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Winzig klein und überall: Staub ist nicht gleich Staub

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Er ist allgegenwärtig, ... (Foto: günther gumhold, pixelio)

Er ist allgegenwärtig, ...

Er ist allgegenwärtig, ...

... kriecht in sämtliche Ecken und Winkel, ...

... legt sich auf allen Flächen ab und ...

... macht Spinnweben gut sichtbar.

Die Rede ist von der Gesamtheit der winzigen Teilchen, die bei Sonnenlicht gerade noch mit bloßem Auge erkennbar sind - vom Staub, genau genommen vom Hausstaub, ...

... der auf Weinflaschen als Gütezeichen gilt, ...

... im allgemeinen jedoch bekämpft wird. Weil er partout nicht loszuwerden ist, verzweifelt sogar mancher daran.

Um es nicht so weit kommen zu lassen, gibt es jede Menge Hilfsmittel, um dem Staub zu Leibe zu rücken. Staubsauger, ...

... hochmoderne Roboter, die staubsaugen, ...

... Staublappen oder ...

Der größte Produzent von Hausstaub ist der Mensch selbst.

Neben Haaren und Hautschuppen verliert seine Kleidung jede Menge winzige Faserteile.

Zudem bringt die Benutzung von Polstermöbeln, Teppichen, Bettdecken, Handtüchern, Klopapier und ähnlichem jede Menge Hausstaub hervor. Leben Tiere, vor allem fellige, im Haushalt, summiert sich die Staubproduktion erheblich.

Im Durchschnitt erzeugt jeder Mensch rund 130 Gramm Hausstaub im Jahr. Da Staubteilchen elektrostatisch aufgeladen sind, ziehen sie andere Staubteilchen an. So entstehen die sogenannten Wollmäuse, die am liebsten unter Betten liegen und wie große Staubmagnete wirken.

Übrigens: Nicht einmal Räume mit sogenannter Reinluft, wie sie zur Herstellung von Mikro-Chips benötigt werden, sind hunderprozentig staubfrei.

Hausstaub ist nicht nur lästig, sondern für einige Menschen auch krankmachend. In ihm fühlen sich nämlich Milben sehr wohl. Der Kot der winzigen Tiere, die sich vor allem von menschlichen Hautschuppen ernähren, kann eine sogenannte Hausstaubmilben-Allergie auslösen.

Die winzigen, kugelförmigen Exkremente, die sich vor allem in Betten finden, sind so leicht, dass sie zusammen mit Staubpartikeln in der Luft schweben können. Werden sie von Allergikern eingeatmet, können Reaktionen wie Schnupfen, Haut- und Augenreizungen auftreten.

Neben dem Hausstaub existieren auf der Erde noch jede Menge andere Stäube.

Doch Staub ist kein irdisches Phänomen. Aus ihm entstehen im Weltraum nach Millionen von Jahren neue Planeten. Auch die Erde soll aus Staubkörnchen entstanden sein.

Staub aus dem Weltraum fällt sogar auf die Erde. Jährlich landen rund eine Million Tonnen kosmischer Staub auf der Erdoberfläche.

Alle Stäube werden nach ihrer Herkunft und nach der Größe der Staubteilchen unterschieden. Blütenstaub zum Beispiel, ...

... der bei der Vermehrung der Pflanzen ein maßgeblicher Bestandteil ist, ...

... wird zu den natürlichen, organischen Stäuben gerechnet. Bewegt er sich in der Luft, so kommt es zu einer sogenannten Windbestäubung. Klebt er dagegen an den Gliedmaßen von Insekten und wird dadurch von einer zur anderen Blüte getragen, spricht man von Fremdbestäubung.

Aufgrund der Größe der einzelnen Pollen gehören viele Pollenarten zum Feinstaub. Blütenstäube schweben meistens in der Luft und ...

... können Allergien auslösen, die umgangssprachlich auch als Heuschnupfen bezeichnet werden.

Blütenstäube, die beispielsweise in Torfschichten luftdicht eingeschlossen wurden, sind für Forscher hochinteressant. Denn durch diese können sie etwas über die Vegetation aus längst vergangenen Zeiten erfahren.

Egal, ob über dem Festland oder über Wasser: Die Luft ist voller Staubpartikel verschiedener Herkunft.

Experten schätzen, dass rund 90 Prozent der Staubbelastung in der Luft durch natürliche Staubquellen entsteht, der Rest ist menschengemacht. Der Staub der Sahara zum Beispiel, der alles rötlich einfärbt, ...

... kann aus Nordafrika mit entsprechender Luftströmung tausende Kilometer weit getragen werden.

Saharastaub, der sogar auf Satellitenbildern gut erkennbar ist, gehört zum Feinstaub.

Bereits der Naturforscher Charles Darwin interessierte sich für ihn. Er fegte 1834 den puderfeinen rötlichen Staub von den Segeln seines Forschungsschiffes "Beagle", während er auf dem Atlantik unterwegs war, und füllte ihn beschriftet in ein Reagenzglas. Wissenschaftler entdeckten das Röhrchen im Archiv und fanden im Jahr 2007 lebende Keime darin.

Starker Wind über trockenen Böden kann dazu führen, dass große Mengen Staub aufgewirbelt und vom Luftstrom mitgenommen werden.

Ist der Wind stark genug, so kann ein Staubsturm entstehen.

Auch er wird zu den natürlichen Ursachen von Staub in der Luft gezählt.

Staubstürme erschweren allgemein die Atmung und führen zu Reizungen der Augen und Schleimhäute.

Eine Staubwolke kann eine Höhe von bis zu mehreren Kilometern erreichen.

Ein Sandsturm dagegen trägt die Körner eher knapp über dem Boden mit sich oder rollt sie am Boden entlang. Sandkörner sind größer und schwerer als Staubpartikel.

Ebenso kann der Ausbruch eines Vulkans zu einer enormen Staubbelastung in der Luft führen.

Vulkanstäube werden zu den natürlichen Staubursachen gezählt. Er ist anorganisch und reich an Mineralien und ...

... aus diesem Grund ein hervorragender Dünger für den Boden, auf den der Vulkanstaub herabrieselt.

Dennoch können Staub- und Sandstürme, aber auch vulkanischer Staub gefährlich sein.

Sie behindern nicht nur die Luftfahrt, wie der Ausbruch des Vulkans Eyjafjöll im Jahr 2010 auf Island zeigte, sondern ...

... auch andere Verkehrswege und können ...

... zu schlimmen Unfällen führen, wie beispielsweise der Staubsturm im April 2011 auf der A19 südlich von Rostock. Die Massenkarambolage mit 80 Fahrzeugen kostete acht Menschen das Leben.

Wie sich Staub auf die Gesundheit von Mensch und Tier auswirkt, hängt wesentlich von dessen Zusammensetzung, der Größe der Teilchen, der Staubkonzentration und von der Zeitdauer bzw. Häufigkeit ab, mit der man mit Staub in der Atemluft konfrontiert wird.

Das sogenannte Bäckerasthma zum Beispiel ist auf den Mehlstaub in Bäckereien zurückzuführen. Es gilt als anerkannte Berufskrankheit.

Aber auch andere Berufsgruppen sind wegen des beim Arbeiten entstehenden Staubes gefährdet.

Das Tragen von Atemschutzmasken ist in vielen Gewerken deshalb Pflicht.

Besondere Sorge bereitet Medizinern und Umweltforschern aber der Feinstaub, der vor allem in Großstädten aus Verbrennungsrückständen entsteht.

Diese Art von Staub gilt als Produkt der modernen Welt. Er wird zum großen Teil von Dieselmotoren in die Luft geblasen.

Gelangt Feinstaub über einen langen Zeitraum tief in die Lunge, kann er nicht mehr durch Husten, Schnäuzen oder andere Abwehrmechnismen aus dem Körper transportiert werden.

Je nachdem, welche chemischen Zusammensetzungen die Staubpartikel im Feinstaub haben, können verschiedene Erkrankungen, vor allem der Atemwege, ausgelöst werden.

Die sogenannte Staublunge gehört zum Krankheitsbild, das durch Feinstaub entsteht.

Um die Feinstaubbelastung in der Luft zu senken und so die Gesundheit zu schützen, sind in vielen deutschen Großstädten sogenannte Umweltzonen eingeführt worden.

Da das nicht ausreicht, sind Pflanzen in Großstädten besonders wichtig. Ein Baum kann jährlich ein Kilogramm Staub aus der Luft aufnehmen.

Forscher können in allen Arten von Staub zahlreiche Informationen ablesen, deshalb gilt er als Spiegel der Umwelt.

Doch ihr Forschungsobjekt nimmt seit den 1970er Jahren weltweit immer mehr an Volumen zu. Das beunruhigt, denn ...

... Staub kann nicht nur gesundheitsschädlich sein, er beeinflusst auch Flora, Fauna und das Weltklima nachhaltig.

Über die Ursachen für den Anstieg der Staubkonzentration kann bisher nur spekuliert werden, denn die Zusammenhänge sind äußerst komplex.

Trockengebiete und die Ausbreitung von Wüsten könnten lediglich Anhaltspunkte zur Erklärung sein.

Auch das allmähliche Verschwinden der Gletscher scheint dem Transport von Staub über die Erde freie Bahn zu geben.

Fest steht, dass zu viel Staub nicht nur ärgerlich, sondern schädlich ist - für Mensch und Natur.

Wohl dem, der in einem Luftkurort leben kann.

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