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Dienstag, 18. April 2017

Die ältesten Kunstwerke Europas: Steinzeitliche Höhlenmalerei

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Sie sehen aus wie zeitgenössische Graffiti, dabei sind sie rund 40.800 Jahre alt:
Die Handabdrücke in der ... (Foto: picture alliance / dpa)

Sie sehen aus wie zeitgenössische Graffiti, dabei sind sie rund 40.800 Jahre alt: Die Handabdrücke in der ...

Sie sehen aus wie zeitgenössische Graffiti, dabei sind sie rund 40.800 Jahre alt: Die Handabdrücke in der ...

... El-Castillo-Höhle im Norden Spaniens ...

... gelten als die ältesten Kunstwerke Europas. Sie stammen aus der Zeit, in der ...

... die letzten Neandertaler lebten und sich ...

... der Homo sapiens in Europa ausbreitete. Einer Theorie zufolge brachte er die Kunst der Höhlenmalerei mit, als er aus Afrika kam. Es war ...

... Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Felsenbilder in der El-Castillo-Höhle entdeckt wurden. Damals kannte man bereits ...

... die prachtvollen Malereien in der Höhle von Altamira. Doch die hatten bei ihrer Entdeckung 1880 viele als Fälschungen angesehen. Prähistorische Kunst? Selbst Archäologen hielten das für abwegig. Farbintensive Binsons sowie ...

... Pferde, ...

... Rehe und andere ...

... Tiere zieren die Wände der nordspanischen Höhle von Altamira. Die Malereien dort ...

... sind größtenteils deutlich jünger als die in der El-Castillo-Höhle. Sie entstanden vor 20.000 bis 14.000 Jahren. Gemalt wurde zum Beispiel mit ...

... Holzkohle und Gesteinspulver auf Basis rötlicher Mineralien. Als Pinsel nahm man Federn oder auch die Finger. Die Farbe konnte aber auch durch ...

... Röhrenknochen oder Halme auf die Wand gepustet werden. Die Zeichnungen verblüfften ...

... durch ihre Naturtreue, ihre ...

... Kunstfertigkeit und den ...

... guten Zustand, in dem man sie vorfand. Doch daran, dass sie von Steinzeitmenschen geschaffen waren, mochte man erst gut 20 Jahre nach ihrer Entdeckung glauben. Denn da ...

... fand man auch in der französischen Dordogne, in Font-de-Gaume, ...

... Malerei an den Höhlenwänden. Bunte Malerei. Hier sind Kopien aus der frühen Fachliteratur über die Grotte zu sehen. Es sind überwiegend Wisente, die Font-de-Gaum zieren, doch auch ...

... Pferde, ...

... Rentiere und ...

... Wollnashörner sind dort zu sehen. Die Kunstwerke werden zwei Kulturepochen zugeschrieben. Die jüngeren sind vor etwa 14.000 Jahren entstanden, die älteren etwa zeitgleich mit den ...

... Bildern in der Höhle von Lascaux. Die sind Schätzungen zufolge mindestens 17.000 Jahre alt. Auch Lascaux liegt in der Dordogne und Abbé Breuil, der die Höhle als Erster beschrieb, bezeichnete sie ...

... als "Sixtinische Kapelle der Frühzeit". Bereits in den 1960er-Jahren wurde die Höhle von Lascaux für die Öffentlichkeit gesperrt, doch eine ...

... Kopie der Grotte bei Montignac bildet Felsreliefs und Zeichnungen originalgetreu nach. Spektakulär ist der ...

... Saal der Stiere, der die Rinder überlebensgroß zeigt. Außerdem zu sehen: verschiedene Tiere der Eiszeit, wie etwa Auerochsen, ...

... Kühe sowie ...

... Hirsche, ...

... Pferde und Bisons. Besonders auffällig ist eine ...

... szenische Darstellung: Aus einem Stier, der von einer Lanze getroffen wurde, quellen die Eingeweide heraus; vor ihm liegt ein Mensch mit Vogelkopf. Wer hier wen bezwungen hat, ist unklar. Aber das Bild zeigt, dass es bei der Höhlenmalerei nicht zuletzt darum ging, Geschichten zu erzählen, ...

... Dinge zu zeigen und zu erklären. Die Höhle von Lascaux gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Gleiches gilt für die ...

... Chauvet-Höhle. Die Felsmalereien dort, im Flusstal der Ardèche, könnten zum Teil deutlich älter sein als die in der Höhle von Lascaux. Man geht davon aus, dass es mindestens 20.000 Jahre her ist, dass sie entstanden. Viele verschiedene ...

... eiszeitliche Tiere werden in der Chauvet-Höhle dargestellt, darunter Höhlenhyänen und Panther, ...

... Mammuts, ...

... Wollnashörner mit zwei Hörnern und ...

... Höhlenlöwen. Auffällig ist eine große Liebe zum Detail. Teilweise wurde ...

... durch doppelte Körperumrisse auch Bewegung angedeutet. Keines der Tiere aber erscheint aggressiv oder bedrohlich. Forscher vermuten, dass die Kunstwerke der Chauvet-Höhle bei ...

... Kulthandlungen und Initiationsriten von Bedeutung waren. Demzufolge wären sie vorwiegend von Jägern und Schamanen geschaffen worden. Doch man fand in der Höhle auch ...

... Handabdrücke und stellte später fest: Die haben - wie übrigens in anderen Höhlen auch - größtenteils Frauen hinterlassen. Die Fingerlängen ...

... verraten es. Welche Rolle die Frauen spielten und ob sie auch die Tierbilder malten, ist unklar. Die Hand, die hier zu sehen ist, ziert eine Felswand von Pech Merle, einer Tropfsteinhöhle im Südwesten Frankreichs. Die Hand ist von Tupfen umgeben, die man ...

... in derselben Höhle auch an anderer Stelle wiederfand: Peche Merle ist die Höhle mit den getüpfelten Wildpferden. Nahm man zunächst an, dass die Punkte rein symbolisch waren, weiß man inzwischen, dass es tatsächlich auch vor 20.000 Jahren schon Pferde mit Tigerscheckung gab.

Man kennt heute rund 350 Höhlen mit Felskunst, die meisten von ihnen in Südfrankreich und Nordspanien. Mit dem Auftritt des Homo sapiens auf dem europäischen Kontinent ...

... setzte sich die Höhlenmalerei fort bis zum Ende der Eiszeit. Doch man stieß auch auf ...

... Ritzzeichnungen, die man eindeutig Neandertalern zuordnen konnte: Dieses Muster findet sich in der Gorham-Höhle auf Gibraltar und ist mindestens 39.000 Jahre alt. Zu dieser Zeit hatte der Homo sapiens das heutige Gibraltar noch nicht erreicht. Könnten einige der ältesten Bilder also auch auf die Neandertaler zurückgehen? Fakt ist: Es gibt ...

... auch außerhalb Europas uralte Höhlenmalerei. Und da sind sie wieder, die Handabdrücke: Diesmal am anderen Ende der Welt, in der Höhle Leang Pettakere auf Sulawesi, einer indonesischen Insel. Eine europäische Erfindung ist die Felskunst also keinesfalls. Die Menschen in anderen Teilen der Welt könnten sie zeitgleich entwickelt haben. Oder aber die Technik ...

... wurde eben doch aus Afrika mitgebracht. Das würde einen interessanten Schluss nahelegen: Es könnte sein, dass es ...

... in Afrika viel Felskunst gibt, die noch auf ihre Entdeckung wartet. (asc)

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