab es auf dem 1141 Meter hohen Harz-Gipfel 330 vernebelte Tage. Laut Deutschem Wetterdienst wurden in keinem anderen Ort des heutigen Bundesgebietes innerhalb eines Jahres mehr Nebeltage registriert.

Den deutschen Nebel-Dauerrekord maßen Meteorologen an der Wetterstation Neuhaus im Thüringer Wald. Ganze 242 Stunden am Stück hielt dort im Mai 1996 der Nebel an.

Übrigens: Das Dorf Nebel auf der schleswig-holsteinischen Nordseeinsel Amrum ...

... hat nicht weniger Sonnentage als Orte auf den Nachbarinseln Föhr und Sylt. Der Name Nebel ist abgeleitet von den altdänischen Wörtern "nia" (neu) und "boli" (Siedlung).

Das Gemälde "Wanderer über dem Nebelmeer", von Caspar David Friedrich 1818 gemalt, wurde zum Symbol für Einsamkeit und Todesahnung, für Weite, Abgrund und Naturverklärung. 2011 wählte die Deutsche Post dieses Motiv, um den Maler der deutschen Romantik mit einer Sonderbriefmarke zu ehren.

Aus Nebel kann man auch Trinkwasser machen - mit sogenannten Nebelkollektoren. Vor allem in trockenen Wüstengebieten (wie hier in Chile) eine relativ einfache, aber wirkungsvolle Möglichkeit der Wassergewinnung: Ein Kubikmeter Nebel kann ein halbes Gramm flüssiges Wasser enthalten.

Die Feuchtigkeit schlägt sich an den Maschen nieder, wird zu Tröpfchen und schließlich Tropfen - nach und nach kann so eine große Menge Wasser zusammenkommen.

Immerhin kann man mit einem Netz täglich bis zu etwa 170 Liter Wasser "melken".

Nebelkollektoren setzen sich zunehmend in trockenen Regionen durch, wo es keine anderen Frischwasserquellen gibt. Das erste Netz dieser Art wurde in den 1960er-Jahren in Antofagasta in Nordchile aufgespannt. Heute nutzen Menschen in 35 Ländern diese Technik, vor allem in Süd- und Mittelamerika, Marokko, Eritrea und Nepal. (abe/dpa)

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