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"Klimaanlage" mit individuellem Duft: Wenn wir schwitzen

Von Jana Zeh

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Nicht nur bei hohen Temperaturen…. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Nicht nur bei hohen Temperaturen….

Nicht nur bei hohen Temperaturen….

… sondern das ganze Jahr über schwitzt der Mensch.

Dafür sind äußere wie innere Faktoren verantwortlich.

Eine hohe Umgebungstemperatur gepaart mit einer hohen Luftfeuchtigkeit lassen uns Menschen am meisten schwitzen.

Auf der Haut entstehen jede Menge Perlen aus Schweiß.

Aber auch Anspannungszustände wie Angst oder Wut, körperliche Betätigung oder Erkrankungen der Atemwege können den Menschen bei normalen Temperaturen besonders schwitzen lassen.

Täglich werden über die Haut im Durchschnitt zwischen 0,5 und 6 Liter Schweiß abgegeben, die verdunsten.

So kann die Körpertemperatur konstant gehalten werden.

Bei starker Hitze oder starker körperlicher Belastung können bis zu vier Liter Schweiß in der Stunde abgegeben werden.

Der Mechanismus des Schwitzens wirkt wie eine Klimaanlage im menschlichen Körper.

Schweiß entsteht immer dann, wenn überschüssige Wärme abgegeben werden muss.

Die Verdunstung von Schweiß auf der Hautoberfläche kühlt unseren Organismus.

Die Haut, die je nach Körpergröße 1,5 bis 2 Quadratmeter Oberfläche hat, ist das für die Wärmeregulierung zuständige Organ.

Schweiß, der von der Haut gewischt wird oder abtropft, ist umsonst vergossen, denn der Effekt der Verdunstungskälte ist nun dahin. Die Folge: …

… der Körper muss neuen Schweiß bilden.

Der abgesonderte Schweiß wird von den Schweißdrüsen produziert.

Über den menschlichen Körper sind zwei bis vier Millionen Schweißdrüsen verteilt, allerdings ungleichmäßig.

An Händen, Fußsohlen und in den Achselhöhlen sind rund 400 Schweißdrüsen auf jedem Quadratzentimeter Haut.

Im Nacken und auf dem Rücken dagegen sind es nur noch rund 55 Schweißdrüsen pro Quadratzentimeter Haut. Das ist der Grund, warum wir an manchen Körperstellen mehr schwitzen als an anderen.

Der Mensch besitzt sowohl apokrine als auch ekkrine Schweißdrüsen.

Die ekkrinen Schweißdrüsen sitzen an der Grenze zwischen Haut und Unterhaut. Sie erzeugen den Schweiß, der den Organismus kühlt.

Schweiß besteht zu 99 Prozent aus Wasser.

In dem restlichen einen Prozent sind mehr als 250 verschiedene Substanzen enthalten, die meisten sind jedoch nur in Spuren nachweisbar.

Die Inhaltsstoffe des Schweißes aus den ekkrinen Drüsen haben nichts mit dem typischen Schweißgeruch zu tun, denn frisch gebildeter Schweiß ist geruchs- und farblos.

Erst durch den Abbau des Schweißes durch Hautbakterien von langkettigen Fettsäuren zur kürzen Ketten wie zum Beispiel Ameisen- oder Buttersäure, entsteht der typische Schweißgeruch, …

… den wir oftmals als unangenehm empfinden und mit den Bezeichnungen ungepflegt und unhygienisch in Verbindung bringen.

Die apokrinen Schweißdrüsen dagegen werden auch als Duftdrüsen bezeichnet. Sie kommen nur in bestimmten Körperregionen (Achselhöhle, Brustwarze, Genitalbereich) vor.

Diese Schweißdrüsen werden erst in der Pubertät gebildet, Sie haben anders als ekkrine Schweißdrüsen, eine Verbindung zu den Haarfollikeln.

Die Sekretproduktion von apokrinen Schweißdrüsen wird vor allem durch emotionale Reize wie Angst, Erregung, Wut oder Ähnlichem angeregt.

Dieses Sekret ist für unseren individuellen Körpergeruch verantwortlich und spielt eine Rolle bei der Partnersuche.

Die Einnahme der Pille kann den Instinkt, per Körpergeruch den genetisch ideellen Partner zu finden, zerstören. Das fanden britische Wissenschaftler heraus.

Schwitzen ist eine lebenswichtige Funktion des Körpers. Allerdings nur, wenn es einen bestimmten Rahmen nicht übersteigt. Übermäßiges Schwitzen ist eine Krankheit, die als Hyperhidrose bezeichnet wird. (Hyperhidrose der Hand)

Menschen ohne beziehungsweise zu wenig Schweißsekretion leiden unter Anhidrose.

Viele Menschen finden es entspannend, in der Sauna zu schwitzen, obwohl dieser Vorgang eine starke Beanspruchung für den gesamten Organismus darstellt.

Richtiges Saunieren ist gesundheitsfördernd. Die Wärmeregulierung im Organismus wird im schnellen Wechsel zwischen Hitze und Kälte trainiert.

Durch regelmäßiges Schwitzen in der Sauna können Erkältungskrankheiten und Herzinsuffizienzen vorbeugt werden.

Übrigens können dunkelhäutige Menschen in der Sauna wesentlich mehr Schweiß produzieren als hellhäutige.

Säugetiere, Reptilien, Vögel und Fische haben keine funktionsfähigen oder zu wenige Schweißdrüsen. Die Tiere sind gezwungen, ihren Organismus auf andere Art und Weise zu kühlen.

Hunde und Katze beispielsweise, deren wenige Schweißdrüsen vor allem an den Pfoten zu finden sind, fangen an zu hecheln, um sich zu kühlen.

Die Tiere öffnen den Mund und bewegen die Atemluft dabei schnell hin und her. So entsteht Verdunstungsfeuchtigkeit, die kühlt.

Große Hunde mit langen Haaren müssen natürlich mehr hecheln als kleine Hunde mit kurzen Haaren.

Um üblen Schweißgeruch zu verhindern, hat sich die Industrie eine Menge einfallen lassen.

Gegen Schweißfüße gibt es spezielle Socken ...

... atmungsaktive Schuhe und diverse Fußpuder oder Schuhdeos.

Auch Körperspray, Deodorants und andere Duftwässerchen sollen den Geruch von Schweiß verhindern.

Diese Mittel wirken jedoch nur für einen bestimmten Zeitraum.

Regelmäßiges Duschen, ...

... viel reines Wasser von innen, ...

... regelmäßiges Wechseln der Unter- und Oberbekleidung, ...

... eine gesunde und ausgewogene Ernährung ...

... können den abstoßenden Schweißgeruch verhindern und dabei den individuellen Körpergeruch für den richtigen Partner erhalten.

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