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Der Luchs ist ein perfekt getarntes Raubtier, ...
… das in unseren Breiten vor rund 200 Jahren durch Jagd ausgerottet wurde.
Bereits in den 1950er Jahren begannen die Tiere vereinzelt aus Nord- und Osteuropa wieder nach Westeuropa einzuwandern.
Zudem führten das Jagdverbot und zahlreiche Wiederansiedlungsmaßnahmen dazu, dass heute im Harz, im Fichtelgebirge, im Bayerischen Wald und im Spessart Luchse wieder in freier Wildbahn leben.
Allerdings ist es sehr schwierig, einen wilden Luchs aufzustöbern. Fuß- und Kotspuren sind jedoch stille Zeugen der Gegenwart der Tiere.
Wie viele Tiere sich tatsächlich in Deutschland befinden, können nicht einmal Experten sagen.
Aus diesem Grund hat der Naturschutzbund Baden-Württemberg und die Luchs-Initiative eine Meldeprämie in Höhe von 100 Euro für jeden Luchsnachweis ausgesetzt.
Der Eurasische Luchs ist die größte Katze Europas. Ein ausgewachsenes männliches Tier wiegt im Durchschnitt 20 bis 25 Kilogramm und kann bis zu 1,20 Meter lang werden.
Die typischen dunklen Pinsel auf den großen dreieckigen Ohren der Raubkatzen ermöglicht den Tieren eine gute Ortung von Geräuschen.
Ein Luchs hat die Möglichkeit, die Geräusche einer 75 Meter entfernten Maus zu hören.
Zudem ist der Luchs mit einer sich je nach Jahreszeit wechselnden Färbung des Haarkleides ausgestattet. Es bietet dem Tier die geradezu perfekte Tarnung in freier Wildbahn.
Auch vor Menschen halten sich Luchse normalerweise fern oder versteckt. Nur in Wildparks, Zoos und Tierparks haben sie Kontakt zum Menschen.
Luchse sind relativ scheue Tiere und leben in freier Wildbahn als Einzelgänger.
Nur zur Paarungszeit, der Ranz, kommen Männchen und Weibchen zusammen. Finden mehrere männliche Tiere eine paarungsbereite Luchsin, kommt es zu Kämpfen um das Paarungsrecht.
Nur der stärkste Luchs darf sich dann mit der Luchsin paaren.
Nach rund 70 Tagen Tragzeit bringt die Luchsin an einem gut versteckten Ort drei bis fünf Junge zur Welt.
Die Tiere werden bis zum fünften Lebensmonat von der Mutter gesäugt und ausschließlich von ihr betreut.
Die Gefahr für die Jungtiere in der Natur ist groß. Während sich die Luchsin auf Nahrungssuche befindet, werden die Jungtiere von anderen Raubtieren aufgespürt, getötet und gefressen.
Trotz erster Erfolge bei der Wiederansiedlung sehen Tierschützer das Überleben der Luchse in freier Wildbahn als gefährdet an.
Jeder Luchs beansprucht ein 50 bis 100 Quadratkilometer großes Territorium für sich. Solch große Territorien sind heute in Westeuropa kaum noch zu finden.
Vor allem Straßen und Gleise, die zwangsläufig in den Territorien der Tiere zu finden sind, könnten den Tieren bei ihren ausgiebigen Wanderungen gefährlich werden.
Zudem stehen Bauern und Jäger der Wiederansiedlung mit Widerständen gegenüber.
Diese Menschen haben Angst, dass die Luchse ihr Vieh reißen, zu viele Wildtiere jagen oder sogar Menschen in der Natur angreifen könnte.
So bleibt der Mensch der ärgste Feind des Luchses.
Auch wenn der Luchs allgemein als Art seit einiger Zeit laut Weltnaturschutzunion (IUCN) nicht mehr zu den bedrohten Tierarten gehört, ist er dennoch durch ein Jagdverbot in mehreren Verbreitungsländern geschützt.
Leider halten sich die Gegner und Wilderer von Luchsen nicht daran, so dass die Wiederansiedlung des Luchses in Westeuropa gefährdet ist.
Um die Aufmerksamkeit für den Luchs in der Bevölkerung zu schärfen, gibt es im Stadtwald Baden-Baden seit dem 6. Juli 2009 den ersten Luchspfad Deutschlands.
Auf dem vier Kilometer langen Waldweg können Besucher an 20 interaktiven Stationen erfahren, wie ein Luchs in Freiheit lebt.
Seine hervorragenden Sinnesleistungen, die großen Sprünge und ...
... die herausragende Art, sich anzuschleichen und zu jagen, werden Interessierten hier nahegebracht.
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