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WM

Beckham, Essien, Diarra: Die Ballacks der anderen

 
Beckham, Essien, Diarra: Die Ballacks der anderen

Erst Simon Rolfes, der Wunsch-Sechser von Joachim Löw.

Dann René Adler, der in einem monatelangen Entscheidungsprozess zur Nr. 1 beförderte.

Schließlich Michael Ballack, Kapitän und Leitfigur …

… und zuletzt auch noch Christian Träsch - die DFB-Elf ist vor Beginn der Fußball-WM vom Verletzungspech verfolgt.

Bundestrainer Joachim Löw ist allerdings nicht der einzige Coach, …

... dem sein Südafrika-Personal Sorgen bereitet.

Von Deutschlands Gruppengegner Ghana …

… über Vize-Weltmeister Frankreich …

… bis hin zu Mitfavorit England: Die Team-Ärzte haben bis zur Weltmeisterschaft noch alle Hände voll zu tun …

… oder mussten manch prominentem Spieler schon das bittere WM-Aus verkünden.

… ist der Australier Harry Kewell sicher, bis zum Auftaktspiel gegen die DFB-Elf am 13. Juni in Durban wieder voll einsatzfähig zu sein.

Der 31-jährige Star der Australier hatte sich wieder einmal an der Leiste verletzt, die ihm in seiner Karriere schon häufig zu schaffen machte.

Kewell selbst sieht die Verletzung als nicht schwerwiegend an. "Ich hatte ein kleines Problem, das ist gelöst, und alles geht gut voran", sagte er jüngst in einem Radiointerview.

In Ghana hofften die Fans der "Black Stars" derweil bis zum Schluss, dass Michael Essien (FC Chelsea) rechtzeitig zum Weltturnier wieder auf dem Platz steht.

Ballacks Teamkollege selbst glaubte sogar, nach seiner Knieverletzung aus dem Afrika Cup schon am 5. Juni beim letzten Testspiel gegen Lettland wieder auflaufen zu können.

Daraus wurde nichts: Die Chelsea-Ärzte teilten mit, dass der Ghanaer frühestens Ende Juli wieder spielen kann. Die WM ist dann längst Fußballgeschichte.

Neben Essien drohen mit John Mensah …

… und Stephen Appiah zwei weitere wichtige Spieler auszufallen.

"Unsere personelle Situation ist schlimm. Ich hoffe, dass bis zur WM der eine oder andere der erfahrenen Spieler wieder hergestellt ist", hatte Trainer Milovan Rajevac unlängst erklärt.

Trotz aller Bemühungen muss Frankreichs Trainer Raymond Domenech bei der WM auf einen zentralen Spieler verzichten: Lassana Diarra von Real Madrid.

Der Sechser sei "ausgelaugt" und habe im Trainingslager in Tignes mit Magenschmerzen "sehr gelitten", sagte Domenech. Inzwischen wurde eine Blutkrankheit diagnostiziert, Diarra ist aus dem WM-Trainingslager der Franzosen abgereist.

Die Hoffnung auf William Gallas besteht dagegen weiter. Der Kapitän und Abwehrchef gehört zum WM-Kader, auch wenn der Übungsleiter betonte: "Noch ist nichts definitiv."

Gallas spielte seit März wegen eines Muskelfaserrisses in der Wade nicht mehr, trainiert aber wieder mit der "Équipe Tricolore".

Für eine Schrecksekunde sorgte Gallas, als er während der WM-Vorbereitung mit einem Buggy umkippte. Weitere Blessuren zog sich Gallas dabei aber nicht zu.

Bei der englischen Elf läuft derweil alles auf eine Last-Minute-Entscheidung ...

... von Coach Fabio Capello hinaus.

Wegen seiner Knöchelverletzung wird Gareth Barry (Manchester City) wohl das Auftaktspiel der "Three Lions" am 12. Juni gegen die USA verpassen, berichteten englische Zeitungen übereinstimmend.

Capello wolle Barry aber trotzdem bis zum Ablauf der Meldefrist am 1. Juni die Chance geben, wieder in Form zu kommen.

Der Profi von Manchester City ist unter Capello zur zentralen Figur im defensiven Mittelfeld der Engländer aufgestiegen, zu einem Abräumer hinter dem offensiven Frank Lampard. "Er ist wirklich wichtig", sagte der Coach.

Alternativen wie Michael Carrick (Manchester United) ...

... und James Milner (Aston Villa) hatten Capello in der WM-Vorbereitung bislang nicht überzeugen können.

Eine Partnerschaft zwischen Chelseas Frank Lampard und Liverpool-Star Steven Gerrard im zentralen Mittelfeld wird von vielen Experten abgelehnt, weil diese Variante in der Vergangenheit oft enttäuschende Ergebnisse brachte.

Doch unabhängig davon, ob Barry noch fit wird.

Ihren gefühlt größten Verletzungsschock erlitten die Engländer schon im März ...

… als David Beckhams Achillessehne riss und die ganze Insel mitlitt.

Beckham darf nun als Assistenztrainer mit nach Südafrika fahren, um Stimmung und Moral zu heben.

Noch schlimmer als Beckhams Ausfall wäre allerdings die WM-Absage von Stürmerstar Wayne Rooney gewesen, um den sich Capello aber vorerst wohl keine Sorgen machen muss.

"Ich fühle mich gut", beteuert der Torjäger, ...

... der noch immer an der Knöchelblessur aus dem Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Bayern laboriert und zuletzt auch noch über Nackenschmerzen geklagt hatte.

Schlimmer als Rooneys lädierter Knöchel, der regelmäßig von den Teamärzten gecheckt wird, ist für Englands Boulevard-Medien deshalb ein anderer Umstand: Der, dass Rooney nur in einem der vergangenen sieben Länderspiele getroffen hat. Darauf entgegnete Rooney lapidar: "Ich hoffe, ich spare diese Tore für die WM auf."

Während Bosko Jankovic (CFC Genua) ...

... und Ivica Dragutinovic (FC Sevilla) vom deutschen Gruppengegner Serbien definitiv ausfallen, …

In Dänemark zittert die Nation um den WM-Einsatz von Nationaltorhüter Thomas Sörensen, ...

... der lange an einer Ellbogenverletzung laborierte. Nachdem er zu Beginn der Vorbereitung seines Nationalteams auf die Weltmeisterschaft zunächst nur Laufübungen absolviert hatte, ist der Schlussmann des englischen Erstligisten Stoke City inzwischen wieder ins Mannschaftstraining zurückgekehrt und gibt Entwarnung.

"Ich bin mir sicher, dass ich spielen kann", sagte Sörensen mit Verweis auf seine gesundheitlichen Fortschritte. Der Test der Dänen gegen Senegal in Aalborg kommt für ihn allerdings noch zu früh.

Definitiv nicht in Südafrika dabei ist der Schweizer Stürmer Marco Streller, der sich mit 21 Liga-Toren in der Schweiz für den WM-Einsatz empfohlen hatte. Er fällt mit einem Muskelfaserriss aus.

Für Streller nominierte Nationalcoach Ottmar Hitzfeld den Nürnberger Albert Bunjaku nach.

Argentiniens "Albiceleste" feierten den ungefährdeten 5:0-Sieg in Buenos Aires im letzten Testspiel gegen Kanada zwar ohne Superstar Lionel Messi.

Dessen Platz auf der Bank soll aber nur eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen sein.

Der Weltfußballer vom FC Barcelona hatte im Training einen Schlag aufs Knie bekommen.

Auch Erzrivale Brasilien ist nach wachsender Sorge um Kaká wieder zuversichtlich.

Zweineinhalb Wochen vor WM-Beginn trainierte der Weltfußballer des Jahres 2007 zum ersten Mal nach einer Leisten- und Muskelverletzung mit der "Seleção".

Und auch in Spanien ist man nach zehrender Ungewissheit wieder komplett.

Die lange verletzten Fernando Torres (Knie) …

… und Cesc Fàbregas (Wadenbeinbruch) trainieren inzwischen wieder ohne Probleme ...

… und werden Trainer Vincente del Bosque auf dem Weg zum ersten WM-Titel zur Verfügung stehen.

Ebenfalls keine Sorgen hat Weltmeister Italien. Aber: Bis zur WM sind es ja auch noch zweieinhalb Wochen.

Die Verletzungen von Thomas Müller nach dessen Fahrradsturz erwiesen sich als harmlos.

Mussten sie auch, schließlich hatte Co-Trainer Hansi Flick schon nach dem Aus von Christian Träsch erklärt: "Mit Adler, Ballack und Träsch sind nun drei Spieler ausgefallen, die sicher im WM-Kader gestanden hätten. Das ist genug. Ab jetzt geht alles gut." Ging es nicht, leider.

Nach dem lockeren 3:0 am Samstag im Testspiel gegen Ungarn schaute Joachim Löw zwar noch ganz frohgemut.

Am Sonntagabend war die gute Laune aber wie weggeblasen, denn Abwehrspieler Heiko Westermann brach sich gegen Ungarn in dieser Szene, der letzten im Spiel, das Kahnbein im linken Fuß.

Damit fällt auch der Schalker für die WM aus.

Kommentar Löw: "Da werden die Sorgenfalten natürlich noch größer."

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