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Akute oder chronische Pein: Vom Sinn der Schmerzen

Von Jana Zeh

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Der Schmerz ... (Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Schmerz ...

Der Schmerz ...

... hat viele Gesichter.

Er kann sich im Körper dumpf, stechend, hämmernd oder ...

... brennend oder unbeschreiblich zeigen.

Er kann aber auch auf nicht körperlicher Ebene empfunden werden.

Keine andere Sinneswahrnehmung drängt sich so ins Bewusstsein wie der Schmerz.

Der Schmerz ist so alt wie die Menschheit selbst.

Er kann alle Teile des Körpers erfassen und ...

... in jedem Alter auftreten.

Unter Kopf-, Rücken- und Zahnschmerzen leiden Menschen nachweislich seit Tausenden von Jahren.

Der Sündenfall von Eva im Paradies wird von Gott mit Schmerzen bestraft. So heißt es im Alten Testament: "Ich will dir viel Schmerzen schaffen, wenn du schwanger wirst, du sollst mit Schmerzen Kinder gebären."

Die Auslöser für Schmerzen sind vielfältig. Neben mechanischen Einwirkungen auf den Körper von außen ...

... können auch Operationen, ...

... geschädigte Nervenzellen, ...

... Tumoren oder Krankheiten zu Schmerzen führen.

Genauso können Gemütszustände Ursache von körperlichen Schmerzen sein.

Bei Verletzungen, Operationen und einer Vielzahl von Erkrankungen kommt es zu Gewebeschädigung, aus der schließlich Schmerz entsteht.

Schmerz nach Gewebeschädigung ist nützlich. Er schützt den Körper und lässt beispielsweise die Hand von einer heißen Herdplatte wegziehen. Zudem werden nach einer Gewebeschädigung schmerzstillende und heilende Stoffe vom Körper selbst ausgeschüttet.

Langanhaltende seelische Pein durch Über- oder Unterforderung, Mobbing, Liebeskummer, Trauer oder Angstzustände können ganz ohne körperliche Schädigungen zu vielfältigen Schmerzen führen.

Als Schmerz definieren deshalb Mediziner alles, was vom Patienten als solcher empfunden wird.

Schmerzen als Signale des Körpers sollten deshalb nicht auf die leichte Schulter genommen werden, vor allem, wenn sie länger als drei Tage andauern.

Bei gelegentlichen Schmerzen greifen die meisten Menschen zur Tablette.

Das Spektrum an Schmerzmitteln ist riesig, genauso wie die Arten von Schmerzen. Doch wie andere Medikamente auch haben Schmerzmittel zahlreiche Nebenwirkungen und können zu einer Abhängigkeit führen.

Bei länger anhaltenden Schmerzen sollte man sich deshalb rechtzeitig in die Hände eines Experten begeben, denn der Körper verfügt über eine Art Schmerzgedächtnis, in dem jede Art von Schmerz gespeichert und verarbeitet wird.

Das Schmerzgedächtnis kann dazu führen, dass der Körper selbst Schmerzen aus den gespeicherten Informationen heraus kreiert.

Das Schmerzempfinden ist eine individuelle Angelegenheit. So unterscheiden Mediziner allein bei Kopfschmerzen über 220 verschiedene Arten - alle Formen der Migräne eingeschlossen.

Vor allem Kopf- und Rückenschmerzen treten in der Bevölkerung Deutschlands so häufig auf, dass beide als Volkskrankheiten bezeichnet werden können.

Rund 47 Millionen Menschen haben in Deutschland zumindest zeitweilig Kopfschmerzen. Fast 18 Millionen davon leiden unter Migräne, 25 Millionen unter Spannungskopfschmerzen.

Prinzipiell unterscheidet man zwischen akuten und chronischen Schmerzen. Akuter Schmerz tritt kurzfristig auf. Meistens ist dessen Ursache eindeutig.

Bei akuten Schmerzen kann meistens schnell und wirksam die richtige Therapie gefunden und angewandt werden.

Von chronischen Schmerzen spricht man, wenn die Beschwerden länger als sechs Monate andauern. Nach spätestens sechs Monaten nämlich hört der Körper auf, Opioide zur Schmerzlinderung auszuschütten.

Nach dieser Zeit haben sich bereits Nervenzellen im Rückenmark und Teile des Gehirns verändert. Sie sind zum Schmerzgedächtnis geworden. Ist das der Fall, verlieren die Schmerzen ihren eigentlichen Sinn und werden zu einer Krankheit.

Die erfolgreiche Therapie der sogenannten Schmerzkrankheit ist wesentlich schwieriger als die Therapie des akuten Schmerzes.

Die Qualen haben sich bei chronischen Schmerzen bereits zu lange und zu tief im Körper eingebrannt. Das führt zu einer spürbaren Minderung der Lebensqualität und weiteren Gesundheitsrisiken.

Durch langanhaltende Schmerzen gibt es Bewegungseinschränkungen, zudem kommt es durch Schon- oder Fehlhaltungen zu Muskelverspannungen und so zu weiteren Schmerzen. Unbehandelt können Schmerzen sogar zur irreversiblen Deformierung des Körpers führen.

Menschen, die ständig unter Schmerzen leiden, stecken in einem Teufelskreis. Sie entwickeln oftmals Depressionen, isolieren sich, haben Gefühle von Hilflosigkeit, Schlafstörungen und leiden zudem unter Erschöpfungszuständen. Diese Faktoren verschlimmern die Schmerzen meisten.

Arbeitsunfähigkeit, Kündigung, Scheidung oder Probleme mit dem Partner, der Familie und Freunden sind oftmals die dramatischen Folgen mit denen Schmerzchroniker leben müssen.

Schmerzpatienten müssen oft erst viele Ärzte konsultieren, bevor sie den passenden Therapeuten gefunden haben.

Die Schmerztherapeuten selbst klagen, Deutschland sei ein Entwicklungsland, wenn es um die Versorgung von Patienten geht, die an chronischen Schmerzen leiden.

Um der Pein ein Ende zu machen, gehen Betroffene, aber auch Schmerztherapeuten ungewöhnliche Therapiewege. Kälte oder Wärme werden ...

... genauso wie Elektrische Impulse zur Therapie eingesetzt.

Manche lassen sich von Heilern die Hand auflegen oder ...

... setzen sich in einen Radonstollen, um endlich wieder schmerzfrei zu werden. (Die Radoninhalation ist eine Schmerztherapie bei rheumatischen Erkrankungen.)

Mit Akupunktur, bei der Nadeln an bestimmte Stellen in die Haut gestochen werden, konnte schon vielen Schmerzpatienten geholfen werden.

Richtig ist, was heilt. Zudem kann man relativ einfach Schmerzen jeglicher Form vorbeugen. Lachen, so Forscher von der Universität Oxford, vor allem in Gruppen, könnte Endorphine freisetzen und so die Reizschwelle für Schmerz erhöhen.

Nicht für alle Menschen ist Schmerz furchtbar.

Für manche gehen Schmerzen mit Lust und sexueller Erregung einher.

In Thailand wird mit dem Schmerz ein Selbstreinigungsritus verbunden.

Auf den Philippinen lassen sich Männer Nägel durch Hände und Füße schlagen, um wie Jesus am Kreuz zu leiden. Sie fühlen sich dem Sohn Gottes auf diese Weise sehr nahe.

In Singapur hängen sich Hindus, ebenfalls aus religiöser Überzeugung, beim Thaipusam-Fest Haken mit Früchten in die Haut. Solche schmerzintensiven Erfahrungen bergen jede Menge Risiken. Mediziner raten davon ab.

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