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WM

Eine Nacht des WM-Finales: Spanien wird zur riesigen Fiesta

 
Eine Nacht des WM-Finales: Spanien wird zur riesigen Fiesta

So wollten eigentlich WIR feiern ...

... und bei tropischen Temperaturen die Brunnen der Städte stürmen.

Da wurde ja leider nichts draus. Zwar können wir uns wieder selbst den Titel "Weltmeister der Herzen" verleihen ...

... und darauf verweisen, dass die DFB-Auswahl mit 16 Treffern genau doppelt so viele Tore im Turnierverlauf schoss wie Spanien (8), ...

... aber die ausgelassenen Titel-Partys stiegen in der Nacht nicht in Berlin, Hamburg oder München, sondern in Madrid und ...

... Barcelona.

Der Gewinn der Weltmeisterschaft verwandelte das Land in eine riesige Fiesta.

Manche Spanier brachen völlig überwältigt in Tränen aus, ...

... andere streckten die Arme in die Höhe und schrien "Campeones, campeones, oé, oé, oé!"

Von Santander im Norden bis Tarifa im Süden rannten Millionen Menschen mit rotgelben Flaggen auf die Straße, um den historischen Triumph ihrer Nationalmannschaft über die Niederlande (1:0) zu feiern.

"Unglaublich, unglaublich", stammelte eine junge Frau auf der größten Fanmeile des Landes in Madrid, wo bis zu 250.000 Menschen die Partie bei brütender Hitze an vier Riesenleinwänden verfolgt hatten. "Ich habe fest daran geglaubt, aber vor dem Spiel hatte ich doch großen Bammel", räumte sie ein.

Neben ihr stimmte eine Gruppe Anhänger einen der beliebtesten Schlachtrufe während dieser WM an: "Yo soy es-pa-ñol, es-pa-ñol, es-pa-ñol" (Ich bin Spanier), gesungen zur Melodie des berühmten russischen "Kalinka"-Liedes. Andere ließen Torschützen Andrés Iniesta hochleben.

Landesweit bildeten sich Autokorsos, fuhren die Menschen hupend durch die Städte und knallten mit Silvesterkrachern. Selbst die Polizei ließ mancherorts vor Freude die Sirenen heulen.

"Ich werde am Montag zur Arbeit gehen, aber schlafen werde ich wohl nicht", meinte in Madrid ein Feiernder. "Dazu bin ich viel zu aufgeregt."

Die Sorgen über die Wirtschaftskrise und die hohe Arbeitslosigkeit waren an diesem Abend verflogen.

Insgesamt verliefen die Feiern friedlich. Nur am Rande kam es in Katalonien und im Baskenland zu Ausschreitungen. In Barcelona nahm die Polizei in der Nacht 21 Randalierer fest, die Autos und Müllcontainer in Brand gesteckt hatten.

Bei der größten Party in Madrid gab es rund 260 Leichtverletzte.

Aber nicht nur in Spanien selbst wurde der erste WM-Titel für das Land gebührend gewürdigt.

Auch in London, ...

... auf Kuba, ...

... in Brasilien, ...

... in Italien ...

... oder in Hamburg ...

... machten Spanier die Nacht zum Tag.

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