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Gefangener Körper, grenzenloser Geist: Stephen Hawking feiert 75. Geburtstag

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Sein Scharfsinn wird als genial gerühmt, seine Neugier trägt faustische Züge, seine Bücher begeistern Millionen Menschen: Längst gilt Stephen Hawking als Popstar der Physik. Fachkollegen vergleichen den Forscher ... (Foto: picture alliance / dpa)

Sein Scharfsinn wird als genial gerühmt, seine Neugier trägt faustische Züge, seine Bücher begeistern Millionen Menschen: Längst gilt Stephen Hawking als Popstar der Physik. Fachkollegen vergleichen den Forscher ...

Sein Scharfsinn wird als genial gerühmt, seine Neugier trägt faustische Züge, seine Bücher begeistern Millionen Menschen: Längst gilt Stephen Hawking als Popstar der Physik. Fachkollegen vergleichen den Forscher ...

... wegen seiner bahnbrechenden Arbeiten gern mit Albert Einstein. Hawking wurde am 8. Januar 1942 ...

... in Oxford geboren. Sein Geburtstag fällt damit - wie er selbst gern betont - auf den 300. Todestag von ...

... Galileo Galilei. Da allerdings an diesem Tag Hawkings Schätzung zufolge noch rund 200.000 andere Kinder geboren wurden, mag der Zufall nicht ganz so groß erscheinen.

An der Schule und in der Uni galt Hawking als begabt, aber keineswegs als Genie. Nach einigen Semestern Physik in Oxford entschied er sich für ein Studium der Kosmologie in Cambridge. Dann schlug das Schicksal zu.

Kurz vor Hawkings 21. Geburtstag stellten die Ärzte eine unheilbare Erkrankung des Zentralnervensystems fest, die zu Degenerationen in der Muskulatur führt und in der Regel nach wenigen Jahren tödlich endet: amyotrophe Lateralsklerose (ALS).

Bei ihrer Diagnose gaben die Ärzte Hawking noch drei Jahre bis zum Tod. Seinen 24. Geburtstag hätte der Physiker demnach nicht mehr erleben sollen. Für Hawking war das Ansporn, ...

... noch vieles zu erreichen. Er schrieb seine Doktorarbeit, heiratete Jane Wilde, ...

... bekam drei Kinder (hier ist er mit seiner Tochter Lucy zu sehen) und ...

... begann mit der Entwicklung seiner Theorien zum Ursprung des Universums.

Mitte der 70er Jahre stellte Hawking durch Berechnungen fest, dass Schwarze Löcher - riesige, extrem massereiche Objekte im Weltraum - in einem sehr langsamen Prozess Energie verlieren. Seitdem ist von der "Hawking-Strahlung" die Rede. Sie nachzuweisen, war bislang nicht möglich.

32-jährig wurde Hawking in die "Royal Society" der britischen Wissenschaften aufgenommen, mit 37 Jahren bekam er in Cambridge den berühmten Lucasischen Lehrstuhl für Mathematik, ...

... den einst Sir Isaac Newton (1643 - 1727) innehatte. "Ich sitze hier ...

... auf Newtons Lehrstuhl", stellte Hawking einmal fest. "Aber der Stuhl hat sich stark verändert. Er wird jetzt elektrisch betrieben." Der Physiker versuchte stets, der ALS-Erkrankung so wenig Bedeutung wie möglich beizumessen.

Über die Welt der Wissenschaft hinaus wurde Hawking 1988 bekannt, als er nach einer Notoperation mit einem Luftröhrenschnitt seine Stimme verlor (hier eine Aufnahme von 1990).

Seitdem nutzt der Forscher einen Sprachcomputer, der über die Jahre weiterentwickelt wurde. Wählte Hawking zu Beginn noch mithilfe von Tasten Begriffe aus, steuert er den Sprachcomputer nun mit einem Infrarotsensor an seiner Brille.

Der nimmt Augenbewegungen wahr, über die Hawking gespeicherte Buchstaben, Wörter und Redewendungen anvisiert.

Der Physiker entschied sich gegen den Vorschlag von Entwicklern, seinem Sprachcomputer eine Stimme zu geben, der seiner eigenen ähnelt. So blieb es bei dem roboterhaften Klang, der inzwischen eine Art Markenzeichen Hawkings geworden ist.

1988 erschien das erste populärwissenschaftliche Sachbuch des Forschers: "Eine kurze Geschichte der Zeit". Es wurde weltweit mehr als 10 Millionen Mal verkauft.

Seither gilt Hawking als "Popstar der Physik". Auch außerhalb der Wissenschaft hatte er einige Auftritte:

So sprach er auf einer Pink-Floyd-Platte ("Keep Talking") mit seiner Synthesizer-Stimme die einleitenden Sätze, im Fernsehen kam er in der Zeichentrickserie "Die Simpsons" zu Ehren, und im Kino ...

... spielte er sich selbst in einem "Star Trek"-Streifen beim Poker mit Einstein, Newton und Data. Auch in einer Folge der "Big Bang Theory" war er dabei. Der angesehene Professor hat die Fähigkeit, ...

... seine Theorien genial vereinfachen und faszinierend darstellen zu können. Zusammen mit seiner Tochter schrieb er Kinderbücher - "Ein bisschen wie Harry Potter im Weltall, über die Wissenschaft, nur ohne Magie", sagte er selbst.

Auch Hawkings Privatleben machte Schlagzeilen - allerdings weniger rühmliche. Von Jane, der Mutter seiner Kinder, trennte sich Hawking 1990. Sie beschrieb ihn später als Haustyrannen, den sie gelegentlich daran erinnern musste, dass er nicht Gott sei. Hawking heiratete ...

... 1995 seine Pflegerin Elaine. Die Ehe wurde 2006 geschieden. Seither nahm Hawking den Kontakt zu ...

... Ex-Frau Jane, den Kindern und inzwischen auch Enkeln wieder auf. Auf der Grundlage von Jane Hawkings Buch "Die Liebe hat elf Dimensionen: Mein Leben mit Stephen Hawking" wurden ...

... die Karriere des Wissenschaftlers und die Beziehung zu seiner ersten Frau im Jahr 2014 verfilmt.

Eddie Redmayne hat in dem Streifen, der unter dem Titel "Die Entdeckung der Unendlichkeit" in die deutschen Kinos kam, Hawkings Rolle inne. Der Schauspieler erhielt dafür einen Oscar.

Hawking hat viel erreicht im Leben, doch sein größter Wunsch blieb unerfüllt. Der Astrophysiker träumt von einer Reise ins All.

2007 kam er dem ein wenig näher: Bei einem Parabelflug erlebte er einige Minuten der Schwerelosigkeit. Hawking ist auf stete ...

... Unterstützung angewiesen. Er kann sich nicht mehr bewegen. Aber seine Willenskraft scheint grenzenlos. Viele Menschen sehen in dem Wissenschaftler den Beweis dafür, was mit mentaler Energie alles möglich ist. Schon allein dafür ...

... zollen sie ihm Bewunderung. Hawking ist der pure Geist. So schrieb Andreas Bernard im Magazin der "Süddeutschen Zeitung": "In der ...

... ausdruckslosen, zusammengekrümmten Gestalt offenbart sich die klare Essenz des Denkens, ohne Trübung durch einen wendigen Körper, durch wortreiche Kommunikation. Dieses Bündel Mensch ist nichts als ...

... Intelligenz; von ihm geht eine unendliche Verdichtung der geistigen Tätigkeit aus, die sich alles Entbehrlichen entledigen musste: von der Funktionstüchtigkeit der Gliedmaßen bis zu den grundlegendsten Arbeitsmitteln wie Stift und Papier."

Der "Spiegel" erhob Hawking zum "Jahrhundertgenie", die BBC erklärte ihn sogar zum "Master of the Universe".

Auch die Kirche erkennt Hawkings Verdienste an. 1986 nahm sie ihn in die "Päpstliche Akademie der Wissenschaften" auf. In neueren Arbeiten allerdings ...

... positioniert sich Hawking gegen die Kirche. Mit dem Buch "Der große Entwurf" von 2010 bringt er deutlich zum Ausdruck, dass er einen Schöpfer für überflüssig hält. "Gott ist der Name, ...

... den Menschen dem geben, was sie nicht verstehen", so Hawking. "Aber Wissenschaft erklärt das Universum so, dass wir es alle verstehen können." Ein Leben nach dem Tod hält Hawking für "ein Märchen für Leute, die Angst im Dunkeln haben". Gern hat der ...

... Nobelpreisanwärter in den letzten Jahren durch düstere Prophezeiungen von sich reden gemacht. So glaubt er zum Beispiel, dass ...

... die Menschheit langfristig nur auf anderen Planeten überleben kann, weil es auf der Erde 250 Grad heiß werden und Schwefelsäure regnen wird. Aber aus eigener Erfahrung ...

... sollte Hawking wissen: Mit Prognosen kann man auch falsch liegen. Sonst hätte er schon seinen 24. Geburtstag nicht mehr feiern können. Heute wird der große Wissenschaftler 75. (jki/asc)

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