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Willkommen ...: ... in der Schlangengrube

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Manche sind von ihnen fasziniert, ...

Manche sind von ihnen fasziniert, ...

Manche sind von ihnen fasziniert, ...

... doch die meisten Menschen haben Angst vor Schlangen.

Rund 2700 Arten hat man bisher entdeckt. Und wahrscheinlich sind viele noch gar nicht bekannt.

Schon den Urmenschen waren Schlangen aus vielen Gründen unheimlich. Zahlreiche Mythen ranken sich um das Reptil. Schlangen gelten seit frühen Zeiten als Symbol für Lebenskraft und Fruchtbarkeit, denn ...

... wenn sie sich häuten, ist das beinahe, als würden sie neu geboren. Schlangen wachsen ihr Leben lang, die Haut wächst aber nicht mit. Die alte Haut, das so genannte Schlangenhemd, wird abgestreift, wenn sich darunter eine neue Hautschicht gebildet hat.

Dass sich Schlangen bald häuten, ist an ihren dann milchig trüben Augen zu erkennen.

Manche Völker glaubten auch, Schlangen könnten sie vor Krankheiten bewahren. In Griechenland wurde der Heilgott Asklepios, bei uns Äskulap genannt, meist mit einer Schlange dargestellt.

Die Äskulapschlange wurde zum Symbol der Heilkunst.

In einigen Sagen haben Schlangen und Menschen sogar gemeinsame Vorfahren.

Doch zugleich wurden der Schlange dämonische Kräfte nachgesagt. Schlau soll sie sein, dabei jedoch hinterlistig und falsch.

Schließlich kann der Biss einer Giftschlange tödlich wirken, ...

... und die Reptilien haben wenig Possierliches an sich.

Statt flauschigem Fell haben sie schuppige Haut, ...

... statt tapsigen Tatzen einen kriechenden, beinlosen Körper.

Hinzu kommen der stechende Blick, ...

... das zischende Züngeln, ...

... das bedrohliche Rasseln, ...

... der gespreizte Hals ...

... und die lautlose Fortbewegung.

In vielen Büchern, von der Bibel ...

... bis zu Harry Potter, ...

... ist die Schlange ein Symbol des Bösen.

Zu Unrecht. Denn sie sind als Jäger wichtig für das ökologische Gleichgewicht. Menschen gehen sie grundsätzlich lieber aus dem Weg. Sie greifen nur an, wenn sie sich bedroht fühlen.

Rund 400 der 2700 bekannten Schlangenarten sind Giftschlangen. Die Seeschlangen zählen dazu, ...

... ebenso die Giftnattern, zu denen wiederum Kobras ...

... und Mambas gehören.

Auch Vipern bzw. Ottern, ...

... wie zum Beispiel die Klapperschlange, erlegen ihre Beute mit Gift.

Nur rund 50 Schlangenarten besitzen genug Gift, um einen Menschen zu töten. Zu den giftigsten Schlangen gehören die südostasiatische Königskobra sowie ...

... der australische Taipan, der mit einem einzigen Biss 250.000 Mäuse erbeuten könnte.

Seine nächsten Verwandten, die Seeschlangen, spritzen das stärkste Gift in ihre Opfer. Die meisten Seeschlangenarten leben im Pazifik. Sie werden bis zu zwei Meter lang.

Eine ganz besondere Giftschlange ist die Speikobra. Sie bespuckt ihre Opfer. Trifft ihr Gift die Augen, kann dies zu Blindheit führen. Die mit drei Metern Länge weltgrößte Speikobra wurde in Kenia entdeckt. Sie hat in einem Biss genug Gift, um 15 bis 20 Menschen umzubringen.

Die größte Schlangenart der Welt, der Python, der bis zu 15 Meter lang wird, ist keine Gift-, sondern eine Würgeschlange. Sie beißt ihre Beute und umschlingt das verletzte Tier dann mit ihrem Körper.

Gleiches gilt für die meist noch massigere, bis zu 200 Kilogramm schwere Anakonda.

Atmet das Opfer aus, zieht die Schlange die Schlinge fester zu. Meist stirbt die Beute schließlich durch Kreislaufversagen, weil das venöse Blut nicht zum Herzen zurückfließen kann.

In Deutschland gibt es sowohl Gift- als auch Würgeschlangen. Allerdings leben bei uns nur sechs Schlangenarten, alle vergleichsweise harmlos. Die meisten von ihnen sind in ihrem Bestand bedroht, sodass wir Schlangen hierzulande selten sehen.

Zu den hiesigen Würgeschlangen gehört die Äskulapnatter, die das Apothekenzeichen schmückt. Auf der Jagd nach Beute erklimmt sie sogar Bäume. Die Äskulapnatter ist mit einer Länge von etwa 1,80 Metern die größte in Deutschland lebende Schlange.

Es gibt sie aber nur noch in der Nähe von Passau und Wiesbaden.

Die kleinste der bei uns heimischen Schlangen ist die Glatt- oder Schlingnatter. Sie ist nur etwa 70 Zentimeter lang. Im Naturpark Uckermärkische Seen gibt es noch etwa 10 Exemplare.

Wie alle Nattern, umschlingt auch die Glattnatter ihre Opfer. Sie frisst Eidechsen und Blindschleichen, manchmal auch andere junge Schlangen. Für den Menschen ist ihr Biss ungefährlich.

Die häufigste Schlange in Deutschland ist die Ringelnatter. Sie taucht oft in Gärten auf. Das 0,80 bis 1,50 Meter lange Tier liebt es nämlich, seine Eier auf Komposthaufen abzulegen.

Ringelnattern können sehr gut schwimmen. Sie ernähren sich von Kröten, Salamandern oder Fröschen und fressen die Beute bei lebendigem Leib.

Die Würfelnatter lebt bevorzugt am Ufer oder im Wasser, denn sie ernährt sich von Fischen. Es gibt sie noch an Mosel, Nahe und Lahn. Ihren Namen verdankt die Schlange dem Würfelmuster auf ihrem Rücken.

Die einzige weit verbreitete Giftschlange in Deutschland ist die Kreuzotter. Zwar ist ihr Gift für den Menschen meist nicht tödlich, doch sollten Sie es dennoch vermeiden, sie anzufassen.

Kreuzottern erkennt man am schwarzen oder braunen Zickzackmuster auf dem Rücken. In feuchten Gebieten gibt es allerdings auch komplett schwarze Exemplare.

Und dann ist da noch die Aspisviper. Ihr Gift ist stärker als das der Kreuzotter, aber ebenfalls für einen gesunden Menschen nicht tödlich. In Deutschland gibt es nur noch im Südschwarzwald einige Exemplare. Aspisvipern sind an ihrem dreieckigen Kopf zu erkennen.

Alle Schlangen sind Raubtiere. Ihr Beutetierspektrum wird durch ihre Körpergröße festgelegt und ist natürlich von dem im jeweiligen Lebensraum befindlichen Nahrungsangebot abhängig.

Dementsprechend fressen kleinere und jüngere Schlangen vor allem Insekten.

Mittelgroße Schlangen verspeisen Nagetiere, ...

... Frösche ...

... und Eidechsen, manchmal auch Vögel, Eier und andere Schlangen. Das Nahrungsspektrum großer, in Deutschland nicht vorkommender Schlangen umfasst von kaninchengroßen Säugern alles bis hin zu Rehen oder Wildschweinen.

Selten fallen auch Menschen Schlangen zum Opfer.

Bei der Jagd ist das ständige Züngeln der Schlangen von großer Bedeutung. Denn auf den beiden Spitzen ihrer gespaltenen Zunge können die Tiere gleichzeitig unterschiedliche Gerüche wahrnehmen.

Außerdem orten sie so, ob die Düfte von rechts oder links kommen. Schlangen riechen also Stereo. Da jede Beute eine unverkennbare Duftspur hinter sich herzieht, ist den Reptilien der Jagderfolg sicher.

Insekten und andere kleinere Beutetiere, beispielsweise Amphibien, werden dann meist lebend verschlungen, größere Opfer werden vor dem Verzehr getötet.

Fressen ist für die Schlange Schwerstarbeit. Schon während sie ihre Beute verschlingt, beginnt sie heftig zu atmen. Herz und Lunge kommen auf Hochtouren. Beim Verdauen verbraucht die Schlange vierzig Mal mehr Sauerstoff als im Ruhezustand.

Eine solche Leistung vollbringt ein Pferd im gestreckten Galopp - allerdings nur für ein paar Minuten. Die Schlange dagegen hält tagelang durch. Nach dem Verdauen schrumpfen die Organe innerhalb einer Woche wieder auf die normale Größe zurück.

Schlangen können, im Verhältnis zu ihrer Körpermasse, enorme Mengen zu sich nehmen. Nach einem großen Mahl hungern sie oft mehrere Wochen. Riesenschlangen können dann sogar ein Jahr ohne Nahrung auskommen.

Dieser Python allerdings hat sich mit dem Alligator, den er am Stück verspeist hat, deutlich übernommen. Die Schlange bezahlte es mit dem Leben: Zu guter Letzt ist sie geplatzt.

Schlangen, die Elefanten verspeisen und für die großen Leute dann wie ein Hut aussehen, gibt es übrigens nur in der Literatur. Doch mit Golfbällen ...

... hat es tatsächlich schon der eine oder andere Python versucht.

Wenn Sie selbst einer Schlange begegnen, bleiben Sie am besten ruhig.

Weichen Sie langsam zurück und ermöglichen Sie der Schlange die Flucht. Von Verteidigungsbissen der Reptilien sind auch Menschen immer wieder betroffen.

In einem solchen Fall sollten Sie sofort einen Arzt alarmieren. Die Chance, einen Biss zu überleben, liegt jedoch bei 99,8 Prozent. Giftschlangen belassen es oft bei einem sogenannten Trockenbiss, um Serum zu sparen.

In Gebieten, die für Giftschlangen bekannt sind, sollten Sie folgendes beachten: Tragen Sie feste Schuhe, deren Schaft möglichst weit über die Knöchel reicht, ...

... und treten Sie immer direkt auf Steine und Äste, damit Sie Schlangen, die sich möglicherweise darunter verstecken, nicht aufscheuchen.

Sich als Schlangenbeschwörer zu versuchen, ist keine so gute Idee. Was wie Hypnose aussieht, ist eigentlich eine Überreizung der Instinkte einer Schlange. Solange sie nicht weiß, ob die schlangenähnliche Flöte ein potenzieller Sexualpartner oder aber ...

... ein Rivale, Fressfeind oder Angreifer ist, verharrt die Schlange über längere Zeit in einem "Tanz", der sich an den Bewegungen der Flöte orientiert.

Die Giftzähne werden den beschworenen Schlangen meist gezogen.

Nur in Nordafrika, wo der Kobrakult der alten Ägypter nachwirkt, wäre es eine Sünde, eine Kobra zu misshandeln.

Die Ägyptische Kobra, auch Uräusschlange genannt, galt als Zeichen der pharaonischen Herrschaft und wird von den Schlangenbeschwörern noch heute verehrt.

Sie müssen ihr Jahrtausende altes Handwerk beherrschen, wenn sie nicht so enden wollen wie Kleopatra im Jahre 30 v. Chr. Die schöne Königin, die mit ihrem Freitod das Ende des pharaonischen Ägyptens besiegelte, ...

... starb an dem Biss einer Uräusschlange. Das zumindest ist von antiken Autoren überliefert. Gefunden wurde das todbringende Tier nie. Und so ist auch diese Geschichte ein Mythos, der sich um die Schlange rankt.

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