Gefängnisaufstand in Brasilien131 Geiseln sind wieder frei
In Brasilien endet eine Meuterei in einem Gefängnis im Osten des Landes unblutig. Über 400 Gefangene geben ihre Waffen ab und übergeben die Kontrolle des Gefängnisses wieder an die Wärter. Nun sollen ihre Haftbedingungen verbessert werden.
Ein Aufstand hunderter Häftlinge in einem brasilianischen Gefängnis ist mit der Befreiung der Geiseln zu Ende gegangen. Die über 400 Gefangenen hatten am Sonntag 128 Besucher sowie drei Gefängniswärter in ihre Gewalt gebracht und bessere Haftbedingungen gefordert. Sie protestierten gegen andauernde Misshandlungen durch die Wärter und forderten besseres Gefängnisessen sowie die Absetzung des Anstaltsdirektors.
Die Polizei umstellte das Gebäude. Die Behörden des Bundesstaates Sergipes, in dem das Gefängnis liegt, verhandelten 24 Stunden lang mit den Aufständischen und sagten dann zu, die Haftbedingungen zu verbessern, berichtet die Zeitung "O Estado de São Paulo". Die Insassen ließen daraufhin ihre Geiseln frei. Es sei niemand verletzt worden, hieß es. Nur ein Wachhund sei getötet worden. Die Häftlinge gaben die Waffen ab, die sie aus der Waffenkammer des Gefängnisses entwendet hatten. Die fünf mutmaßlichen Anführer der Revolte wurden in andere Anstalten verlegt.
Die rund 500 Gefängnisse in Brasilien sind zumeist veraltet und hoffnungslos überfüllt. Revolten mit Todesopfern, Fluchtversuche, Drogenhandel und Misshandlungen der Insassen durch das schlecht ausgebildete Wachpersonal sind dort an der Tagesordnung. Hinter den Gefängnismauern herrschen oft kriminelle Gangs.