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Reinlich, gesellig und intelligent: Schweine

 
Reinlich, gesellig und intelligent: Schweine

Das Image des Schweins hat unter der Schweinegrippe gelitten. Doch was hat das Schwein mit der Schweinegrippe überhaupt zu tun? Ein guter Grund, auch mal aus einer anderen Perspektive auf das Tier zu blicken.

Der Virus ist aus Vogel-, Schweine- und Menschengrippe entstanden. Die Krankheit wurde in den Medien schnell als Schweinegrippe bezeichnet.

Anders als der Name vermuten lässt, sind die Borstentiere nicht die Ursache für die Krankheit.

Die Bundesregierung hat sich deshalb dafür entschieden, die Krankheit nur noch "Neue Grippe" zu nennen, um Missverständnisse zu vermeiden.

Andere Länder reagierten aus Angst allerdings hysterisch: Sechs Staaten importieren kein Schweinefleisch aus den USA und Mexiko mehr. Die ägyptische Regierung hat gar den kompletten Schweinebestand töten lassen.

Und das, obwohl der Verzehr von Schweinfleisch nicht gefährlich ist. Selbst wenn das Schwein an der "Neuen Grippe" erkrankt wäre, würde keine Gefahr für den Menschen bestehen.

Bisher sind aber sowieso nur wenige Fälle bekannt, in denen das Virus vom Mensch auf das Tier übergesprungen ist.

Das Schwein selbst zeigt sich von all dem unbeeindruckt. Hier geht es auf Erkundungstour.

Ihre Chance bei der Futtersuche erhöhen Schweine durch ihren feinen Geruchssinn. Selbst im Boden versteckte Nahrung können sie mühelos erschnüffeln.

Schweine sind Allesfresser. Besonders gerne fressen sie Wurzeln und Knollen, aber auch Obst und Gemüse.

Als Zucht- und Masttiere bekommen Schweine hauptsächlich Kraftfutter. Die Tiere fressen in Rekordzeit: Um ein Kilogramm Nahrung zu sich zu nehmen, brauchen sie nicht länger als fünf Minuten.

Eine ausgewachsene Sau wiegt ungefähr 200 Kilogramm. Ein Eber bringt je nach Rasse sogar bis zu 400 Kilogramm auf die Waage.

Bis die Jungtiere ein Gewicht von 25 Kilogramm erreicht haben, werden sie Ferkel genannt. Die "jugendlichen" Schweine werden auch als Läufer bezeichnet.

In Deutschland gibt es 26,9 Millionen Schweine, verteilt auf 67.600 Betriebe mit mindestens einem Schwein, die meisten in Massentierhaltung.

Ein Deutscher verzehrt jährlich ungefähr 53 Kilogramm Schweinefleisch.

Ein Klassiker ist das Schweineschnitzel.

Beliebt sind auch die unzähligen Wurstsorten in den Metzgereien.

Schweine verbringen täglich durchschnittlich 13 Stunden mit Schlafen. Ihren Schlaf- und Liegebereich trennen die Tiere streng von der Toilette. Die wird im hintersten Winkel angelegt. Auch wenn ihnen anderes nachgesagt wird: Schweine haben durchaus ein gewisses Hygieneempfinden.

Im Schlamm wälzen sich Schweine vor allem, um sich von Insekten zu befreien und um sich abzukühlen. Bei höheren Temperaturen schützt die Schlammschicht auch vor Sonnenbrand.

Schweine sind gesellige Tiere und zeigen üblicherweise kein Verteidigungsverhalten. In großen Gruppen fühlen sie sich besonders wohl.

Sie kuscheln sich dicht zusammen und bevorzugen auch im Schlaf die Nähe zu ihren Artgenossen. Schon die Jüngsten liegen dabei am liebsten Schnauze an Schnauze. Aber Schnauze an Hinterteil geht offenbar auch.

Die Ferkel kommen meist mit neun bis elf Geschwistern zur Welt, und zwar nach etwa 115 Tagen im mütterlichen Bauch. Im Durchschnitt wiegen die Frischlinge etwa 1,5 Kilogramm. Die Sau hat bis zu 16 Zitzen.

Jedes Ferkel bleibt bei seiner "Stammzitze" und nimmt danach nie wieder eine andere. Nach wenigen Wochen ist die Säugezeit schon wieder vorbei, ...

... doch bis dahin heißt es fressen, fressen, fressen.

Fressen, Schlafen, Wachsen und Verdauen sind die wichtigsten Aufgaben im Leben eines Ferkels.

Das Schwein ist ein Zeichen für Wohlstand und Reichtum und steht für Fruchtbarkeit und Stärke. Deswegen ist es als Glücksbringer sehr beliebt.

So beliebt sogar, dass in Bad Wimpfen ein Glücksschweinmuseum eröffnet hat. Über 10.000 Schweine von Keramik bis Holz sind dort zu sehen.

Auch bei Energie Cottbus ist das Schwein längst als Glücksbringer bekannt: Maskottchen "Rudi" entwickelte sich ungeplant zu einem Mythos unter den Fans, weil mit ihm 2001 der Klassenerhalt gelang. Bei Rudis erstem Stadionbesuch besiegten die Cottbuser den Hamburger SV.

Ein anderes Schwein wurde im Film zum Held: "Babe" bestand etliche Abenteuer mit Bravour - und holte sich sogar einen Oscar.

Schweine gehören zu den intelligentesten Säugetieren.

Nicht umsonst sagte die Tier-Trainerin Joanna Kostiok einmal: "Einem Schwein bringe ich in 20 Minuten etwas bei, wofür ich bei einem Hund eine Woche brauche."

Wissenschaftler haben das Verhalten von Schweinen beobachtet und sind der Ansicht, dass sie die intelligentesten Tiere sind. In einigen intellektuellen Bereichen übertreffen sie sogar Affen.

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