| SA | 9° / 23° |
| SO | 10° / 22° |
Die wundersame WM-Reise des jüngsten deutschen WM-Teams seit 76 Jahren geht weiter.
Der tragische, aber gar nicht traurige Held Thomas Müller, Doppeltorschütze Miroslav Klose …
… und, bitte einmal die Augen reiben!, ...
... Arne Friedrich …
… haben die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im Viertelfinale der Fußball-WM in Südafrika zu einem glanzvollen 4:0 (1:0) ...
... über Favorit Argentinien geschossen.
Deutschlands beste Fußballer gehören damit nun im Gegensatz zu Argentinien offiziell zu den vier besten Teams der Welt …
… lassen ganz Deutschland weiter vom ersten Titel seit 1990 in Italien träumen.
Das Team Bundestrainer Joachim Löw steht schon zum zwölften Mal unter den Top Vier bei einer WM, dort wartet nun Europameister Spanien oder Paraguay. Im Finale wären dann die Niederlande oder der zweimalige Weltmeister Uruguay der Gegner.
Vor dem Viertelfinal-Duell mit Diego Maradonas Argentiniern hatte Bundestrainer Löw selbstbewusst erklärt, die junge deutsche Mannschaft werde sich vor Lionel Messi und Co. nicht ängstigen.
"Auch Argentinien ist verwundbar", betonte er stattdessen.
Wie wahr!
Nach einem Foul von Nicolas Otamendi auf der linken Seite an Lukas Podolski …
… trat Bastian Schweinsteiger zum Freistoß an. Seine angeschnittene Hereingabe streifte erst den Kopf von Thomas Müller, …
… dann den rechten Unterschenkel von Argentiniens Torhüter Sergio Romero ...
... und flog ins Tor. Es lief gerade mal die 3. Spielminute!
Der Treffer wurde Müller zugeschrieben und war gleich in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert.
Bereits zum 200. Mal hatte ein Spieler des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bei 17 WM-Endrunden-Teilnahmen ein Tor erzielt, …
… nur Brasilien ist mit 210 Toren bei 19 Weltmeisterschaften erfolgreicher. Aber Brasilien ist ja bekanntlich nach dem Melo-Drama gegen die Niederlande nicht mehr im Turnier.
Für Argentinien war es das schnellste Gegentor bei einer WM.
Beim Führungstreffer hielt es nicht nur Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht auf ihrem Sitz.
Auch der verletzte etatmäßige Kapitän Michael Ballack spendete stehend Ovationen für die ohne ihn brillierende DFB-Elf. Die Text-Bild-Schere bitten wir zu entschuldigen!
Ballack und Merkel und all die anderen Zuschauer im Stadion "Green Point" von Kapstadt sahen nach der deutschen Führung zunächst eine überlegene deutsche Mannschaft.
Die argentinische Abwehr um Martin Demichelis wirkte überfordert.
Der hüftsteife Bayern-Profi durfte sich allerdings zu Gute halten, anders als bei Argentiniens ersten beiden Gegentoren im Turnier diesmal nicht der Schuldige gewesen zu sein.
Mit der Führung im Rücken wirkte die deutsche Mannschaft wie schon gegen England, als habe sie ein klares Konzept.
Die Mannschaft von Diego Maradona wirkte anfangs arg planlos.
So, als sei neben Einzelaktionen das einzige Konzept die Inspiration von Lionel Messi.
Der Weltfußballer wurde im deutschen Kollektiv abgeschirmt und trat gegen die sehr konzentrierte deutsche Defensivabteilung zunächst so gut wie nicht in Erscheinung.
Erst in der 22. Minute durchzuckte das argentinische Spiel einer von Messis Geistesblitzen, …
… doch Manuel Neuer war nach dem Pass auf Carlos Tevez auf dem Posten.
Dagegen versäumte es die deutsche Mannschaft, den Argentiniern frühzeitig den Schwung vollends zu nehmen. Nach wunderbarer Vorarbeit von Müller ...
... zielte Miroslav Klose in seinem 100. Länderspiel trotz bester Schussposition in der 24. Minute aus zehn Metern weit über das Tor.
Müller wurde wenig später für ein Handspiel von Schiedsrichter Rawschan Irmatow aus Usbekistan mit einer Gelben Karte bestraft.
Nach dem anschließenden Freistoß lag der Ball dann auch prompt im deutschen Tor.
Allerdings hatten gleich vier Argentinier im Abseits gestanden (36.), der Treffer zählte nicht.
Bitter am Freistoß war deshalb nur, dass Müller seine zweite Gelbe Karte kassiert hatte und damit im Halbfinale fehlt.
Zu diesem Zeitpunkt hatte sich bei den Deutschen ein wenig der Schlendrian eingeschlichen.
Mit der Führung im Rücken spielte Löws Mannschaft unkonzentriert im Aufbau und baute damit das Spiel der Argentinier auf.
Dies wurde vor allem nach der Pause deutlich, als Messi und Co. auf den Ausgleich drängten ...
... und Deutschland zu tief in der eigenen Hälfte stand.
Angel Di Maria zielte nur knapp daneben (48.), ...
... doch es war kein Weckruf für Deutschland.
Auch danach gerieten die insgesamt zu passiven DFB-Kicker zunehmend in Bedrängnis, ...
... weil sie sich zu weit zurückfallen ließen, den Ball unkonzentriert aus der Abwehr herausspielten …
… und Messi mehr und mehr Raum gaben.
Doch Deutschland, das seit 1978 kein WM-Spiel mehr nach einer Führung zur Pause verloren hat, ...
... wurde von den Argentiniern nicht bestraft. Anders als Brasilien, das vor der 1:2 (1:0)-Pleite gegen Holland seit 1950 kein WM-Spiel nach einer Pausenführung verloren hatte.
Mit Manuel Neuer als sicherem Rückhalt wartete Deutschland wie schon beim 4:1 gegen England eiskalt auf Konter …
… und in der 68. Minute wurde die Geduld erstmals belohnt. Müller steckte im Liegen auf Podolski durch, …
… der den zwei Meter vor dem Tor freistehenden Klose mustergültig bediente.
Das 2:0 für Deutschland hätte in dieser Szene nur Mario Gomez noch verhindern können, doch der saß 90 Minuten auf der Bank.
Also stupste Klose den Ball zu seinem dritten Turniertor über die Linie.
Sechs Minuten später folgte die Vorentscheidung nach einer fast identischen Spielszene.
Nur diesmal dribbelte Schweinsteiger durch den argentinischen Strafraum …
… und legte Arne "Diego" Friedrich in dessen 77. Länderspiel seinen ersten Treffer im DFB-Dress auf.
Der feierte sein Premierentor mit einem "Diver".
Kurz vor Schluss machte Klose dann die Demütigung der Argentinier perfekt.
Er traf nach einer Flanke von Mesut Özil mit einem Volleyschuss ...
... zum 14. Mal bei einer WM.
Damit fehlt dem Münchner nur noch ein Tor zum Rekord des Brasilianers Ronaldo.
Zum großen Glück fehlte ihm an diesem Fußballnachmittag aber ganz sicher nichts.
Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.
Bitte überprüfen Sie Ihre Angaben.