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Das Krankenhaus in Burgos veröffentlichte ein Video von der Geburt der Zwillinge.
Das Krankenhaus in Burgos veröffentlichte ein Video von der Geburt der Zwillinge.(Foto: Twitter/Grupo Recoletas)

Diskussion um Sorgerecht: 64-Jährige bringt Zwillinge auf die Welt

Eine Spanierin ist mit 64 Jahren Mutter von Zwillingen geworden. Mit 58 Jahren hatte sie bereits ein Baby auf die Welt gebracht - doch vier Jahre später wurde ihr das Sorgerecht für das Mädchen entzogen.

Der Fall einer 64-jährigen Spanierin, die in Burgos im Norden des Landes von Zwillingen entbunden wurde, erregt über die Landesgrenzen hinweg für Aufsehen. Wie die spanische Zeitung "El Pais" berichtet, hatte sie sich in den USA künstlich befruchten lassen. In Spanien gilt das Alter von 50 Jahren als Grenze für künstliche Befruchtungen.

Enrique Martin, der Direktor des Recoletas Krankenhauses, bestätigte, dass sich sowohl die Zwillinge, als auch die Mutter bester Gesundheit erfreuen. "Bei dem geplanten Kaiserschnitt verlief alles glatt." Das Mädchen wiege 2200 Gramm, der Junge sei etwas kräftiger und bringe 2420 Gramm auf die Waage. Das Krankenhaus in Burgos veröffentlichte sogar ein Video von der Geburt der Zwillinge.

Die 64-Jährige war erstmals im Alter von 58 Jahren Mutter geworden, doch das Sozialamt von Burgos hatte der Mutter 2014 das Sorgerecht für ihre zweijährige Tochter entzogen. Das kleine Mädchen lebte offenbar unter nicht akzeptablen hygienischen Bedingungen und wurde nicht ausreichend versorgt. Ob die 64-Jährige ihre neu geborenen Zwillinge wird behalten können, ist spanischen Medien zufolge noch nicht klar.

Kein Einzelfall

Bei älteren Frauen ist es außergewöhnlich, dass es gelingt, die Schwangerschaft lange genug aufrecht zu erhalten, dass die Kinder gesund zur Welt kommen können. Dennoch ist der Fall in Burgos kein Einzelfall.

2015 sorgte eine 65-Jährige für große Diskussionen. Annegret Raunigk hatte in Berlin Vierlinge zur Welt gebracht. Sie hatte sich im Ausland durch eine Eizellen- und Samenspende künstlich befruchten lassen. Zuvor war sie bereits 13-fache Mutter. Der Fall entfachte eine kontroverse Debatte im In- und Ausland.

Im vergangenen Sommer hatte eine 62-Jährige in Australien ein Kind geboren und war dafür heftig kritisiert worden: Der weibliche Körper sei nicht dafür gemacht, in diesem Alter noch Kinder zu bekommen.

In der Schweiz hatte eine 66-Jährige 2012 nach künstlicher Befruchtung in der Ukraine Zwillinge zur Welt gebracht und damit eine Debatte ausgelöst.

Eine Spanierin hatte 2006 im Alter von 67 Jahren Zwillinge bekommen. Drei Jahre später starb sie an Krebs, wie "El Mundo" berichtet.

Quelle: n-tv.de

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