Bilderserie

Ursachen noch ungeklärt: Warum gähnen wir?

Bild 1 von 27
Die Bundeskanzlerin Angela Merkel tut es, (wenn auch etwas unterdrückt) ...

Die Bundeskanzlerin Angela Merkel tut es, (wenn auch etwas unterdrückt) ...

Die Bundeskanzlerin Angela Merkel tut es, (wenn auch etwas unterdrückt) ...

... Fürst Albert II. von Monaco tut es (sogar ganz ungezwungen), ...

... der Trierer Bischof Reinhard Marx tut es (hinter vorgehaltener Hand), ...

... Michael Schumacher und ...

... Oliver Kahn tun es auch - sie gähnen. Aber was ist das eigentlich?

Gähnen ist ein alltäglicher körperlicher Reflex, der oft mit Langeweile oder Müdigkeit in Verbindung gebracht wird.

Experten und Wissenschaftler sind sich nicht einig, durch welchen Reiz der körperliche Reflex ausgelöst wird.

Lange Zeit wurde angenommen, dass Sauerstoffmangel im Blut der auslösende Reiz fürs Gähnen ist, ...

... da beim Gähnen der Mund weit aufgerissen wird und tief eingeatmet wird. Der Sauerstoffgehalt im Blut wird durch das tiefe Einatmen zwar erhöht, aber Menschen müssen auch gähnen, wenn sie einen normalen Sauerstoffgehalt haben.

Auch die nahe liegende Annahme, dass Müdigkeit und Langeweile fürs Gähnen verantwortlich sind, konnte wissenschaftlich nicht bewiesen werden, ...

... da bereits Föten im Mutterleib ab der 11. Woche gähnen. Das beobachteten Forscher aus South Carolina. Sie vermuten, dass hier nicht Langeweile die Ursache fürs Gähnen sein kann.

Gähnen könnte vielmehr eine zwischenmenschliche Funktion haben, die ausdrückt: "Ich gehöre zu Euch".

Diese Annahme gründet sich auf die Tatsache, dass Gähnen ansteckend sein kann.

Menschen, die sich nicht oder nur schwer vom Gähnen anstecken lassen, sollen eine geringere Fähigkeit haben, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, so der Ansatz von Steven Platek von der Drexel Universität in Philadelphia.

Der Forscher fand mit Hilfe von Videoaufnahmen gähnender Menschen heraus, dass die Persönlichkeitsstruktur und die Anfälligkeit eines Menschen, sich vom Gähnen anstecken zu lassen, einen Zusammenhang haben.

Bei Schimpansen konnte beobachten werden, dass sie sich ebenso vom Gähnen ihrer Artgenossen anstecken lassen wie Menschen.

Britische und japanische Wissenschaftler sehen darin ein Beleg, dass Primaten über Einfühlungsvermögen verfügen.

Gähnen könnte im Tierreich auch eine Signalwirkung haben, die das Verhalten der Gruppe steuert.

Gähnt einer, der in der Gruppenhierarchie weit oben steht, könnte das für alle soviel heißen wie: Alles in Ordnung, wir können schlafen.

Wie sich Gähnen anfühlt, weiß jeder, egal ob er sich anstecken lässt oder nicht.

Zuerst steckt ein eigenartiges Gefühl zwischen Rachen und Kiefer, dann reißt man den Mund weit auf, ...

... um tief Luft zu holen. Manche machen noch ein gähntypisches Geräusch dabei und einige schaffen es, die Hand vor den Mund zu halten. Dabei schließen sich die Augen ...

... und manchmal schießen Tränen in die Augen, weil die Gesichtsmuskeln auf die Tränendrüsen drücken.

Wer möchte, kann sein Gähnen in Einschlaf-, Aufwach-, Langeweile- oder Protestgähnen einteilen.

Im Allgemeinen wird das Gähnen negativ bewertet. Benimmschulen schließen es bei Dates und Geschäftsessen kategorisch aus und raten, ...

... es lieber zu unterdrücken.

Ob das gesund ist?

weitere Bilderserien