Panorama

Die Rettung und ihre Geschichten33 Kumpel, zwei Frauen und die Kosten

14.10.2010, 09:48 Uhr
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(Foto: dpa)

Der 21. gerettete Bergmann wirft Fragen auf, die sonst wohl nur in Seifenopern wichtig sind - wird er seine Geliebte zuerst in die Arme schließen? Oder doch seine Ehefrau? Danach geht es um Zahlen: Chiles Präsident Piñera zieht eine erste Kostenbilanz, und für die Beteiligten der Rettungsaktion gibt es nur noch eine Nummer - die "33".

Wochenlang haben sich die Ehefrau und die Geliebte von Yonni Barrios öffentlich darum gezankt, wer denn nun die wahre Frau an der Seite des in der chilenischen Mine San José verschütteten Bergmanns ist. Mit Spannung wurde deshalb erwartet, wen der 50-jährige Elektriker denn nun vor den Kameras der Welt in die Arme schließen würde. Nachdem er als 21. der 33 Kumpel an der Erdoberfläche der Rettungskapsel entstieg, umarmte er: Susana Valenzuela, seine Geliebte.

Mit dem Privatleben und dem Streit der beiden Frauen beschäftigten sich die chilenischen Medien in den vergangenen Wochen ausführlich. Den Berichten zufolge ist Barrios seit 28 Jahren mit Marta Salinas verheiratet; das Paar lebt aber seit Jahren nicht mehr zusammen. "Er hat mich zwar gebeten, bei der Rettungsaktion dabei zu sein, aber es hat sich herausgestellt, dass er auch die andere Dame gefragt hat und ich habe Anstand", sagte Marta Salinas der Zeitung "El Espectador". Sie verzichtete deshalb auf das medienwirksame Wiedersehen.

Eine Milliarde Menschen verfolgt Rettung

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Und Yonni umarmte - seine Geliebte. (Foto: AP)

Die spektakuläre Rettung von Yanni Barrios und der anderen seit mehr als zwei Monaten unter Tage eingeschlossenen Bergleute kostete bis zu 20 Millionen Dollar. Die Ausgaben seien zu zwei Dritteln vom Staat übernommen worden, sagte Präsident Sebastian Piñera; der Rest sei über private Spenden finanziert worden. "Jeder Peso war es wert, jeder Peso wurde gut investiert", sagte er.

Der Staatschef zeigte sich überglücklich: "Ich glaube, dass die Augen der ganzen Welt noch niemals so auf Chile fixiert waren." Eine Milliarde Menschen habe die Rettungsaktion am Fernsehbildschirm verfolgt, bei der die 33 Kumpel in einer Kapsel zurück an die Erdoberfläche befördert wurden. Mit der Rückkehr der sechs noch unter Tage verbliebenen Helfer aus dem Schacht ging die Rettungsaktion zu Ende. Sie waren zu den Bergarbeitern nach unten gefahren, um sie auf die Fahrt in der Kapsel vorzubereiten.

Magische "33"

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(Foto: dpa)

Was neben der Millionensumme bleibt, ist vor allem eine Zahl: Die 33. So viele Bergleute waren nach dem Einsturz der kleinen Gold- und Kupfermine in der chilenischen Atacama-Wüste unter Tage eingeschlossen. Genau 33 Tage wurden gebraucht, um einen Rettungsschacht zu den Kumpeln zu bohren. "Die Arbeiten haben insgesamt 33 Tage gedauert, einen Tag pro Mann. Das muss doch etwas bedeuten", sagt Mikhail Proestakis, dessen Firma Driller Supply an den Bohrungen beteiligt war. Der Rettungsschacht, über den die Arbeiter in einer Rettungskapsel zurück an die Erdoberfläche befördert wurden, hatte einen Durchmesser von 66 Zentimetern - zwei Mal 33. Geborgen wurden sie allesamt am 13.10.10, was zusammengerechnet wieder 33 ergibt.

"Die 33 taucht überall auf, alles passt zusammen, das ist ein Wunder", sagt Maria Segovia, deren Bruder Dario zu den Eingeschlossenen gehörte. Dem Bergarbeiter Victor Zamora hatte die immer wieder auftauchende 33 schon unter Tage Mut gemacht: "Ich bin 33 Jahre alt, wir sind 33 Kumpel und Jesus Christus wurde 33 Jahre alt. Das ist ein Zufall, der für ein Wunder taugt und das gibt mir mehr Kraft, durchzuhalten", schrieb er aus der Tiefe in einem Brief an seine Frau. Wohl eher zufällig machten sich auch die Bergarbeiter die 33 zu eigen: Ihre erste Botschaft "Estamos bien en el refugio los 33" ("Es geht uns gut im Schutzraum - die 33") war genau 33 Anschläge lang.

Quelle: rpe/AFP