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"Der Tod wird süß ...": Wie wollen Sie bestattet werden?

 
"Der Tod wird süß ...": Wie wollen Sie bestattet werden?

"Der Tod wird süß, wenn wir ihn bejahen, wenn wir ihn als eine der großen ewigen Formen des Lebens und der Verwandlung annehmen", schrieb der Dichter Hermann Hesse (1877 - 1962) in einem Brief. (Gesammelte Briefe, Band 3,5 S. 65)

Der Tod ist so alt...

... wie das Leben selbst.

Schockzustände und Tränen begleiten ihn, obwohl er alltäglich ist.

Der Tod ist der unumkehrbare Verlust wesentlicher Lebensfunktionen. Sterben dagegen ist ein Prozess im Übergang zwischen Leben und Tod.

Der Tod einer geliebten Person geht mit Trauer, Verzweiflung und Entbehrung einher, denn die Unumkehrbarkeit ist schmerzlich. Aus diesem Grund denken wir selten und ungern über ihn nach.

Der Tod trifft uns oft überraschend und unvorbereitet.

Zum Glück hat ein Umdenken eingesetzt. Es wird mehr und offener über das Ende des Lebens gesprochen. Menschen entwickeln Ideen, wie ihr Tod aussehen soll.

Zu konservativen Bestattungen und herkömmlichen Friedhöfen werden Alternativen geschaffen, denn letztendlich muss jeder seine eigene, passende Trauerform finden. Diese werden immer vielfältiger...

wie auch die Angebote dafür. So wurde beispielsweise in Hannover das alternative Bestattungsinstitut "Bios" gegründet, das unter anderem bunte Särge und Techno-Musik anbietet.

Vor allem Künstler, Religionswissenschaftler und Interessierte wollen mit neuen Bestattungsmöglichkeiten Alternativen zu althergebrachten und kostspieligen Beisetzungen anbieten.

Der Künstler Alfred Opiolka aus Wertach (Schwaben) ist der Meinung, dass bunte Särge die Trauer lindern können.

In seiner Ausstellung "Kunst am Sarg" zeigte er Ende 2006 seine Vorschläge von individuell gestalteten Blumen-Särgen.

Die Künstler, die ihre Werke in der Ausstellung "dernier cri" (Der letzte Schrei) im Museum für Sepulkrakultur in Kassel zeigten, gingen noch einen Schritt weiter.

Mit den gestalteten Gegenständen sollte nicht nur der Übergang vom Leben in den Tod thematisiert werden. ("Silentsafe", René Stern)

Sie verbanden die Gegenstände für Bestattungen mit dem täglichen Leben. So zum Beispiel der Sarg, der zu Lebzeiten als Kleiderschrank verwendet werden kann,... ("Leben und Tod", Anna Siotto)

oder der "Bücherregalsarg", der ebenfalls ober- und unterirdisch genutzt werden kann. (Hans Rademaker)

Aber auch die so genannten Sterbehemden sollen anders als bisher aussehen. Jeder könnte sich beispielsweise selbst sein "letztes Hemd" gestalten. ("Gespinst" und "Blütenblätter", Afra Banach)

Die bewusste Auseinandersetzung mit dem Tod wird mehr und mehr zu einem persönlichen Anliegen.

Im "letzten Willen" sollten nicht nur die Verteilung des Nachlasses geregelt werden, sondern auch die Wünsche zu Art und Form der Bestattung für die Hinterbliebenen festgehalten werden.

Denn es gibt Erd-,...

Feuer- und...

Seebestattungen in ganz verschiedenen Formen.

Auch die Behälter für die sterbliche Hülle... ("Cocoon - vollendete Geborgenheit" Dr. Andreas Spiegel)

oder die Asche werden immer ausgefallener, wie diese Urne in Eiform mit Dornen. ("Kokon" Steffi Herz)

Es gibt auch Urnen aus Brot,...

Wolle,... ("Kokon" Gabriele Steinborn)

oder Glas,... ("Zwei Himmel", Sebastian Ammermüller). Farbe, Form und Accesoires an den Bestattungsutensilien tragen durch ihre Gestaltung einen symbolischen Charakter.

Neben der Entscheidung, Beerdigung oder Einäscherung sollten auch andere letzte Details geklärt werden.

Der richtige Ort für die letzte Ruhestätte ist für viele Menschen ein Thema. Neben dem guten, alten Friedhof...

kann man sich auch für den Friedwald oder einen Naturfriedhof entscheiden.

Bisher gibt es davon 15 in Deutschland. Wegen der wachsenden Begeisterung in der Bevölkerung sind fünf weitere geplant.

Daneben gibt es den so genannten "Garten der Bestattung" in Bergisch-Gladbach, ein bisher einzigartiger Privatfriedhof, der frei von behördlichen Reglementierungen ist.

Auch das so genannte Kolumbarium, eine Urnenhalle in Düsseldorf, ist eine Neuerung im Bereich Bestattung.

Es ist die erste Grabstätte unter privatem Dach in Deutschland. Hier werden die Urnen der Verstorbenen in einem Regal aufgestellt. Hinterbliebene haben die Möglichkeit, persönliche Gegenstände in die Nische zu legen.

Das Kolumbarium ist eine Möglichkeit der oberirdischen Bestattung. Die Nischen werden den Angehörigen 25 Jahre überlassen, sind allerdings relativ kostspielig.

Eine andere Art der oberirdischen Bestattung ist, die Asche von einem Heißluftballon aus in alle Winde zu streuen. Diese Variante ist allerdings in Deutschland verboten, denn es gibt den so genannten Friedhofszwang für Totenaschen.

Ganz ausgefallen und oberirdisch ist die Variante, die Asche des Verstorbenen in Silvesterraketen zu verteilen und als Feuerwerk abzuschießen. Auch das ist bei uns verboten.

Ebenfalls sehr ungewöhnlich, aber exklusiv ist das Angebot des Berliner Bestattungsinstituts "Christ-All Bestattungen".

Das Institut schafft durch das Pressen der Asche zu einem Diamanten ein "unvergängliche Erinnerung", die man auch noch bei sich tragen kann.

Dafür werden zehn Gramm der Asche entnommen und mehr als acht Wochen lang zu einem Rohdiamanten gepresst, anschließend geschliffen und zertifiziert.

Die US-amerikanische Firma Space Service Inc. machte 2004 Schlagzeilen mit der ersten Weltraumbestattung. Dabei wird die Totenasche in einer Kapsel an einer Rakete befestigt und ins All geschossen.

Für Menschen, die keinen großen Wert auf ihre Bestattung legen, gibt es auch die Möglichkeit einer anonymen Beisetzung. Hinterbliebene haben dann aber keine Möglichkeit, den Verstorbenen "zu besuchen".

Trotz zahlreichen Bestattungsvorschriften in Deutschland sind die Ideen für Bestattungensutensilien vielfältig, wie diese Bio-Urnen aus Sachsen beweisen.

Am wichtigsten ist jedoch, seinen Angehörigen mitzuteilen, welche Wünsche für die eigene Bestattung bestehen. Zu früh, über den Tod nachzudenken und zu sprechen, ist es übrigens nie.

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