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Nachricht: "Deutschland mittendrin - Die große Reportage"

Wahnsinn aus Holz - Die Achterbahnbauer

Plohn. Ein kleiner Ort im Vogtland hinter Zwickau gelegen. Hier liegt der kleine Freizeitpark "Forellenhof". Schon kurz nach der Wende haben hier die ersten Attraktionen eröffnet. In mehr als 10 Jahren ist so ein kleiner, aber feiner Freizeitpark entstanden, der jährlich 250.000 Besucher anzieht. Nicht viel im Vergleich zu den Parks in Soltau oder Rust, aber dennoch der erste, der in den neuen Bundesländern eröffnet wurde. Besonders zeichnet sich der Park durch seine Familienfreundlichkeit aus. Für die kleinen Besucher steht von Pferdereiten bis Wasserrutschbahn und Streichelzoo alles bereit, was Spaß macht. Aber der richtige Kick, ein Megaevent, das fehlte. Bis jetzt. Denn im September 2008 starteten die Bauarbeiten für das ambitionierteste Projekt im Park: eine komplett neue Achterbahn. Doch dabei handelt es sich nicht um eine gewöhnliche aus Stahl - sondern um eine Holzachterbahn. Für Fans ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht. Zwar gibt es keine Loopings, aber das Fahrgefühl ist natürlicher, individueller. Durch die engen Radien entsteht bei der 725 Meter langen Bahn das, was Fans den "Airtime Effekt" nennen - das Gefühl, fast schwerelos zu sein. Aber bis es soweit ist, muss erst gebaut werden. Dafür sind die Jungs der Achterbahnbauer von "Bauwerk" und "Great Coaster" verantwortlich. Die Jungs um Bauwerkchef Oliver Hartmann sind seit Jahren Experten für den Bau der Holzachterbahnen in ganz Europa. Thomas Schulze genannt "Katze" koordiniert gemeinsam mit Stanley Gemberling, dessen Firma zu den wenigen Unternehmen gehört, die Holzachterbahnen weltweit bauen, als Supervisor die Bauarbeiten. Und die haben es in sich. Tonnen von speziell behandeltem Holz müssen vor Ort zugeschnitten und mit Millionen Nägeln in der richtigen Anordnung zusammengesetzt werden. Dabei kommt es auf Millimeter an - und mitten im Herbst und Winter, bei Regen, Frost und Schneefall, wird das zu einer wahrhaften Herausforderung für die Achterbahnspezialisten wie Matze und Niko, die alles sind: Kletterer, Zimmerleute, Techniker, Problemlöser und einfach ein gutes, eingespieltes Bauteam. Und das wird auf eine harte Probe gestellt, denn erst kurz vor Fertigstellung zeigt sich, ob auch alles passt - nämlich dann, wenn der speziell für die Achterbahn gebaute Zug zum ersten Mal von der Führungskette zum Lift Hill, dem höchsten Punkt der Bahn, gezogen wird und dann zum ersten Mal aus eigener Kraft über die Strecke rasen soll. Jetzt muss sich zeigen, ob mehr als ein halbes Jahr harter Arbeit von Erfolg gekrönt sein wird - oder ob der Zug stecken bleibt und damit das ganze Projekt einschließlich Eröffnungstermin zum Scheitern verurteilt ist. Wird die Achterbahn mit dem aussagekräftigen Namen "El Toro - Der Stier" rechtzeitig zu Ostern eingeweiht? Parkgeschäftsführer Peter Müller ist kurz vor Eröffnung jedenfalls mächtig aufgeregt - schließlich hat der Bau der Bahn über 5 Millionen Euro gekostet, die bei einem Misserfolg den Ruin für den Park bedeuten könnte. "Die große Reportage" begleitet das Bauteam über 6 Monate lang bei den Bauarbeiten für die erste wahre Holzachterbahn in den neuen Bundesländern.

Sendetermin:

Montag, 25.05.2009 um 19.30 Uhr

Quelle: n-tv.de