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Sonntag, 05. Juli 2009

Gepanzert, friedlich und bedroht: Schildkröten

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Schildkröten sind behäbig, friedfertig und den meisten Menschen sympathisch. Sie geben keine Laute von sich und viele von ihnen halten sogar Winterschlaf. (Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Schildkröten sind behäbig, friedfertig und den meisten Menschen sympathisch. Sie geben keine Laute von sich und viele von ihnen halten sogar Winterschlaf.

Schildkröten sind behäbig, friedfertig und den meisten Menschen sympathisch. Sie geben keine Laute von sich und viele von ihnen halten sogar Winterschlaf.

Die gepanzerten Tiere sind älter als die Dinosaurier.

Sie konnten Eiszeit und Klimakatastrophen seit mehr als 200 Millionen Jahren erfolgreich trotzen. (Fossil einer Ur-Schildkröte, Illustration: Institute of Vertebrate Palaeontology and Palaeanthropology, Peking)

Der harte Panzer der Tiere ist charakteristisch und bietet einen perfekten Schutz vor Feinden, Sonne und anderen Witterungseinflüssen.

Es war wohl der Panzer, der den Tieren das Überleben über die Erdzeitalter hinweg ermöglicht hat.

Der Schildkrötenpanzer besteht aus zwei Teilen und 59 bis 61 Knochen. Er gehört zum Skelett der Tiere und wächst die gesamte Lebenszeit mit.

Rücken- und Bauchschild sind an den Seiten mit so genannten Knochenbrücken verbunden.

Die Tiere sind in der Lage, alle Gliedmaßen sowie Kopf und Schwanz in den Panzer einzuziehen, In diesem Zustand sind sie so gut wie unverletzbar.

Bei dieser Schutztechnik werden die Halswender von den Halsbergern unterschieden.

Die Halswender krümmen ihren Hals zuerst S-förmig und legen dann den Kopf waagerecht unter den Panzer. Halswender sind vor allem auf der südlichen Erdhalbkugel und im Süßwasser zu finden.

Die Halsberger dagegen haben eine andere Technik. Sie ziehen zuerst den Kopf in den Panzer ein und biegen ihn erst dort senkrecht zur S-Form. Halsberger-Schildkröten kommen vor allem auf der nördlichen Erdhalbkugel vor. In Europa leben ausschließlich Halsberger-Schildkröten.

Schildkröten haben sich über diesen langen Zeitraum hinweg erfolgreich an verschiedene Lebensräume angepasst. Sie sind, die Polargebiete ausgeschlossen, auf allen Kontinenten der Erde zu Hause.

Es gibt Meeres-, Wasser- und Landschildkröten.

Meeres- und Wasserschildkröten sind alles andere als behäbig. Sie können in ihrem Element große Geschwindigkeiten erreichen.

Diese benötigen sie, um erfolgreich unter Wasser zu jagen.

Wasser- und Meeresschildkröten atmen wie ihre Artgenossen an Land durch Lungen. Trotzdem können die Tiere stundenlang ohne Luft zu holen unter Wasser bleiben und mehrere hundert Meter tief tauchen.

Trotz der perfekten körperlichen Anpassung an das Wasser benötigen auch Wasserschildkröten Land, um dort ihre Eier abzulegen.

Dazu schwimmen die meisten Schildkröten an den Strand ihrer Geburt zurück und müssen manchmal tausende Kilometer dorthin zurücklegen.

Dort gräbt das Weibchen mit den Hinterbeinen eine Vertiefung, um die Eier in den warmen Sand abzulegen.

Je nach Temperatur schlüpfen nach 50 bis 250 Tagen die jungen Schildkröten, die von Anfang an völlig auf sich gestellt sind.

Die Temperatur entscheidet jedoch nicht nur über die Dauer bis zum Schlüpfen der Jungtiere, sondern auch über deren Geschlecht.

Sonnige Brutplätze bringen eher weibliche Tiere, schattige eher männliche Tiere hervor.

Durch die Erderwärmung in Folge des Klimawandels werden immer mehr weibliche Tiere geboren.

Intuitiv machen sich die kleinen Schildkröten kurz nach dem Schlüpfen auf den Weg ins Wasser.

Die Jungtiere können sofort schwimmen.

Dieser Weg und die ersten Lebensjahre sind äußerst gefährlich für die kleinen Schildkröten, denn in diesem Stadium sind sie willkommene Beute sogar für ausgewachsene Artgenossen.

Die Landschildkröten sind wesentlich langsamer als ihre Artverwandten im Wasser.

Sie sind Pflanzen- und Aasfresser und müssen aus diesem Grund gar nicht schnell sein. Es reicht, wenn sie sich fressend in aller Ruhe von Pflanze zu Pflanze fortbewegen.

Sowohl Land- als auch Wasserschildkröten sind in der Lage, nach einer erfolgreichen Begattung den Samen des männlichen Tieres zu speichern.

So bleibt das weibliche Tier über mehrere Jahre befruchtungsfähig, ohne erneut kopulieren zu müssen.

Diese spezielle Fähigkeit ist ein weiterer Mechanismus der Tiere, um sich neue Lebensräume zu erschließen und so trotz vieler Widrigkeiten zu überleben.

Experten sind der Meinung, dass die sanften Reptilien mehr als 200 Jahre alt werden können.

Die älteste Schildkröte der Welt mit dem Namen Adwaitya soll zuletzt im Zoo von Kalkutta gelebt haben und, wenn die Zoo-Unterlagen stimmen, 2006 im Alter von 256 Jahren gestorben sein.

Bis dahin hatte man angenommen, dass "Harriet" aus dem Zoo in Queensland, Australien das älteste gepanzerte Tier auf der Welt ist. Die Schildkröte, die fast ein ganzes Jahrhundert für ein männliches Tier gehalten wurde und deshalb den Namen Harry trug, war mit 176 Jahren im Guinness- Buch der Rekorde als ältestes Tier der Welt eingetragen.

Es gibt rund 300 verschiedene Schildkrötenarten, die wiederum mehr als 200 Unterarten besitzen.

Ausgewachsene Schildkröten haben wegen ihres harten Panzers in der freien Natur kaum Feinde.

Dennoch sind heute zahlreiche Arten akut vom Aussterben bedroht.

Schuld ist der Mensch, der die Tiere und ihre Eier als Delikatessen anbietet und verspeist, ...

... ihre Panzer als Schmuck verarbeitet und damit handelt, ...

... und für Hotelanlagen die Lebensräume und Brutstätten der Tiere zerstört.

Zudem verfangen sich immer öfter Meeresschildkröten in Netzen und ersticken unter Wasser.

Auch Schmuggel ...

... und illegaler Handel ...

... beschleunigen das Aussterben vieler Schildkrötenarten.

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