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Meisterwerk im ewigen Eis: Neumayer III

 
Meisterwerk im ewigen Eis: Neumayer III

Die neue deutsche Forschungsstation in der Antarktis Neumayer III ist offiziell eröffnet.

Die aufwendig konstruierte Forschungsstation konnte nach nur sieben Monaten Bauzeit in Betrieb genommen werden.

Die Kosten für den High-Tech-Bau belaufen sich auf insgesamt 39 Millionen Euro. Den wissenschaftlichen Wert sieht das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in ihren Langzeitmessungen.

Die Wissenschaftler, für die mit Neumayer III eine neue Ära beginnt, haben vielfältig Aufgaben. Sie sollen Klimadaten sammeln, die Einhaltung des Verbots von Nuklearversuchen überwachen und bei der Erforschung von Walen helfen.

Mehr als 90 Spezialisten haben die Stahlkonstruktion im ewigen Eis, teilweise mit schwerem Gerät errichtet.

Für die Neumayer III mussten 3600 Tonnen Fracht mit Schiffen zum Ekström-Schelfeis in die Antarktis und weitere 21 Kilometer zum Bauplatz gebracht werden.

Der Neubau war dringend nötig, da die Vorgängerin Neumayer II (1993-2009) im Eis versunken ist und dort nach und nach von Schneemassen zerdrückt wird.

Auch die erste deutsche Forschungsstation, die Georg-Neumayer-Station (1981-1993) sank durch ihre Wärmeentwicklung immer tiefer ins Eis ein und musste 1993 durch die Neumayer II abgelöst werden.

Da die neue Station eine Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren haben soll, mussten sich Planer und Ingenieure etwas einfallen lassen, das sowohl Stabilität als auch Mobilität zulässt.

Das Ergebnis ist beeindruckend und eine echte Innovation, ...

... denn der Neubau steht auf einer Plattform, die wiederum auf 16 hydraulischen Stützen lagert.

Diese hydraulischen Stützen sollen das Gebäude jedes Jahr um 80 bis 100 Zentimeter heben.

Dafür soll nach und nach Schnee unter die Betonfüße der Stützen gebracht werden. So soll die 2300 Tonnen schwere Stahlkonstruktion viele Jahre über Schnee und Eis gehalten werden.

Der Hohlraum unter der Station soll gleichzeitig als Garage genutzt werden.

Die auf dem 200 Meter dicken Ekström-Schelfeis gebaute Station bewegt sich jedes Jahr Stück für Stück 157 Meter.

Insgesamt wird sich die Station mit dem Ekström-Schelfeis während ihrer geplanten Lebenszeit von 25 bis 30 Jahren um rund 4,5 Kilometer verschieben.

Auf die Station selbst hat das jedoch keine Auswirkungen. Für die Forschungen muss die Bewegung jedoch berücksichtigt werden.

Die Farbe der Station ist die gleiche wie die der deutschen Forschungsschiffe.

Tatsächlich erinnert die Form der Forschungsstation sehr an einen Schiffsrumpf.

Die wissenschaftliche Einrichtung hat über drei Etagen eine Gesamtnutzfläche von 4500 Quadratmetern, von denen 1850 auf 20 Grad beheizt sein werden.

Viele Räume haben Fenster. Das einfallende Tageslicht ist besonders wichtig für die Psyche der neun Menschen, die als Überwinterer in der Station bleiben können.

Die Wissenschaftler der Vorgängerstationen waren komplett vom Tageslicht abgeschlossen. Hier musste unterm Eis gearbeitet werden.

Insgesamt gibt es vierzig Schlafplätze und 15 Wohnräume, Laboratorien, Büros, eine Krankenstation und natürlich eine professionelle Küche.

Die neun Überwinterer müssen die fünf Observatorien (Meteorologie, Geophysik, Luftchemie, Infraschall und marine Akustik) in Gang halten.

Eine Aufgabe davon wird das tägliche Emporsenden eines mit Helium gefüllten Wetterballons mit einem Messgerät sein.

Diese Aufgabe können die Wissenschaftler komfortabel vom Dach der Neumayer III aus erledigen.

Für die geophysikalischen und luftchemischen Messungen müssen allerdings immer noch zwei Kilometer durch Schnee und Eis zurückgelegt werden.

Auch wenn zur Eröffnung noch nicht alle Räume und Labors fertig eingerichtet waren, sind die Langzeitmessungen und deren wissenschaftliche Wert nicht gefährdet.

Die Neumayer III ist derzeit die einzige deutsche Forschungsstation ihrer Art. Nur hier können neun Menschen über dem Eis überwintern.

Nur zwei Tage nach der feierlichen Eröffnung kam der erste tierische Besucher zur Neumayer-Station.

Die Kolonie der Kaiserpinguine lebt nur ein paar Kilometer von der Forschungseinrichtung entfernt.

Den Namen haben übrigens alle drei Stationen zu Ehren von Georg von Neumayer (1826-1909) bekommen, einem frühen Förderer der deutschen Südpolarforschung. (Alle nicht gekennzeichneten Bilder: dpa)

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