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Es ist wieder Karnevalszeit in Deutschland. Die Jecken verkleiden sich als Funkenmariechen, Clowns ...
... oder Superhelden.
Auch Tiere sind ein beliebtes Vorbild für die Kostüme.
Allzu übereifrige Karnevalisten machen selbst vor ihren Haustieren nicht halt. Dabei geht es für die großen Verwandlungskünstler der Tierwelt nicht um Spaß, sondern um Leben und Tod.
In der freien Wildbahn lebt es sich schließlich sehr gefährlich. Je weiter unten in der Nahrungskette, desto höher die Wahrscheinlichkeit, als Futter zu enden.
Es gibt verschiedene Methoden, sich davor zu schützen. So hält etwa ein Panzer nicht nur neugierige, sondern auch allzu rabiate Zeitgenossen fern.
Eine viel elegantere Möglichkeit, das eigene Überleben sicherzustellen, ist die hohe Kunst der Täuschung. Prominentestes Beispiel in der Tierwelt ist sicher das Chamäleon. Es kann seine Farbe wechseln ...
... und sich so auch tarnen. Die Farbänderung wird aber nicht vorrangig zur Tarnung, sondern für die Kommunikation mit Artgenossen genutzt
Es gibt verschiedene Formen der Täuschung. Beginnen wir mit der Mimikry. Aggressive Arten wie die Wespe tragen bestimmte Muster oder Farben, die von anderen Tieren als Warnsignal wahrgenommen werden.
Das machen sich harmlose Tiere zu Nutze, in dem sie das Aussehen gefährlicher Arten imitieren. Die Schwebfliege zum Beispiel ist erst auf den zweiten Blick von einer Wespe zu unterscheiden. Das hält Angreifer fern.
Auch das Nachahmen von giftigen Tieren schafft einen Vorteil. Dieser Aal hätte eine größere Überlebenschance gehabt, hätte er wie einige seiner Artgenossen ...
... das Aussehen einer hochgiftigen Seeschlange kopiert.
Viele Insekten und Spinnen sehen Ameisen sehr ähnlich. Die Nachahmer werden mit den unangenehmen, weil kampfeslustigen Vorbildern verwechselt ...
... und bleiben deswegen von Räubern, die schon schlechte Erfahrungen mit den wehrhaften Ameisen gemacht haben, unbehelligt. Besonders verbreitet ist diese Täuschung in der Gattung der Springspinnen. Sie kopieren sogar die Verhaltensweise der Ameisen.
Einer der Anpassungskünstler schlechthin darf hier natürlich nicht fehlen. Es gibt Kakerlaken, die das Zischen von Schlangen imitieren können, wenn sie in einem Versteck in Bedrängnis kommen - ein Fall von akustischer Mimikry.
Eine besonders clevere Täuschung beherrscht die Winkerkrabbe. Kommt dem Männchen im Kampf die Schere abhanden, ist er eigentlich sowohl kampf- als auch fortpflanzungsunfähig. Ohne Schere würde sich kein Weibchen auf ihn einlassen.
Er bildet deswegen eine originalgetreue Kopie aus minderwertigem Material nach. Die eignet sich zwar nicht zum Kampf, sie genügt aber, um schwächere Gegner zu beeindrucken und vom Kampf abzuhalten. Weibchen können die Kopie ebenfalls nicht vom Original unterscheiden.
Ob wie hier die Stabheuschrecke einen Zweig, ...
... eine Raupe einen Stängel ...
... oder diese Heuschrecke ein Laubblatt imitiert - in allen Fällen täuschen die Tiere Feinde, indem sie die Form ihrer Lebensumwelt annehmen. Das nennt man Mimese.
Gute Tarnung! Diese Fledermäuse haben sich farblich nahezu perfekt der Höhlenwand angepasst.
Auch unter Wasser finden sich Beispiele für Mimese. Der Fetzenfisch besitzt an seinen Enden blattähnliche Ausformungen und einen nicht beweglichen Schwanz.
Er ähnelt damit treibendem Tang, und macht sich so für Feinde komplett uninteressant.
Die Räuber bedienen sich ebenfalls ausgeklügelter Methoden. Hier wartet ein Krokodilsfisch am Meeresboden auf seine Beute.
Sogar der Mensch tarnt sich.
Ein paar Tricks genügen, um einen furchterregenden Eindruck zu machen. Aufgrund fehlender natürlicher Feinde hat das natürlich keinerlei praktischen Wert.
Vielmehr geht es den meisten Menschen darum, ihren Vorbildern nachzueifern. Aristoteles bezeichnete das als Akt der Identifizierung und Teil eines kultischen Vorganges. Durch Nachahmung könne der Mensch lernen, sich in der Welt zurechtzufinden ...
... Letztlich sei der Mensch das mimetischste aller Lebewesen. (Alle nicht bezeichneten Bilder: AP, dpa, Reuters, wikipedia)
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